Zusammenfassungen Corax - Band 19

Becker, T. & H. Fedders (2004): Brutbestandserfassung des Mauerseglers (Apus apus) in Kiel 2000. Corax 19: 245-253.

Der Mauersegler zählt zu den Charaktervögeln der Städte. In dieser Arbeit wurde die Kieler Population im Jahr 2000 durch Zählung der abendlich über der Stadt fliegenden Altvögel während der Brutzeit zwischen dem 25. Mai und 12. Juni kartiert (Holländer 1993). Da das Gros der Mauersegler erst ca. 2 h vor Sonnenuntergang in ihre Brutterritorien zurückkehrte, wurde die Haupterfassungszeit zwischen 20.00Uhr und kurz nach Sonnenuntergang gelegt. Auf diese Weise wurde ein Brutbestand von 1.568 Paaren bestimmt. Allerdings muß dabei berücksichtigt werden, dass die hier ermittelte Anzahl ebenfalls mögliche Nichtbrüter einschließt, die zwangsläufig bei Anwendung der Methode mit erfaßt werden. Hauptbrutplätze im Jahr 2000 befanden sich neben dem Stadtzentrum und den zentrumsnah gelegenen Wohnvierteln der Stadtteile Wik, Blücherplatz, Ravensberg, Brunswik, Schreventeich, Südfriedhof und Gaarden in den Wohnblöcken der peripheren Stadtteile Elmschenhagen, Mettenhof und Suchsdorf. Hier wurden deutlich mehr Mauersegler gezählt als 1992/93 (Gall 1994). Grundsätzlich ist die genaue Erfassung von Mauerseglern aufgrund der schwierig zu bestimmenden Neststandorte, des zum Teil unübersichtlichen Lebensraumes über den Dächern der Stadt und des unsteten Verhaltens problematisch. Bis heute fehlt es an geeigneten Methoden, um diese Fehlerquellen gänzlich zu eliminieren. Auch unter Berücksichtigung der methodischen Unsicherheiten zeigt ein Vergleich mit anderen Städten gleichwohl, dass Kiel Heimat für eine bemerkenswert große Mauerseglerpopulation ist.

Summary:
A survey of the breeding population of the Swift (Apus apus) in Kiel in 2000
The Swift is a characteristic bird of the cities of central Europe. An estimate of the swift breeding population in Kiel was made in 2000 by counting adult birds in flight shortly before and after sunset in the period 25th of May to 12th of June (Holländer 1993). It was observed that the main part of the swift population returns to their territories around 2 hours before sunset. Thus the main observation time was set between the time of return and sunset. In this way a remarkably large population of 1568 pairs was estimated. This result is compared to the earlier data presented by Gall (1994) and Erz (1964) with regard to distribution and density of breeding swifts in the city. In addition to the main breeding areas of the Swift in the central districts of Kiel new main breeding sites were found in the peripheral districts such as Elmschenhagen, Suchsdorf and Wellingdorf. It should be kept in mind that the Swift population estimated in this way also includes non-breeding birds. There is, however, no other method available to avoid an overestimation of the birds actually breeding. Nevertheless the data presented demonstrates that Kiel is the home of a remarkably large Swift population.

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Berndt, R.K. & H.A. Bruns (2004): Brutbestand der Rohrdommel (Botaurus stellaris) in Schleswig-Holstein (1970-2001). Corax 19: 233-244.

Schleswig-Holstein beherbergt derzeit etwa ein Drittel des bundesdeutschen Bestandes der Rohrdommel. Der Brut(zeit)bestand schwankte im nördlichsten Bundesland im Zeitraum 1973 bis 2001 etwa zwischen 70 und 190 Rufern. Nach Kältewintern nahm er stark ab, erholte sich aber im Laufe einiger Jahre wieder. Insgesamt erscheint der Landesbestand gegenwärtig stabil bis zunehmend, was innerhalb Deutschlands eine Ausnahme ist. Die Vorkommen werden für die letzten dreißig Jahre detailliert dokumentiert. Innerhalb der drei Großlandschaften des Landes hat sich die Zahl der Brutzeitplätze in diesem Zeitraum unterschiedlich entwickelt. Den größten Rückgang weist das Östliche Hügelland auf (104 besetzte Gewässer/1970er Jahre auf 85 Gewässer/1990er Jahre). Auch auf der Geest ist die Zahl der Gewässer von 15 auf 9 für diese Zeiträume rückläufig. In der Marsch stieg hingegen die Zahl der Brutzeitplätze von 12 auf 23 Gewässer. Die Zunahme des Rohrdommelbestandes erklärt sich insbesondere durch die Konzentration von mehreren Rufern an einigen Gewässern mit ausgedehnten Schilfsäumen. 1968-74 waren zehn Gewässer mit drei und mehr Rufern bekannt, 1975-84 waren es 11 und 1988-99 17 Gewässer. Erst ab 1975 gab es Gewässer mit mehr als 5, maximal 10 Rufern.

Summary:
Breeding Population of Bittern (Botaurus stellaris) in Schleswig-Holstein/North-Germany (1970-2001)
Nearly one third of Germany’s breeding population of Bittern is concentrated in Schleswig-Holstein. The numbers of observations fluctuated between 70 and 190 booming males per year in the period 1973-2001. There were low numbers of Bittern after extremely cold winters, but the breeding population increased again after a few years with mild winters. During the last 30 years the breeding population was stable or showed a small increase. On the other hand, numbers of occupied breeding areas declined in the eastern hilly parts of Schleswig-Holstein (Östliches Hügelland; 104 areas/1970’s : 85 areas/1990’s). The same was observed in the central parts of the country (Geest; 15 : 9 ). Otherwise in the western marshlands, numbers of breeding areas increased during this period (12 : 23). A concentration of booming males at some lakes with large reed beds is apparent. In 1968-74 up to ten areas were known with three or more booming males, in 1975-1984 and 1988-99 there were 11 and 17 areas. Lakes with 5 or more males are known since 1975.

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Berndt, R.K., H.A. Bruns, K. Günther, B. Koop & A. Mitschke (2004): Ornithologischer Jahresbericht für Schleswig-Holstein 2000. Corax 19: 375-416.

Aus Landessicht sind die ersten Löfflerbruten (Platalea leucorodia) in Schleswig-Holstein, eine weitere Bienenfresserbrut (Merops apiaster) sowie Brutzeitbeobachtungen der Englischen Schafstelze (Motacilla flava flavissima) besonders bemerkenswert, da sich damit zukünftige Entwicklungen andeuten könnten. Hohe Brut(zeit)bestände sind für Knäkente (Anas querquedula), Wachtel (Coturnix coturnix), Wachtelkönig (Crex crex), Tüpfelralle (Porzana porzana) und Uferschwalbe (Riparia riparia) verzeichnet. Der Habicht (Accipiter gentilis) hat erstmals im Siedlungsbereich gebrütet; Dachbruten von Sturmmöwen (Larus canus) nehmen weiter zu und haben recht guten Erfolg. Die Graugans (Anser anser) ist eine der erfolgreichsten Arten der letzten Jahrzehnte. Nicht nur, daß der Brutbestand sich seit 1980 verdreifacht hat, auch die Mauser- und Winterbestände haben stark zugenommen, so daß diese Art inzwischen ganzjährig mit hohen Beständen anzutreffen ist. Zu wenig ist bisher registriert, daß einige der erst kürzlich eingewanderten Arten in Stagnation oder in erheblicher Abnahme begriffen sind, hier dargestellt an den Beispielen von Türkentaube (Streptopelia decaocto) und Sprosser (Luscinia luscinia). Aus dem milden Winter 2000/01 ragen Meldungen von Rauch- und Mehlschwalbe (Hirundo rustica, Delichon urbica) sowie insbesondere vom Fitis (Phylloscopus trochilus) heraus. Auffällig waren die hohen Zahlen mehrerer Drosselarten, vor allem von Rotdrosseln (Turdus iliacus), die in großen Scharen in Buchenwäldern Nahrung suchten. Mit diesem Jahresbericht beginnen wir, Aspekte der seit 1987 laufenden Wattenmeerzählungen darzustellen.

Summary:
Annual ornithological report for Schleswig-Holstein 2000
The first breeding records of Spoonbills (Platalea leucorodia), a breeding record of Bee-eater (Merops apiaster) and the record of a Yellow Wagtail of the subspecies Motacilla flava flavissima are exceptional for Schleswig-Holstein and could foretell future colonisation of the state by these species. High breeding season populations were recorded for Garganey (Anas querquedula), Quail (Coturnix coturnix), Corncrake (Crex crex), Spotted Crake (Porzana porzana) and Sand Martin (Riparia riparia). Goshawks (Accipiter gentilis) bred for the first time in an urban area. Rooftop breeding of Common Gull (Larus canus) increased and are quite successful. The Greylag Goose (Anser anser) is one of the most successful species of the last decades. Not only have breeding numbers trebled since 1980, but also moulting and winter populations have increased greatly so that this species is present all year round in large numbers. There are few records that the populations of some of the species that have recently colonised the state are stagnating or even declining dramatically. Data for the Collared Dove (Streptopelia decaocto) and Thrush Nightingale (Luscinia luscinia) are presented. Records of House martin (Hirundo rustica, Delichon urbica) and especially Willow Warbler (Phylloscopus trochilus) in the mild winter 2000/01 are worth mention. The high numbers of thrush species, especially Redwing (Turdus iliacus), which were recorded in large numbers feeding in beech woodland, were striking. Some aspects of monitoring of birds in the Wadden Sea are presented for the first time in this annual report.

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Berndt, R.K. & B. Struwe-Juhl (2004): Warum geht der Brutbestand des Drosselrohrsängers (Acrocephalus arundinaceus) in Schleswig-Holstein zurück? Corax 19: 281-301.

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheint der Drosselrohrsänger in Schleswig-Holstein ein seltener Brutvogel gewesen zu sein, der dann verstärkt ab etwa 1850 nach Nordeuropa eingewandert ist. Zwischen 1930 und 1960 wurde in Schleswig-Holstein das vermutliche Bestandsmaximum von deutlich über 400 Paaren erreicht, denn die Art war an vielen schilfreichen Gewässern im ganzen Land verbreitet. Eine erste landesweite Bestandsaufnahme Ende der 1960er und Anfang der 70er Jahre erbrachte ca. 300-400 Sänger. Danach sank der Brutbestand schnell ab und betrug 1980-89 150-220, 1990-94 85 und 1995-99 nur noch 55 Sänger. Damit beträgt der Rückgang allein in diesem Zeitraum 80-90 %. Die Ursachen für den Bestandseinbruch in Schleswig-Holstein werden vor dem Hintergrund der europäischen Gesamtverbreitung und -bestandsentwicklung dieser Art diskutiert, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Ost- und Südosteuropa hat (ca. 99 % des europäischen Brutbestandes). Der zeitgleiche Rückgang in vielen westeuropäischen Ländern legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine zusammenhängende Erscheinung mit denselben Ursachen handelt. Eine der wesentlichen Ursachen könnte in der langfristigen Änderung des Klimas begründet liegen. So ist das Klima in Schleswig-Holstein seit 1970 deutlich „atlantischer“ geworden (Zunahme der Sommerniederschläge und Windaktivitäten), was sich sehr wahrscheinlich negativ auf den Bruterfolg des Drosselrohrsängers ausgewirkt hat. Hierfür spricht auch die gleichzeitig beobachtete Bestandszunahme in den kontinentaler geprägten ostdeutschen Bundesländern (Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen). Die Bestandsabnahme des Drosselrohrsängers im westlichen Europa betrachten wir daher als großräumigen Rückzug aus vorgeschobenen Verbreitungsgebieten, zu dem wahrscheinlich die aktuelle Klimaänderung wesentlich beiträgt. Den vielfach diskutierten Ansatz, dass lokale Schilfrückgänge die Ursache für den weitreichenden Bestandsrückgang beim Drosselrohrsänger sein sollen, sehen wir für Schleswig-Holstein, aber auch für andere Gebiete, nicht als stichhaltig an, da es nach wie vor viele Gebiete mit stabilen Schilfbeständen gibt, in denen der Bestand des Drosselrohrsängers trotzdem zurück geht.


Summary:
Why has the breeding population of the Great Reed Warbler (Acrocephalus arundinaceus) decreased in Schleswig-Holstein?
In the first half of the 19th century the Great Reed Warbler seems to have been a rare breeding bird in Schleswig-Holstein. After perhaps 1850 the species spread to Northern Europe. Between 1930 and 1960 the maximum population size, of probably more than 400 pairs, had been reached in Schleswig-Holstein, because the species was present on many reed dominated waters in the whole state. Between the end of the sixties and the beginning of the seventies a first state-wide survey was carried out and approximately 300-400 territories were counted in Schleswig-Holstein. After that the breeding population decreased continuously down to 150-220 territories in 1980-89, 85 in 1990-94 and only 55 in 1995-99. The decline after 1968 was 80-90 %. The causes of the decline in Schleswig-Holstein are discussed in relation to the fact that 99 % of the total population breeds in Eastern and South-eastern Europe. Because of the simultaneous decline recorded in several countries of Western Europe, we suppose that the decreases had a common cause. One of the main reasons could be the long-term climatic change. For example, since 1970 the climate in Schleswig-Holstein had become more and more atlantic (increase of the amount of summer rainfall and wind activity) and this probably has a negative effect on the breeding performance of the Great Reed Warbler. This hypothesis was supported by the fact that the breeding populations in more eastern and therefore continental states (for example Brandenburg, Sachsen-Anhalt and Sachsen) increased in the same period. However, we suggest that the decline of the Great Reed Warbler in Western Europe is a widespread phenomenon following a former expansion, which was probably essentially promoted by climate change in the first place. In the available literature a local decline of reed beds is often discussed as a main reason for the decline of the Great Reed Warbler. This is, however, not valid, because there are many areas with a stable reed vegetation (also in Schleswig-Holstein) where the population of the Great Reed Warbler is still decreasing.

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Bruns, H.A. & R.K. Berndt (2002): Aktuelle Verbreitung, Bestandsentwicklung und Habitatwahl des Weißsternigen Blaukehlchens (Luscinia svecica cyanecula) in Schleswig-Holstein. Corax 19: 93-104.

In den 1990er Jahren erfolgte ein rascher Anstieg des Brutbestandes des Weißsternigen Blaukehlchens in Schleswig-Holstein (ca. 0-5 Reviere 1990, 350-500 Reviere 2001), nachdem sich ähnlich auffällige Entwicklungen bereits in anderen Ländern West- und Mitteleuropas zeigten. Für das nördlichste Bundesland war mit der Bestandserhöhung die teilweise Erschließung bisher unbesiedelter Lebensräume verbunden.

Summary:
The present distribution, population development and habitat selection of the central European subspecies of the Bluethroat (Luscinia svecica cyanecula) in Schleswig-Holstein

The population of the White-spotted Bluethroat in Schleswig-Holstein, Germany, increased dramatically in the 1990s following similar increases in population size in West and Central Europe. An increase from ca. 0-5 occupied territories in 1990 to 350-500 occupied territories in 2001 was recorded. The increase in the northernmost German state was associated with the colonisation of new habitat.


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BRUNS, H. A., R. K. BERNDT & K. JEROMIN (2004): Verbreitung, Brutbestandsentwicklung und Nahrung der Sumpfohreule (Asio flammeus) in Schleswig-Holstein (1989-2003). Corax 19: 357-374.

Die Sumpfohreule trat als Brutvogel im Zeitraum der letzten dreißig Jahre dreimal, 1990, 1993 und 2003, invasionsartig als Brutvogel in Schleswig-Holstein auf. Insgesamt gingen die Brutbestände in den letzten Jahrzehnten jedoch zurück. Verstärkte Brutvorkommen waren mit Feldmaus-Gradationen gekoppelt. Die Arbeit dokumentiert die Analyse von Gewölle-Inhalten aus Schleswig-Holstein (Summe: 1.943 Beutetiere).
Verbreitungsschwerpunkte liegen in den Mooren der Eider-Treene-Sorge-Niederung und Dithmarschens sowie auf den Inseln Amrum und Sylt, im Nordseevorland und in den küstennahen Feuchtgebieten an der Westküste. Im Osten des Landes sind Brutvorkommen selten. Historische Vorkommen werden kurz und die Brutzeitvorkommen der Jahre 1989-2003 detailliert dargestellt. In den drei Jahren mit verstärkten Brutvorkommen der Art wurden ca. 40-50 Reviere nachgewiesen und der Landesbestand auf max. 80-100 Rev. geschätzt. In Jahren mit geringem Aufkommen von Kleinsäugern, aber auch in den Feldmaus-Gradationsjahren 1996 und 1999, wurden in der Regel deutlich weniger als 10 Rev. bzw. Brutzeitnachweise bekannt.

Summary:
Distribution, population development and diet of Short-eared Owl (Asio flammeus) in Schleswig-Holstein (1989-2003)

Irruptions of the Short-eared Owl as a breeding species occurred in Schleswig-Holstein in 1990, 1993 and 2003. Breeding numbers have generally declined in Schleswig-Holstein during the last decades. High breeding numbers occurred with high Common Vole populations. The results of the analysis of Short-eared Owl pellets from Schleswig-Holstein are presented (1,943 individual prey animals).
Centres of distribution lie in the moors of the Eider-Treene-Sorge-lowlands and of Dithmarschen as well as on the islands of Amrum and Sylt, in salt marshes and some embanked areas along the Wadden Sea coast. The species is a rare breeding bird in the east of the state. Historical breeding population data are discussed. A detailed overview of breeding in the period 1989-2003 is presented. In the three years with irruptions of this species during the breeding season, about 40-50 territories were recorded and the state population was estimated to be 80-100 territories. In years with low small-mammal populations, but also in the years 1996 and 1999 with irruptions of Common Voles, numbers of breeding pairs were much lower than 10 territories/breeding records.

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Busche, G. & J. Dierschke (2004): Das Vorkommen der Spornammer Calcarius lapponicus an der Westküste Schleswig-Holsteins und auf Helgoland. Corax 19: 303-309.

Die Spornammer ist an der schleswig-holsteinischen Westküste ein spärlicher, aber alljährlicher Durchzügler. Während Nachweise in den Monaten Dezember bis Februar auf Helgoland die Ausnahme darstellen, lassen die Daten aus Schleswig-Holstein einen Winterbestand von 50-500 Individuen vermuten. Der deutlich stärker ausgeprägte Wegzug erstreckt sich von September bis November, der Heimzug von März bis Mai. Die Mediane beider Zugzeiten von Helgoland und der Westküste scheinen deutlich voneinander abzuweichen; als Grund hierfür wird das nur schwer von den Zugperioden zu trennende Wintervorkommen an der Westküste vermutet. Im Frühjahr und Herbst sowie bei hohen Schneelagen im Winter werden vor allem unbeweidete Salzwiesen aufgesucht, im Winter dagegen vor allem Spülsäume des Deichvorlandes. Binnenländische Rasthabitate spielen eine untergeordnete Rolle. Die stark angestiegene Zahl der Beobachtungen beruht vermutlich mehr auf einer erhöhten Beobachtungsaktivität und einem verbesserten Kenntnisstand der Beobachter als auf einer tatsächlichen Zunahme. Trotzdem ist ein Zusammenhang mit den verbesserten Nahrungsbedingungen in den Salzwiesen des Wattenmeeres wahrscheinlich.


Summary:
The Status of the Lapland Bunting Calcarius lapponicus on the west coast of Schleswig-Holstein and on Helgoland
The Lapland Bunting is a scarce but regular migrant in Schleswig-Holstein and on Helgoland. While on Helgoland records from December to February are rare, wintering numbers are estimated at 50-500 birds on the west coast of Schleswig-Holstein. Migrants occur from September to November and from March to May, but autumn migration is much more pronounced. Median dates differ considerably between the sites, probably due to difficulties in distinguishing between migrants and wintering birds in Schleswig-Holstein. In autumn, spring and during high snow cover Lapland Buntings are mainly recorded in ungrazed salt marshes. In winter most birds feed along the tidelines in the salt marshes. Non-coastal habitats are hardly visited at all. The increasing number of records is at least partially caused by better identification skills of the birdwatchers involved. However, better food resources due to the reduction in sheep grazing of the salt marshes might have led to an increase in wintering numbers.

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Busche, G. & V. Looft (2002): Vorkommen des Raubwürgers (Lanius excubitor) in Schleswig-Holstein 1800-2000. Corax 19: 1-17.
Der erste Brutnachweis stammt etwa aus dem Jahre 1825. Die weitere Entwicklung (Abb. 1, 2) verlief anscheinend mit steter Zunahme bis zur Kulmination 1971-80 (50-80 Paare). Danach sank der Bestand rapide bis 2000 auf ungefähr 5 Brutpaare. Insbesondere 1950-80 bildete sich ein Verbreitungsschwerpunkt in den Mooren und kultivierten Moorbereichen der Untereider-Niederung. Dabei wurde das Brutareal in umliegende Gebiete von Alt- und Jungmoräne ausgeweitet, nämlich u.a. in Knicklandschafts-Grenzhabitate mit Moor- u. Heideresten sowie in/an Aufforstungen und Kahlschlägen (Abb. 3, Tab. 1). Im Winter steigert sich das Auftreten durchschnittlich bis zur Januarmitte (Abb. 5). Mindestschätzungen des Winterbestandes (Dezember bis Februar) betragen (Auswahl): 1967-71 25-70, 1974/75 90, 1986-90 20-40 und 1996-2000 30-60 Raubwürger. Das langfristige Vorkommen 1965 bis etwa 1990 verläuft ähnlich wie die Brutbestandsentwicklung (Abb. 4, Tab. 2, 3). Demzufolge dürfte das sinkende Wintervorkommen teils mit der Abnahme des Brutbestandes zusammenhängen. Nach 1990 überwintern wohl größtenteils fennoskandische Raubwürger, übrigens bis 2000 wieder zunehmend. Maßgebliche Gründe zum Niedergang des Brutvorkommens dürften in veränderten Landschaftsstrukturen liegen: a) Bewaldung eutrophierter Nieder- und Hochmoorbereiche, b) Zunahme geklumpter, wenig gestufter Gehölzstrukturen und einförmiger Baumreihen, c) vermehrt intensiv bewirtschaftete Agrarflächen. Besonders hier könnte die Nahrungsbasis erheblich eingeschränkt sein. Andere Ursachen (Sommergüte betreffend Fortpflanzungserfolg, Winterwitterung und erhöhte Mortalität) sind als Hauptfaktoren auszuschließen.

Summary:
Occurrence of the Great Grey Shrike (Lanius excubitor) in Schleswig-Holstein in the period 1800-2000
The first record of the Great Grey Shrike breeding in Schleswig-Holstein dates from about 1825. Apparently the population increased steadily and reached a peak in 1971-80 (50-80 Pairs) (Fig. 1, 2). The population subsequently declined to about 5 pairs in 2000. The centres of distribution in the period 1950-80 were especially the bogs and cultivated bogs of the lower Eider lowlands. The breeding area spread to the adjacent old and young moraine areas in, amongst others, the boarder habitats of the hedge landscapes ("Knicklandschaft") with bog and heath remnants and in plantations and felled areas (Fig. 3, Tab. 1). During the winter average numbers increase up to the middle of January (Fig. 5). Estimates of minimum winter numbers (December to February) are (selection): 1967-71 25-70, 1974/75 90, 1986-90 20-40 und 1996-2000 30-60 individuals. The long-term winter population trend from 1965 to about 1990 runs similar to changes in the breeding population size (Fig. 4, Tab. 2, 3). Accordingly the declining winter numbers are at least partly related to the decline in the breeding population. Since 1990 the wintering population, which has increased up to 2000, is made up of fenno-scandinavian Great Grey Shrikes. The main reasons for the decline in the breeding population of this species are most likely to be changes in landscape structure: a) afforestation of eutrophic valley- and raised bogs, b) an increase in the occurrence of clumped, uniform woodland structures and uniform rows of trees and c) an increase in the intensity of the use of agricultural areas all affecting considerably the food supply. Other causes for the decline (the "quality" of the summer months and effects on breeding success, winter weather and increased mortality) can also be considered main factors.

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Christensen, H. (2004): Nutzung von Schwarzspecht-Höhlen im deutsch-dänischen Grenzbereich durch den Schwarzspecht (Dryocopus martius) selbst und andere Tierarten. Corax 19: 417-423.
Eine kleine Population des Schwarzspechts hat sich in den letzten Jahrzehnten im deutsch-dänischen Grenzbereich etabliert. Sie brütet zumeist in Buchen (Fagus sylvatica; 93 % der Höhlen in dieser Untersuchung). Ausgewertet werden Daten aus 125 Höhlen, von denen 68 mindestens einmal vom Schwarzspecht selbst als Bruthöhlen benutzt wurden. Alle 125 Höhlen sind vom Schwarzspecht selbst gezimmert oder soweit bearbeitet worden, dass sie groß genug waren, um dem Schwarzspecht als Bruthöhlen zu dienen. 49 Höhlen gingen verloren, von denen etwa die Hälfte zugewachsen ist. Während der Populationsentwicklung des Schwarzspechts ist die Anzahl der Schwarzspechthöhlen pro Revier von etwa 8 auf 13 erweitert worden, als sich der Schwarzspechtbestand nach 1991 verminderte. Die jährlichen Anzahlen der Höhlen, brauchbaren Höhlen und Höhlenverluste sowie Angaben zu Höhlennutzern sind in Tab. 1 zusammengestellt. Wichtigster Nutzer insgesamt (Brut- und Schlafnutzung) der Höhlen war der Schwarzspecht selbst, aber er fördert mit seinen großen Höhlen dazu eine Reihe von Nachmietern. Wichtigster Nachnutzer der Höhlen war die Hohltaube (Columba oenas), die in den letzten Jahren deutlich von Schwarzspecht-Höhlen profitiert hat und jetzt etwa die Hälfte der Höhlen nutzt. Insgesamt wurden in dieser Studie 17 Arten oder Artengruppen erfasst, die Schwarzspecht-Höhlen nutzten. Schwarzspechtbruten sind im deutsch-dänischen Grenzgebiet zuerst in Tannen (Abies alba/nordmanniana) bekannt geworden. Möglich wurden sie durch Aufforstungen, die seit dem 19. Jahrhundert vorgenommen wurden. Solche Brutnachweise gab es 1960 bis 1981. Danach ist die Buche der wichtigste Brutbaum geworden, so dass während der Untersuchungsperiode Bruten in anderen Baumarten nur in Einzelfällen stattfanden. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit dokumentieren, dass die Erhaltung von solchen Buchenbeständen, die sich für die Anlage von Schwarzspecht-Höhlen eignen, auch gute Entwicklungsmöglichkeiten für andere Tiere des Waldes bietet.

Summary:
Use of Black Woodpecker (Dryocopus martius) holes by Black Woodpecker and secondary species in the German-Danish border region
Over the last decades a small population of Black Woodpecker has established itself in the German-Danish border region. 93 per cent of all holes were found in Beech (Fagus sylvatica). 125 holes were recorded in the period 1982-1998, 68 of which were used by Black Woodpeckers at least once for breeding. All holes were excavated or enlarged by Black Woodpeckers themselves. A total of 49 holes were lost, around half of which were lost due to growth in the vital cortex zone. All Black Woodpecker nests and all – or at least most – other holes were checked during the breeding season either by ladder or through observation from the forest floor. About 8 holes were recorded in each Black Woodpecker territory during the first years. Up to 13 holes were recorded after the population slightly decreased from 1991 onwards. Table 1 presents information on the number of holes recorded per year (1982-1998) including information on the number of usable holes, losses of holes and use by four more frequent species. Black Woodpecker used a number of the holes all year round for roosting (37-58 % each year) and in the period April to June for breeding (5-17 % each year). Due to this double use of holes, the Black Woodpecker is the most frequent user of its own holes, however, also leaving holes for secondary users. The main secondary user of Black Woodpecker holes in the region was the Stock Dove (Columba oenas), which, within the last few years, has profited a lot from the availability of Black Woodpecker holes (in recent times it uses up to the half of all holes during the months March to November for breeding). A total of 17 species and orders (including fungi) were recorded in the holes. Silver Fir/Nordman Fir (Abies alba/nordmanniana) (last known to be used for breeding in 1981) seem recently to have been replaced by Beech as the preferred tree for local Black Woodpecker breeding holes. Mature Beech woodland is a valuable breeding habitat for Black Woodpeckers. Many other hole-nesting species profit from colonisation by the Black Woodpecker.

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Frauendorf, E. (2003): Dialekte der Goldammer, Emberiza citrinella, auf der Insel Fehmarn und im Dialektgrenzgebiet Schleswig-Holsteins. Corax 19: 139-152.

Die Dialekte der Goldammer (Emberiza citrinella) wurden mittels Tonbandaufnahme und Sonagrammanalyse in Schleswig-Holstein 1997 für die Insel Fehmarn und 1999 für ein Dialektgrenzgebiet (Dänische Grenze - Autobahn 7 - Bundesstraße 202 - Bundesstraße 5 - Dänische Grenze) untersucht. Da für diese Gebiete bereits Dialektangaben aus den Jahren 1983, 1989 und 1991 vorhanden sind, war das Hauptanliegen der Untersuchungen herauszufinden, ob Veränderungen (Dialektart, -verteilung) festzustellen sind.
Für Bestimmung und Kennzeichnung der Goldammerdialekte wurden Ergebnisse aus Dänemark (Hansen 1985) zugrundegelegt. Danach erfolgt die Kennzeichnung der Dialektart durch Kombination von Buchstaben für das dialektbestimmende Strophenende (z.B. BC, BlBh, BE, XlB, XsB, XsBC...). Als Ergebnis meiner Untersuchungen wurde der XlB-Dialekt für die Insel Fehmarn und die Dialekte XlB, BC, XsB und XsBC für das Dialektgrenzgebiet gefunden.
In Schleswig-Holstein wurden Sänger, die zwei Dialekte sangen (Dialektmischsänger XsB/XlB, XsB/BC und XsB/XsBC) sowie solche, die nur unvollständige Strophen sangen (nur Element Xl bzw. B) festgestellt. Die bisher für diese Gebiete bekannten Dialekte wurden damit bestätigt, neue Dialekte konnten nicht gefunden werden. Das Ergebnis der Untersuchungen ermöglichte die Anfertigung einer Dialektverteilungskarte für die Insel Fehmarn und das Dialektgrenzgebiet. Für das Dialektgrenzgebiet ergab sich durch Vergleich mit bekannten Ergebnissen, dass eine merkliche Verschiebung der Dialektgrenzen nicht zu erkennen ist.
Untersuchungen zur Gesangs- und Strophenstruktur zeigen, dass der Anzahl der hintereinander unvollständig gesungenen Strophen für die Dialektbestimmung eine große Bedeutung zukommt. So konnte der XsBC-Dialekt erst nach 42 Strophen bestimmt werden. Die Zuordnung des XsB-Dialektes muss als Ergebnis dieser Untersuchung wegen der zu geringen Strophenzahlen der drei XsB-Sänger in Frage gestellt werden, da nicht auszuschließen ist, dass es sich um unvollständigen Gesang des XsBC-Dialekts handelt. Deshalb sollten die XsB-Dialekte in Schleswig-Holstein noch einmal untersucht werden.

Summary:
Dialects of the Yellowhammer, Emberiza citrinella, on the isle of Fehmarn and in the dialect border area of Schleswig-Holstein
The dialects of the Yellowhammer in Schleswig-Holstein were examined by analysis of recordings and sonagrams collected in 1997 on the isle of Fehmarn and in 1999 in the border area to Denmark (Danish border - motorway A 7 - federal highway B 202 - federal highway B 5 - Danish border), which is a border zone for dialects in this species. Since information on the dialects of Yellowhammers exists for these areas from 1983, 1989 and 1991, the main aim of the investigations was to find out if changes in dialect and dialect distribution have occurred since then. To define and characterise Yellowhammer dialects, the results for Denmark (Hansen 1985) were used. In accordance dialects are marked as a combination of letters for the end of the phrase that defines the dialect (e.g. BC, BlBh, BE, XlB, XsB, XsBC etc.). During my studies the X1B-dialect was recorded for the isle of Fehmarn, and the dialects X1B, BC, XsB and XsBC for the dialect border zone. In Schleswig-Holstein I have located singing Yellowhammers with mixed dialects (XsB/X1B, XsB/BC and XsB/XsBC) as well as individuals singing incomplete phrases (only end-part X1 or B). The dialects that are known for this area were confirmed, new dialects were not found. As a result of the investigation it was possible to prepare dialect distribution maps for the isle of Fehmarn and the dialect border zone. A comparison with previous results for the dialect border zone, indicates that no noticeable change in the distribution of the dialects has occurred. Investigations of song structure and song character indicate that the number of consecutive incomplete phrases is crucial for determination of dialect. Consequently, the XsBC-dialect could only be identified after 42 phrases. The results of the investigations indicate that the classification of the XsB-dialect is questionable because of its incomplete phrase. Therefore, investigations of XsB-dialects in Schleswig-Holstein should be repeated.

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Glaubrecht, M. (2003): Die Dialekte der Goldammer (Emberiza citrinella). Oder was uns Vogelgesänge erzählen. Corax 19: 117-120.

Neben morphologischen, ökologischen und genetischen Merkmalen finden sich auch bei den Gesängen einiger mitteleuropäischer Vogelarten geographische Differenzierungen. Diese als Dialekte bekannte regionale Variabilitat beruht zwar nicht auf vererbten, sondern erlernten und somit tradierten Eigenschaften; oft aber fällt die Verbreitung solcher Dialekte mit phäno- bzw. genotypischen Unterschieden zusammen, was eine parallele Differenzierung (etwa durch Isolationsvorgänge) vermuten läßt. Bei der Goldammer ist das räumliche Vorkommen bzw. die mosaikhafte Verbreitung variierender Gesänge über große geographische Räume insbesondere in Dänemark und Norddeutschland genauer untersucht. Zwei weitere Arbeiten, die hier kurz eingeleitet und in ihrer Bedeutung diskutiert werden, schließen bisher bestehende Lücken in der Kenntnis der Gesangsdialekte und ihrer Verbreitung bei der Goldammer in Schleswig-Holstein.

Summary:
On dialects in the Yellowhammer (Emberiza citrinella). Or what we can learn from bird songs.
In addition to morphological, ecological and genetical characters geographical differences in song are known in some European passerines. Although this regional variability, generally known as dialects, is not inherited but acquired through imprinting and learning, the geographical distribution of certain dialects frequently coincides with phenotypical and genotypical differences, respectively, suggesting a parallel causation (e.g. via isolation processes). Studies on Yellowhammers in several parts of northern Germany and neighbouring Denmark have revealed the mosaic-like occurrence of dialects across greater geographical regions. Here two new studies that further reduce gaps in our knowledge on the geographic distribution of critical dialects in this region are briefly introduced and their main implications discussed.

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Gloe, P. (2002): Zum Vorkommen der Bleßgans Anser albifrons im Bereich der Meldorfer Bucht, Westküste von Schleswig-Holstein. Corax 19: 19-25.
Von 1983 bis zum April 2001 wurden im Speicherkoog Dithmarschen und in dessen Hinterland 197 Beobachtungen mit 77.374 Bleßgänsen registriert. Wie in den 1950er und 1960er Jahren (max. 16 Ex./Tag) trat die Art hier bis einschließlich 1994 nicht alljährlich auf, aber gegenüber früher deutlich zahlreicher (1987 bis zu 400 Ex.). Ab 1995 wurden Bleßgänse alljährlich angetroffen, und zwar mit max. 1000 bis 3500 Ex./Tag. Die frühesten Vögel erschienen im September, die spätesten im Mai (mit Einzelvögeln bis in den Juni). Die größten Bestände traten von Mitte Dezember bis Mitte März auf und zeigten damit eine Tendenz zur Überwinterung. Ab Februar 1998 wurden Schlafplatzflüge beobachtet. Schlafplatz ist ein im Herbst 1992 hergestelltes, seichtes Süßgewässer im NSG "Kronenloch", das um Sonnenaufgang in unterschiedlichste Richtungen verlassen und in der Dunkelheit nach Sonnenuntergang wieder angeflogen wurde. Als Nahrungsplätze wurden Grünländer bevorzugt (57 % der Individuen), die bis 6 km vom Schlafplatz entfernt liegen können. Andere landwirtschaftliche Nutzflächen (Wintergetreide 4 %, Äcker mit Ernteresten 3 %) suchten die Gänse nur in geringem Umfang auf. Vermutlich hat neben der allgemeinen Zunahme des Rastbestandes in Schleswig-Holstein (von um 2.000 Ex. in den 1980er Jahren auf etwa 20.000 bis 25.000 Ex. gegen Ende des Jahrtausends) auch die aus Naturschutzgründen erfolgte Anlage dieses Gewässers die jüngste Bestandsentwicklung hier rastender und überwinternder Bleßgänse beeinflußt. Das Bleßgansvorkommen im Speicherkoog Dithmarschen ist das derzeit bedeutendste an der schleswig-holsteinischen Westküste.

Summary:
The occurrence of the White-fronted Goose Anser albifrons in the Meldorf Bay on the west coast of Schleswig-Holstein
In the period 1983 to April 2001 197 observations of in total 77,374 White-fronted Geese were recorded in the rainwater reservoir "Speicherkoog Dithmarschen" and the surrounding area. In the 1950s and 1960s and until 1994 this species did not occur every year. It did, however, occur in greater numbers in the period 1983 to 1994 (1987 up to 400 individuals) than it did in the 1950s and 1960s (maximum 16 individuals/day). From 1995 onwards White-fronted Geese occurred annually with maximum numbers of 1.000-3.500 individuals/day. The earliest birds arrive in September. The latest birds occur through to May with single birds in June. Largest numbers are recorded in the period mid December to mid March and show a tendency to winter in the area. From February 1998 onwards flights from and to roosting sites were observed. The roosting site is a shallow freshwater lake established in 1992 in the nature reserve "Kronenloch". Departure from the roost at sunrise and arrival to the roost after sunset takes place in all directions. The preferred feeding areas are grassland areas (57 % of all birds) that lie up to 6km from the roost. Other agricultural crops are only used by a small part of the population (winter cereals 4 %, arable fields with remains from the harvest 3 %). It is likely that the general increase of roosting White-fronted Geese in Schleswig-Holstein (from ca. 2.000 individuals in the 1980s to about 20.000 to 25.000 individuals at the end of the millennium) and the creation of the roosting site have led to the increase in the numbers of roosting and wintering Geese in the area. The area in and around the "Speicherkoog Dithmarschen" is at present the most important site for this species on Schleswig-Holstein's west coast.

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Gloe, P. (2002): Zur Vogelwelt der Lundener Niederung im Westen Schleswig-Holsteins vor und nach der Wiedervernässung des Mötjensees. Corax 19: 67-92.

In der Lundener Niederung soll nach Landankäufen, Extensivierungen und Wiedervernässungen ein ca. 1000 ha großes Naturschutzgebiet entstehen. 1999 erfolgte auf einer ca. 320 ha großen Teilfläche im Bereich des nahezu verlandeten Mötjensees eine Wasserstandsanhebung um 30-50 cm. Am Mötjen- und Steller See findet winterliche Schilfmahd statt. Die trotz der Wasserstandsanhebung noch landwirtschaftlich nutzbaren Grünländer werden extensiv bewirtschaftet. Um die Brut- und Rastvogelbestände vor und nach der Wiedervernässung zu vergleichen, wurden vom 25. März bis zum 5. August 1997 an 13 Tagen und vom 30. Januar bis zum 27. Dezember 2001 an 42 Tagen auf einer insgesamt 1.025 ha großen Fläche Bestandsaufnahmen durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 79 Brutvogel- sowie (einschließlich vorausgegangener Beobachtungszeiträume) 92 Gastvogelarten erfaßt, wovon die Hälfte zu den Feuchtgebietsvögeln zu rechnen ist. Die Bestände der Brutvögel vor und nach der Wiedervernässung wurden für das gesamte Untersuchungsgebiet eingeschätzt. Im Vergleich zu Beobachtungen aus der Lundener Niederung vor 1993 wurden 1997 erstmals als Brutvögel (Reviervögel) festgestellt: Graugans, Habicht, Wachtel, Wachtelkönig, Tannen-, Weiden-, Beutelmeise, Rohrschwirl, Mönchsgrasmücke, Baumpieper, Nebelkrähe und Haussperling. 2001 folgten Zwergtaucher, Schnatterente, Teichralle, Rauchschwalbe, Blaukehlchen, Schlagschwirl und Pirol. Einige aus der Zeit vor 1997 als Brutvögel nachgewiesene Arten wurden nach der Wiedervernässung des Mötjenpolders wieder als Reviervögel festgestellt: Rohrdommel, Krick-, Löffelente, Wasser- und Tüpfelralle (letztere 1997 in anderen Teilflächen). Stock-, Knäk-, Reiher- und Brandente, Graugans, Bleßralle, Wachtelkönig, Bekassine, Uferschnepfe, Rotschenkel und Kampfläufer reagierten auf die Wiedervernässung mit teils erheblichen Brut(zeit)bestandszuwächsen, vor allem im wiedervernäßten Bereich. Nach der Wiedervernässung haben sich insbesondere Feuchtgebietsbrutvögel, vor allem Wasservögel, wieder oder neu angesiedelt oder im Bestand zugenommen. Eine negative Bestandsentwicklung nach der Vernässung wies die Feldlerche auf. Durch die extensive Nutzung des Grünlandes brüteten zahlreiche Wiesenlimikolen nur auf solchen wiedervernäßten Flächen, die kurzrasig waren. Bereiche mit höherer Vegetation erwiesen sich im Verlauf der Brutzeit als ungeeignete Brutflächen. Bestandsveränderungen vor allem einiger Sperlingsvögel dürften zum Teil auf Witterungsunterschiede in der Heimzugzeit zurückzuführen sein. Viele, das Grünland als Nahrungshabitat nutzende Gastvögel (Limikolen, ausgewählte Sperlingsvögel, Möwen weniger) mieden die meist höherwüchsigen extensivierten Grünländer und bevorzugten zur Nahrungssuche Bereiche mit noch nennenswerten Anteilen von kurzrasigen Dauerweiden. Das gesamte Untersuchungsgebiet in der Lundener Niederung weist wie andere in öffentliches Eigentum überführte, ähnlich entwickelte Niedermoor-/Grünlandbereiche Schleswig-Holsteins eine artenreichere und vielseitigere Brutvogelfauna auf als konventionell bewirtschaftete Flächen im Umland. Die Wiedervernässung des Mötjenpolders hat sich für die Vogelwelt schon nach kurzer Zeit als förderlich erwiesen. Die extensive Nutzung der Grünländer muß jedoch noch optimiert werden, wenn die Flächen für Wiesenlimikolen günstige Bruthabitate und für weitere Arten auch gute Nahrungshabitate sein sollen.

Summary:
The birds of the Lundener lowlands in western Schleswig-Holstein before and after the restoration of the Mötjen lake

In the Lundener lowlands a ca. 1.000 ha nature reserve will be created. The intensity of agricultural usage will be reduced and a lake will be restored by re-flooding. In 1999 a ca. 320 ha area of the almost completely drained Mötjen lake was flooded to a level of 30-50 cm. In winter reed is cut on the lake. Meadows are still used for low intensity grazing. Surveys were carried out in 1997 and 2001 on a total of 1.025 ha in order to compare breeding, feeding and roosting bird numbers before and after restoration. 79 breeding bird species (including previous observations) and 92 non-breeding species were recorded; half of these are wet-meadow species. The breeding population before and after restoration were estimated for the total survey area. After restoration wetland birds especially waterbirds returned, settled for the first time in the area or increased in numbers. Declines in breeding numbers after restoration were recorded for the Skylark. The low intensity agricultural usage of the wet meadows that led to short vegetation was advantageous to numerous wet-meadow waders. Areas with higher vegetation proved, during the breeding season, to be inadequate as breeding sites. Numerous bird species that use the meadows as feeding habitat (waders, selected passerines and to a lesser extent gulls) avoided the less grazed meadows with higher vegetation and preferred areas with a larger proportion of short permanent pasture. The entire survey area in the Lundener lowlands displays - as do other valley-bog and meadow areas bought by the state of Schleswig-Holstein and developed in a similar fashion - a more species rich breeding fauna than conventionally run agricultural areas in the region. The restoration had a positive effect on the avifauna after only a short time. The low intensity agricultural use of the meadows must be optimised, if the areas favourable for meadow breeding waders and for further species are also to be good feeding habitat.

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Gloe, P. (2004): Zur Vogelwelt der Miele-Niederung im Westen Schleswig-Holsteins. Corax 19: 255-279.

Im Jahr 2002 wurde erstmals die gesamte Vogelwelt der Mieleniederung erfasst. Das ca. 45 km2 große Untersuchungsgebiet besteht aus ausgedehnten Grünlandbereichen, eingestreuten Ackerländereien, gehölzbestandenen Torfstichen mit großen Freiwasserflächen und Röhrichten, künstlich angelegten, von Grünland oder Gehölzen umgebenen Kleingewässern (sog. „Biotopen“) und eingestreuten Geestinseln mit menschlichen Siedlungen. Nur teilweise wurden auch die drei Naturschutzgebiete „Fieler Moor“, „Ehemaliger Fieler See“ und „Ehemaliger Fuhlensee“ untersucht. Insgesamt wurden vom 16. Januar bis zum 23. Dezember an 74 Tagen 161.391 Vogelindividuen von 141 Arten erfasst (von den Gastvögeln werden hier nur die häufigsten angeführt). Aus dem Gebiet sind 96 Arten als (mögliche) Brut-/Reviervogelarten bekannt, von denen hier 2002 erstmals als solche registriert wurden: Schnatter-, Pfeifente (möglich), Kornweihe (möglich), Tüpfelralle (möglich), Mehlschwalbe, Dohle, Zaunkönig, Misteldrossel, Schwarz-, Rotkehlchen (möglich), Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Grauschnäpper, Grünling, Stieglitz und Feldsperling. Der Kampfläufer könnte auch noch nisten. 20 z.T. nur ausnahmsweise bekannt gewordene frühere Brut-/Reviervogelarten wurden 2002 nicht wieder als solche gefunden. Brutlimikolen wurden besonders intensiv bearbeitet. Im Untersuchungsgebiet wurden max. 51 Reviere des Austernfischers, 406 Reviere des Kiebitz, 78 Reviere der Uferschnepfe, 15 Reviere der Bekassine und 19 Reviere des Rotschenkels erfasst. Von allen Brutlimikolen befanden sich 83-89 % der Reviere in der südlichen Hälfte des Untersuchungsgebietes und die meisten außerhalb der Grenzen des geplanten, ca. 1.350 ha großen, die drei NSG einschließenden NSG „Mieleniederung“ (mit bereits großflächig vollzogener Extensivierung von Grünländern). Frühes (beginnend 14. Mai), großflächiges und wiederholtes Mähen der Grünlandflächen außerhalb des geplanten NSG führten besonders beim Kiebitz und der Uferschnepfe zur Vernichtung von Bruten, weniger beim Austernfischer. Die Grünland als Nahrungshabitat bevorzugenden Larolimikolen, Wacholderdrosseln und Stare traten in der Mieleniederung wesentlich zahlreicher auf als in der 10 km nördlich gelegenen, nahezu vollständig extensivierten Lundener Niederung. In den bestehenden NSG der Mieleniederung sind große Flächen der Sukzession überlassen worden. Die im geplanten NSG mit Auflagen statthafte landwirtschaftliche Grünlandnutzung führte großflächig zu ganzjährig langrasigen Flächen, die von den meisten Brutlimikolen gemieden werden. Sie siedeln daher konzentriert außerhalb des geplanten NSG, wo die frühe Mahd ihren Bruten große Verluste zufügte. Für Brutlimikolen wäre es vorteilhaft, die Flächen innerhalb des geplanten NSG bis in die fortgeschrittene Brutzeit hinein (wieder) kurzrasig zu halten.

Summary:
The birds of the Miele lowlands in western Schleswig-Holstein
In 2000 a survey of all bird species in the entire Miele lowlands was carried out for the first time. The survey site covers an area 45 km2 composed of grassland, scattered arable land, plantations, reed beds, man-made ponds in grassland and in the plantations, areas with large expanses of water where peat was cut in the past and scattered sandy uplands with housing. Only parts of the three nature reserves, „Fieler Moor“, „Ehemaliger Fieler See“ and „Ehemaliger Fuhlensee“, were surveyed. Surveys were carried out on 74 days during the period 16. January - 23. December. 161391 individual birds of 141 species were recorded (only data for the most common visitors is presented here). 96 species are known to breed in the area or were at least recorded as holding territories. In 2000 Gadwall, Wigeon (possible), Hen Harrier (possible), Spotted Crake (possible), House Martin, Jackdaw, Wren, Mistle Thrush, Stonechat, Robin (possible), Blackcap, Chiffchaff, Spotted Flycatcher, Greenfinch, Goldfinch and Tree Sparrow were recorded breeding for the first time. Ruff also possibly nest in the area. 20 breeding species, which were recorded as breeding birds or territory holders during previous surveys, were not found to breed in the area in 2002. The surveys focused upon breeding waders. A maximum of 51 Oystercatcher territories, 406 Lapwing territories, 78 Black-tailed Godwit territories, 15 Common Snipe territories and 19 Redshank territories were recorded. 83-89 % of all wader territories were situated in the southern half of the study area, most of them outside the borders of the planned nature reserve Miele Lowlands which will include the three above mentioned nature reserves (where agricultural use of grassland is already extensive in nature). Early, repeated mowing of grassland outside the planned nature reserve (starting already on the 14. May) has led, especially with the Lapwing and the Black-tailed Godwit and to a lesser extent with the Oystercatcher, to destruction of clutches. Grassland preferred as feeding sites for Gulls and Waders, Fieldfare and Starlings is more common in the Miele Lowlands than in the low intensity farmed areas that lie 10 km to the north in the Lundener Lowlands. A natural succession of the vegetation is allowed in large areas of the present nature reserves. The management regulations intended for agricultural use of grassland in the planned nature reserve will lead to long grass the whole year round, which will be avoided by most breeding waders. They settle in areas outside the planned nature reserve where early mowing leads to high losses. It would be advantageous to maintain a short turf within the planned nature reserve during and up to the end of the breeding season in order to provide suitable breeding areas for waders.

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Hein, K. & S. Martens (2002): Biometrie, Färbung und Wanderungen von in Schleswig-Holstein und Hamburg gefangenen Sturmmöwen (Larus canus canus und L. c. heinei = L. c. major). Corax 19: 49-65.

Zwischen 1978/79 und 2001 wurden im Winter in Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 6.144, zur Brutzeit an Kolonien in Schleswig-Holstein seit 1984 1.564 Sturmmöwen gefangen und beringt. Mit Hilfe des Kopf-Schnabel-Maßes KS, das bei Winterfänglingen im Mittel nur ca. 1 bis 1,5 mm größer als bei den hiesigen Brutvögeln ist, können unabhängig von Alter und Fangperiode Weibchen zu KS < 88,5 und Männchen zu KS > 91,0 mm bestimmt werden. Bei einer sehr homogenen Verteilung liefert das Flügellängen-Maß FL für hiesige adulte Weibchen < 357 und für Männchen > 364 mm als Bestimmungswert. Im Sommer kann durch die gleichzeitige Verwendung beider Parameter die Geschlechtszugehörigkeit von ca. 97 % der Vögel sicher bestimmt werden. Bei Sturmmöwen bis mindestens zur ersten Vollmauser können zur besseren Einordnung in eine Subspezies bei FL 7 mm addiert werden. Die Schnabelhöhe SH bewegt sich im Sommer zwischen 8,5 und 12,5, im Winter zwischen 9,5 und 13,0 mm. Zwar ist sie mit KS stark korreliert, aber wegen prinzipiell geringerer Meßgenauigkeit zur Geschlechts- und Unterartbestimmung kaum geeignet. Abgesehen von diesen Einschränkungen sollten ganzjährig für L. canus ab dem zweiten Lebensjahr für Männchen SH > 11,0 , für Weibchen < 10,0 mm verwandt werden. Die Körpermassen sind geschlechtsspezifisch determiniert und betragen an den Brutkolonien, wobei sie zur Ankunftszeit stärker streuen, zwischen 320 und 475 g. Im Winter, wenn beide Subspezies erfaßt werden, ist die Streubreite R größer und beträgt dann 295 bis 540 g. Vögel der nur bei FL hinreichend größeren Subspezies L. c. heinei lassen sich folgendermaßen bestimmen: Weibchen mit KS <= 88,5 und FL >= 366 mm; (maximal bei uns 389 mm); Männchen mit KS >= 91,5 und FL >= 390 mm; (maximal bei uns 408 mm). Mit geringerer mathematischer Sicherheit als die anderen Werte liefert unserer Material als Minimum in der Streubreite R bei den Männchen von L. c. heinei 363 mm, den gleichen Wert, der exakt auch für L. c. canus aus dem Winter gilt. Für Sturmmöwen im 2. Winterkleid ist der vorherrschende Farbtyp von Beinen und Schnabel Blau bis Blau-Grau. Er kommt auch in geringerem Anteil bei adulten Weibchen L. c. heinei vor (Abb. 1); zur Brutzeit tragen Adulte beiderlei Geschlechts in Schleswig-Holstein den Typ Gelb bis Gelb-Grau. Die Brutvögel der Kolonie Graswarder/Heiligenhafen mausern nach unterschiedlichem Beginn im Mai/Juni die Handschwingen Nr. 1 bis 5 in etwa gleichen Zeitabständen bis zur Monatsmitte Juli. Ein- und Zweijährige mausern ca. 4 bzw. 2 Wochen früher. Das Überwinterungsgebiet der einheimischen adulten Sturmmöwen liegt vor allem im Ärmelkanalbereich in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden mit maximal 950 km Entfernung. Eigene Wiederfunde bzw. Fänglinge fremder Stationen vom Winter, die wir auf Grund der Meßwerte L. c. canus zuordnen, stammen aus Dänemark, Polen, Schweden, Finnland, dem Baltikum sowie vereinzelt aus Norwegen. Für L. c. heinei kommen aus unserem Fundmaterial z.Z. nur Brutareale westlich des Urals am Weißen Meer in Frage. Seit etwa 1990 ist eine deutliche Zunahme des Anteils dieser Subspezies im Überwinterungsbestand in Schleswig-Holstein zu verzeichnen; Gründe hierfür sind derzeit noch unklar.

Summary:
Biometry, colouring and movements of Common Gulls (Larus canus canus and L. c. heinei = L. c. major) captured and ringed in Schleswig-Holstein and Hamburg

A total of 6,144 Common Gulls were caught and ringed in winter in Schleswig-Holstein and Hamburg in the period 1978/79 and 2001 and a further 1,564 were caught and ringed at breeding colonies from 1984 onwards. Head and bill length of birds caught in winter is only 1 to 1.5 mm longer than breeding Common Gulls. The head and bill length can be used to sex the birds, regardless of age and catching date (females < 88.5; males > 91.0 mm). Wing length shows a very homogenous distribution and can be used for sexing local birds (wing length adult females < 357; adult males > 364 mm). In the summer about 97 % of the birds can be sexed using the parameters wing length and head and bill length. 7 mm can be added to the wing length of Common Gulls at least up to their first complete moult in order to assign them to a given subspecies. Bill height is between 8.5 and 12.5 mm in summer and between 9.5 and 13 mm in winter. Bill height is strongly correlated to head and bill length, however, because it can not be measured so accurately it is not really suited for sexing and subspecies identification. Nevertheless, during the whole year for second year and older L. canus, bill height for males is > 11.0, for females < 10.0 mm. The body weight is sex-specific and ranges between 320 and 475g at the breeding colonies. On arrival at the beginning of the breeding season weight is more variable. In the winter, when both subspecies are present, the variation is larger and weight ranges between 295 and 540 g. Birds of the subspecies L. c. heinei can be sexed as follows; females: head and bill <= 88,5 and wing >= 366 mm; (at the most 389 mm in Schleswig-Holstein); males: head and bill >= 91,5 and wing >= 390 mm; (at the most 408 mm in Schleswig-Holstein). With less mathematical certainty than by the other values our material delivers 363 mm as the minimum value in the range R for males of the subspecies L. c. heinei, exactly the same value as measured for L. c. canus in winter. The predominate colour of legs and bill of Common Gulls in 2nd winter plumage is blue to blue-grey. A small proportion of adult female L. c. heinei also have this colouring (Fig. 1). During the breeding season both sexes have yellow to yellow-grey legs and bills. The breeding birds of the Graswarder/Heiligenhafen colony moult their 1st to 5th primaries from May/June through to the middle of July. One and two year olds moult 4 and 2 weeks earlier respectively. The wintering area of Common Gulls breeding in Schleswig-Holstein and Hamburg lies in the Channel area of Great Britain, France, Belgium and the Netherlands, at a maximum distance of 950 km from the breeding site. Recoveries of ringed birds that were, according to their body measurements, assigned to the subspecies L. c. canus were either recovered in Denmark, Poland, Sweden, Finland, the Baltic and occasionally Norway or had been ringed there and recovered in Schleswig-Holstein and Hamburg. The breeding areas of L. c. heinei can, according to our recoveries, only lie west of the Ural Mountains at the White Sea. An increase in the proportion of this subspecies in the Schleswig-Holstein wintering population has occurred since about 1990. The reasons for this change are not clear.

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Klose, O. (2002): Die Entwicklung der Wasservogelbestände einer überstauten Grünlandniederung am Beispiel des Klenzauer Sees im östlichen Schleswig-Holstein. Corax 19: 27-38.

Durch die Wiedervernässung einer ca. 9 ha großen Grünlandniederung bei Eutin entstand 1995 ein eutrophes Flachgewässer, der Klenzauer See. In den folgenden sechs Jahren wurden die Brut- und Rastvögel regelmäßig erfasst. Bereits in der ersten Brutsaison nach Überstauung der Fläche siedelten sich 6 Wasservogelarten mit insgesamt 26 Paaren an. Im Zuge der weiteren Entwicklung des Gewässers stieg deren Brutbestand innerhalb von fünf Jahren auf 13 Arten mit insgesamt 56 Brutpaaren an, um im sechsten Jahr wieder leicht abzusinken. Die Entwicklung der Brutvogelbestände wird interpretiert. Besonders positiv ist das stetige Brut(zeit)vorkommen der Knäkente (Anas querquedula) zu werten. Wie auch von anderen neu entstandenen Gewässern bekannt, stieg der Rothalstaucherbestand (Podiceps grisegena) in den ersten drei Jahren seit der Wiederherstellung sprunghaft auf 12 Paare an, sank dann kontinuierlich auf 3 Paare im sechsten Jahr wieder ab. Zu den 53 bisher im Gebiet festgestellten Rastvogelarten zählen u.a. Löffel- (Anas clypeata; max. 70 Ex.) und Schnatterente (Anas strepera; max. 180 Ex.) Gänse- (Mergus merganser; max. 198 Ex.) und Zwergsäger (Mergus albellus; max. 87 Ex.) und die Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger; max. 176 Ex.). Der Klenzauer See hat sich in kurzer Zeit zu einem Brut- und Rastgewässer regionaler Bedeutung entwickelt.

Summary:
The development of the breeding bird population of lake Klenzau, Schleswig-Holstein

In 1995 lake Klenzau was created by re-flooding a lowland area of 9 ha. In 1996 26 pairs of 6 species were recorded breeding in the area. The population increased to 56 pairs of 13 species in the fifth year and decreased to 48 pairs of 11 species in the sixth year after restoration. During the first three years the population of Red- necked Grebe increased quickly to 12 pairs and decreased again to 3 pairs in the sixth year. This could be an indication of a reduction in prey abundance. The numbers of roosting birds recorded in the area are presented in Table 4. Especially the breeding population of Garganey and large numbers of roosting Goosander, Smew, Gadwall and Black Tern indicate the high ecological importance of the lake.

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Looft, V. & J. Kaiser (2003): Der Mäusebussard (Buteo buteo) - ein Nutznießer der EU-Ackerflächen-Stilllegung? Corax 19: 203-215.

In einer Langzeituntersuchung von 31 Jahren (1970/71 bis 2001/02) wurden in der Sorgeniederung, im mittleren Westen Schleswig-Holsteins, die Bestände des Mäusebussards im Winterhalbjahr erfaßt (Abb. 1). Für die erheblichen, jahrweisen Schwankungen der Bestände zwischen etwa 20 und 400 Exemplaren im 33 km2 großen Untersuchungsgebiet werden in erster Linie die Populationsschwankungen der Feldmäuse (Microtus arvalis) verantwortlich sein.
Der enorme Bestandsanstieg der Bussarde in den Wintern ab 1989 zeigte eine auffallende Parallelentwicklung zur Flächenstilllegung in Schleswig-Holstein, die von der Europäischen Gemeinschaft initiiert worden ist. So konnten die Mäusebussard-Brutpaare auf den Ackerstandorten zunehmen, was besonders auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Feldmäuse und damit auf eine Erhöhung ihrer Bestände zurückgefürt wird. Zudem wurden die Lebensgrundlagen der Feldmäuse auch in der Grünlandniederung an der Sorge, dem Untersuchungsgebiet, verbessert. Zum einen vergrößerte sich hier durch Ankauf seitens der Stiftung "Naturschutz Schleswig-Holstein" die - extensiv oder gar nicht bewirtschaftete - Naturschutzfläche (auf ca. 1.300 ha in Abb. 2), zum anderen kam es zu einer Verbesserung der Entwässerungssysteme, die eine "Wiesenvogellandschaft" in ein "Feldmausgrünland" wandelte.
Zusammenfassend wird angenommen, dass alle drei Umweltparameter in Kombination und in unterschiedlicher Stärke auf die Entwicklung der Mäusebussard-Winterbestände in der Sorgeniederung Einfluß genommen haben.
Die Herkunft der Mäusebussarde im Untersuchungsgebiet wird diskutiert. Beringungsergebnisse und die ermittelten Brutpaar- und Jungenzahlen aus der näheren Umgebung lassen vermuten, dass überwiegend heimische Bussarde den Winterbestand ausmachen, die von der Landschaftsgestaltung in unserem Land beeinflußt werden. Skandinavische Bussarde scheinen nur einen kleinen Anteil an unserem Winterbestand zu stellen. Dabei weisen die Ergebnisse der Beobachtungsstation Hellebæk/Nordseeland/DK, deren Mäusebussarde auf ihrem Zugweg nach Südwesten eher unser Untersuchungsgebiet erreichen könnten, stärkere Parallelen zu den Herbst- und Winterbeständen in der Sorgeniederung auf als die von Falsterbo/Südschweden.

Summary:
Does the Common Buzzard (Buteo buteo) profit from the EU set-aside scheme?
A long term study (31 years) was carried out in the Sorgeniederung - an area of permanent-grassland located in the lowlands of the river Sorge in the the mid-west of Schleswig-Holstein, Germany - to record the population development of the common buzzard during the winter months (Fig. 1). Fluctuations in the population of the common vole (Microtus arvalis) are likely to have a major influence on the huge annual fluctuations in the buzzard population (counts vary between 20 and 400) in the 33 km2 study area. The considerable growth of the Buzzard population since 1989 runs, to a large extent, parallel to the increase in the extent of EU-agricultural set-aside areas in arable regions of Schleswig-Holstein. The set-aside areas provide good habitat for common voles and have led to an increase in the vole population. This has led to an increase in the number of breeding pairs of the common buzzard in arable areas. In addition, the living conditions for common voles were positively affected by two factors in grassland areas. The "Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein" (Foundation for Nature Conservation in Schleswig-Holstein) acquired 1000 hectares of grassland in the Sorgeniederung, which accounts for 11 percent of the total grassland area. This area is currently (2001) used under low-intensity farming schemes or is not used at all for farming. The improvement of grassland drainage systems transformed the former "meadow birds" habitats into "common vole" habitats. The combination of these three factors together may have contributed to the positive development recorded for the common buzzard population in the study site. The origin of the buzzards occurring in the study area was examined. The results of bird ringing studies and the results of counts of buzzard breeding pairs and their offspring from adjacent areas support the assumption that buzzards from Schleswig-Holstein account for the majority of the birds counted in the study area during the winter months. Buzzards from Scandinavia only seem to account for a small part of the winter population. Results from the bird observatory Hellebäk in Denmark, indicate that buzzards migrating from Scandinavia in south-westerly direction are more likely to head for the Sorgeniederung rather than those coming from the south of Sweden (bird observatory at Falsterbo).

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Looft, V. & P. Wolf (2003): Verteilung von Rabenkrähen- (Corvus corone corone) und Elsternbruten (Pica pica) auf einem Stadt-Land-Gradienten zwischen dem Stadtzentrum Kiels und Bothkamp/Kirchbarkau. Corax 19: 195-202.

Auf einem Transekt vom Stadtzentrum Kiels bis in die südlich anschließende Agrarlandschaft wurden 1999 101 Rabenkrähen- und 38 Elsternbruten ermittelt. Im Untersuchungsgebiet von 46 km2 dominierten die Krähen in allen Teilbereichen mit Ausnahme der Einfamilienhausgebiete, in denen sie gar nicht nisteten. In Dörfern erreicht die Elster eine ähnliche Siedlungsdichte wie die Rabenkrähe. Die unterschiedliche Besiedlung der Fläche durch Krähen und Elstern wird zum einen auf interspezifische Konkurrenz, zum anderen auf nahrungsökologische Gründe zurückgeführt. Mit abnehmender Verfolgung durch den Menschen und nachlassender Scheu vor ihm konnten nahrungsergiebige Gebiete im Stadt- und Dorfbereich neu erschlossen werden.

Summary:
Distribution of Carrion Crow (Corvus corone corone) and Magpie nests (Pica pica) along an urban-rural transect between the town centre of Kiel and the village Bothkamp/Kirchbarkau
In 1999 Carrion Crow and Magpie nests were surveyed along a transect between the town centre of Kiel and the rural landscape to the south of the town.
101 Carrion Crow and 38 Magpie nests were recorded. The Carrion Crow did not nest in residential areas. It dominated, however, in all other parts of the 46 km2 study area. In the villages both species bred in similar densities.
The variation in the breeding densities of the two species between the different regions is thought to be due to inter-specific competition and differences in feeding ecology. The reduction in human persecution and the resulting diminished shyness allows the species to colonise food rich territories in town and village areas.

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Neumann, H. (2003): Wasservogelbrutbestände des verlandenden Schulensees im Zeitraum 1968 bis 2001. Corax 19: 185-194.

Auf der Grundlage der Arbeit von Berndt (1988, 1993), der Auswertung bisher nicht veröffentlichter Brutberichte (DBV Kiel 1987, 1988; NABU Kiel 1989-1991, 1993) sowie einer Bestandsaufnahme aller Wasservögel und ausgewählter Brutvögel der Verlandungszonen im Jahr 2001 wird die Entwicklung der Brutvogelbestände des verlandenden, polytrophen und heute noch etwa 13 ha großen Schulensees bei Kiel im Zeitraum 1968 bis 2001 dargestellt. Mit der Ausnahme von Haubentaucher (Podiceps cristatus), Graugans (Anser anser), Kanadagans (Branta canadensis) und Höckerschwan (Cygnus olor) haben die Bestände der restlichen neun nachgewiesenen Wasservogelarten im Zeitraum 1968-1985 stark abgenommen (Tab. 1). Rothalstaucher (Podiceps grisegena), Löffelente (Anas clypeata) und Knäkente (Anas querquedula) sind verschwunden. Nach der Ausweisung des Sees als Naturschutzgebiet im Jahr 1986 haben die Brutbestände der Schnatterente (Anas strepera) und des Haubentauchers leicht zugenommen, die Schellente (Bucephala clangula) hat sich neu angesiedelt. Die Brutpaarzahlen der übrigen Arten sind nicht weiter gesunken. Trotz dieser Entwicklungen beträgt die Gesamtanzahl an Brutpaaren (Bp) der im Jahr 2001 nachgewiesenen zehn Arten nur noch rund 33 % (= 43 Bp) des Wertes der 1960er/1970er Jahre (maximal 129 Bp) (Tab. 1). Die Bestandsentwicklung der Brutvögel der Verlandungszonen ist nur für ausgewählte Arten vollständig dokumentiert (Tab. 2). Während die Große Rohrdommel (Botaurus stellaris) und die Rohrweihe (Circus aeruginosus) noch unverändert mit einem Brutpaar am Schulensee vorkommen, hat der Bestand der Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) trotz intensiver Schutzbemühungen (jährliches Ausbringen von Nistflößen) im Zuge des Rückzuges der Art aus dem Osten Schleswig-Holsteins im betrachteten Zeitraum von 8-15 (1968-1973) auf 1-4 (1991-2001) Brutpaare abgenommen (Tab. 3). Als Ursachen für den Rückgang der Wasservögel kommen die Freizeitnutzung der Wasserflächen, die Verbauung der Uferzonen sowie insbesondere die starke Nährstoffbelastung und dadurch beschleunigte Verlandung des Sees in Frage. Angesichts dieser überwiegend irreversiblen Störungen ist eine Wiederherstellung der historischen Brutvogelgemeinschaften des Schulensees auch bei umfassenden weiteren Schutzmaßnahmen nicht zu erwarten.

Summary:
Breeding waterfowl at the Schulensee lake in the period 1968-2001
The development of breeding birds at the Schulensee lake (13 ha in 2001) near Kiel in the period 1968-2001 is described. The description is based on studies by Berndt (1988, 1993), the analysis of previously unpublished breeding-reports (DBV Kiel 1987, 1988; NABU Kiel 1989-1991, 1993) and a survey of all water birds and selected shore-breeding species in 2001. With the exception of Great Crested Grebe (Podiceps cristatus), Greylag Goose (Anser anser), Canada Goose (Branta canadensis) and Mute Swan (Cygnus olor) the population of the remaining nine waterfowl species decreased substantially in the period 1968-1985 (Table 1). Red-necked Grebe (Podiceps grisegena), Northern Shoveler (Anas clypeata) and Garganey (Anas querquedula) have disappeared. After the lake was declared a nature reserve in 1986, the number of breeding pairs of Gadwall (Anas strepera) and Great Crested Grebe slightly increased, and the Common Goldeneye (Bucephala clangula) was recorded breeding for the first time. The number of breeding pairs of the other species did not decrease any further. Despite of this development the total number of breeding pairs (BP) of the ten species in 2001 is only 33 % (= 43 BP) of the value in the 1960s/1970s (maximum 129 BP) (Table 1). The development of shore-breeding birds is only well documented for selected species (Table 2). While one pair each of Eurasian Bittern (Botaurus stellaris) and Marsh Harrier (Circus aeruginosus) still occur at lake Schulensee, the number of breeding pairs of Black Tern (Chlidonias niger) has decreased from between 8-15 (1968-1973) to between 1-4 (1991-2001) (Table 3). Possible causes for the decrease of waterfowl are the conversion of natural shores into building sites, the use of the water surfaces for leisure activities and in particular the strong eutrophication of the lake, which caused an increase in aggradation. In view of this mainly irreversible damage a restoration of the historical breeding population of the Schulensee lake is not to be expected.

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Peters, J., O. Klose, R. Schmidt, N. Hempel & R. Bornmann (2002): Bestandsentwicklung des Rotmilans (Milvus milvus) in Schleswig-Holstein von 1975 bis 2000. Corax 19: 39-48.

Rotmilane leben in Schleswig-Holstein am Rande ihres europäischen Verbreitungsgebietes. Ihr relativ kleiner Bestand betrug 1975 vermutlich bis zu 120 Paare, gegen Ende der 1970er Jahre wahrscheinlich sogar mehr als 130 Paare. Die Population zeigte regional eine deutliche Dynamik. So gab es seit den 1970er Jahren Ausbreitungstendenzen nach Westen, Nordwesten und Norden. Dies führte zur Besiedlung weiter Geestbereiche und trug wesentlich zum Aufbau der kleinen dänischen Population bei. Der Höhepunkt dieser Expansion wurde Anfang der 1990er Jahre erreicht, verbunden mit einem Rückgang zumindest in Teilen des Östlichen Hügellandes. Inzwischen sind die nördlichen Bereiche stark ausgedünnt und der Bestand konzentriert sich großenteils wieder auf die ursprünglichen Kernbereiche im Östlichen Hügelland. Der Landesbestand des Jahres 2000 betrug ca. 100 Paare. Die Ursachen für den Bestandsrückgang der vergangenen 25 Jahre lassen sich nicht definitiv durch einzelne Faktoren erklären. Es ist vielmehr von einem komplexen Wirkungsgefüge auszugehen, in welchem dem Strukturwandel der Landwirtschaft vermutlich die größte Bedeutung zukommt.

Summary:
Development of the Red Kite (Milvus milvus) population in Schleswig-Holstein in the period 1975-2000


Schleswig-Holstein is situated on the north-west border of the European breeding range of the Red Kite. In 1975, the small breeding population probably numbered up to 120 pairs. In the late 1970's it probably numbered more than 130 pairs. Regional fluctuations in the population are obvious. Beginning in the 1970's the Red Kite tended to extend its breeding range in Schleswig-Holstein to western, north-western and northern regions, colonising extensive areas of the central parts (Geest) and even leading to a considerable increase in the small population in Southern Jutland. This expansion had reached its peak in the early 1990's. At the same time numbers in the eastern hilly parts (Östliches Hügelland) more or less stagnated at a low level. At present very few pairs still survive in the northern parts of Schleswig-Holstein and the population is again concentrated in its traditional strongholds in the east and southeast. A total of 100 pairs bred in Schleswig-Holstein in 2000. The decrease in the population may be attributed mainly to structural changes in agricultural land use.

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Stemmler, K. (2003): Gesangsdialekte der Goldammer (Emberiza citrinella) in Angeln (Schleswig-Holstein). Corax 19: 121-138.

Es wurden während der Untersuchung im Sommer 1997 in Angeln zwei Dialektgebiete festgestellt. Im Nordwesten liegt ein BC-Areal, welches über die Flensburger Förde hinweg als ein geschlossenes Gebiet mit dem jütländischen BC-Dialektgebiet zu betrachten ist. Das übrige Angeln ist ein XsBC-Dialektgebiet mit einem 10 %-Anteil an Fremddialektsängern. Im Osten dieses Gebiets liegt eine Mischzone, in der sich der Anteil an BC- und Mischsängern auffallend erhöht. Der Grenzbereich zwischen dem BC-Dialektgebiet im Nordwesten und dem XsBC-Dialektgebiet im übrigen Angeln liegt etwa auf einer Linie Langballigau-Frörup. In das BC-Gebiet ragt eine "XsBC-Zunge" bis an den südlichen Stadtrand von Flensburg. Aufgrund der zu geringen Datenmenge in diesem Bereich muss vorerst offen bleiben, ob es sich dabei um Fremddialektsänger innerhalb des BC-Gebietes handelt oder ob hier tatsächlich eine Ausbuchtung des XsBC-Gebietes vorliegt. Ebenso muss die genaue Lage des Grenzbereichs zwischen den beiden Dialektgebieten als vorläufig betrachtet werden. Östlich der großen Breite überspringt das XsBC-Dialektgebiet die Schlei. Seine Grenze zum XsB-Gebiet konnte nicht lokalisiert werden.
XsB-Sänger im Untersuchungsgebiet werden angenommen, konnten aber nicht sicher nachgewiesen werden.
Südlich der Schlei beginnt zwischen dem Gebiet um Busdorf/Haithabu und der großen Breite das XlB-Dialektgebiet. In diesem Bereich stellt die Schlei, abgesehen von einem Mischsänger, die Dialektgrenze dar.
Im Rahmen dieser Arbeit wird keine Dialektverschiebung angenommen. XsBC wird als eigener Dialekt bewertet.
Hansens (1985) Methode der Dialektabgrenzung anhand der Lückenlänge zwischen A- und B-Element wird grundsätzlich bestätigt. Es wird jedoch ein Überschneidungsbereich zwischen BC- und XsBC-Dialekt um die 0,07 Sekunden-Grenze herum angenommen.

Summary:
Dialects in the song of the Yellowhammer (Emberiza citrinella) in Angeln, Schleswig-Holstein
Two areas with differing dialects could be distinguished in Angeln during the study in the summer of 1997. A BC-dialect area lies to the northwest, which crosses the Flensburg fjord and should be considered to be part of the BC-dialect area of Jutland. The rest of Angeln is an XsBC-dialect area with 10 % of the singing birds with foreign dialects. A mixed zone lies in the east of this area in which the proportion of BC and mixed singing birds increases.
The border between the BC-dialect area in the northwest and the XsBC-dialect area in the rest of Angeln lies approximately on a line between Langballigau and Frörup.
Within the BC-dialect area a narrow XsBC-dialect area extends to the southern edge of the town of Flensburg.
Due to the paucity of data available from this area, it is not yet possible to say whether this narrow strip is made up of birds with foreign dialects within the BC-area or if it is a real extension of the XsBC-area.
The exact location of the border area between the two dialect areas is only provisional. The XsBC-area crosses the Schlei east of the "Große Breite". Its border to the XsB-area could not be located. XsB-dialects, although expected in the study area, could not be detected with certainty. The XlB-dialect area begins south of the Schlei between the region of Busdorf/Haithabu and the Große Breite. In this area the Schlei is, with the exception of a mixed singing bird on the other side, the dialect border.
In this study a shift in dialects is not adopted. XsBC is considered to be a dialect. Hansens (1985) method of discriminating between dialects according to the length of the pause between A- and B-elements is confirmed. However, an overlap between BC- and XsBC-dialects in the region of 0.07 seconds is adopted.

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Struwe-Juhl, B. (2003): Bestand und Verbreitung ausgewählter Brutvogelarten im Projektgebiet Schaalsee-Landschaft. Corax 19: 153-184.

Im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes wurden 1995 im Projektgebiet Schaalsee-Landschaft auf 32.100 ha die Bestände ausgewählter Brutvogelarten kartiert. Dabei wurden 137 Brutvogelarten nachgewiesen, davon allein 25 Arten der Roten Liste Deutschlands. Im bundesdeutschen Vergleich haben die Brutbestände im Projektgebiet für mindestens neun ausgewählte Vogelarten nationale Bedeutung (Haubentaucher 535 P, Kormoran 863 P, Rohrdommel 16 Rufer, Gänsesäger 6-10 P, Seeadler 4 P, Kranich 56-60 P, Waldwasserläufer 16-20 P, Schlagschwirl 40-50 P und Drosselrohrsänger 45-55 P). Hinzu kommen nennenswerte Bestände von Kolbenente (4-6 P), Rohrweihe (30-35 P), Eisvogel (23-30 P), Sperbergrasmücke (57-70 P) und Zwergschnäpper (18-22 P). Eine wichtige Zielstellung des geplanten Brutvogelmonitorings sollten zukünftig Untersuchungen zu den Auswirkungen der begonnenen Naturschutzmaßnahmen auf den Brutbestand der besonders zu schützenden Vogelarten sein.

Summary:
Numbers and occurrence of selected breeding bird species in the Schaalsee area
Within the scope of the management and development plan for the Schaalsee area selected breeding birds were mapped in 1995 on 32.100 ha. In total, 137 breeding bird species were recorded, including 25 species of the German Red Data Book. The populations of at least nine breeding bird species are of national importance (Great Crested Grebe 535 P, Cormorant 863 P, Bittern 16 booming males, Goosander 6-10 P, White-tailed Eagle 4 P, Crane 56-60 P, Green Sandpiper 16-20 P, River Warbler 40-50 P and Great Reed Warbler 45-55 P). High breeding numbers of Red-crested Pochard (4-6 P), Marsh Harrier (30-35 P), Kingfisher (23-30 P), Barred Warbler (57-70 P) and Red-breasted Flycatcher (18-22 P) are noteworthy. In future planning the monitoring of breeding birds should be focused on the effects of conservation measures on protected species.

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Bentzien, D. (2003): Die Brutvögel des Dorfes Maasholm/SL - Maximalbestände der Jahre 1971-1988 und 1999-2002 im Vergleich. Corax 19: 216-220

Summary:
The breeding birds of the village of Maasholm (Schleswig-Holstein, Germany) - a comparison of maximum populations in the periods 1971-1988 and 1999-2002
In the years 1971 to 1988 the breeding populations of the House Martin (Delichon urbica) were recorded in the village of Maasholm on the mouth of the Schlei in Schleswig-Holstein. The small size of the village (250 houses) enabled complete coverage and the assessment of the numbers of territorial pairs of the other bird species breeding in the village. A comparison of the breeding numbers recorded in the period 1971 to 1988 with records from 1999-2002 revealed - in some cases substantial - population increases for 14 from 41 species recorded breeding in the village, although the breeding habitat has remained almost unaltered since 1988. The species spectrum has also changed. Seven species no longer breed in the village whereas ten new species have colonised the village.

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Konter, A. (2002): Das zwiespältige Verhältnis zwischen Rothalstaucher (Podiceps grisegena) und Haubentaucher (Podiceps cristatus) einerseits, und Blässralle (Fulica atra) andererseits. Corax 19: 108-113.

Summary:
Relationships between breeding Red-necked Grebes (Podiceps grisegena), Great Crested Grebes (Podiceps cristatus) and Coots (Fulica atra)
Great Crested (Podiceps cristatus) and Red-necked Grebes (Podiceps grisegena) often breed in close association with Coots (Fulica atra). The shortest distances measured between nests of Coots and Red-necked Grebes are 0.5 - 1 meter and between Coots and Great Crested Grebes 2 meters. Regionally, up to 80 % of Red-necked Grebes breed in the direct neighbourhood of nests occupied by Coots. Observations at Struckteich, Zarpen/OD, and Remerschen, Luxembourg, show inter-specific competition for nesting platforms between Coots and grebes. Although the fact that grebes breed later in the season may be explained by delayed growth of emerging plants, there seems to be evidence that grebes associate with Coots for better protection from predators, especially birds of prey. In the neighbourhood of their nest, Coots threaten and even attack predators. By doing so, they provide protection to grebes breeding in the vicinity and they even attract the attention of birds of prey to themselves. Many species of grebes breed in colonies of Black-headed Gulls (Larus ridibundus) where they also find better protection. At least regionally, Great Crested Grebe nests in Black-headed Gull colonies and close to Coot nests have better hatching results than those in mono-specific grebe colonies. For the grebes, the advantage of the protection received apparently outweighs the risk of predation on eggs and pulli by the Coots. Despite examples of Coots destroying clutches of grebes, the latter are able to defend themselves against their neighbours as the above observations prove. However, possibly the grebes need at least some experience to effectively deal with the danger. In this respect, age-data of those grebes which nests were destroyed by Coots would be most welcome.

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Koop, B. (2003): Zug der Elster (Pica pica) in Schleswig-Holstein. Corax 19: 221-224

Summary:
Migration of Magpies (Pica pica) in Schleswig-Holstein
The migratory behaviour of the Magpie is described. Migration of Magpies originating perhaps from (southern) Scandinavia regularly occurs in the eastern parts of Schleswig-Holstein, especially on the island of Fehmarn and the Baltic coast, with peaks in April and at the beginning of October. Nearly all birds are young birds in their first winter. The number of migrating Magpies may reach 200-300 birds annually on the island of Fehmarn, eastern Schleswig-Holstein.

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Looft, V. (2002): Die Entwicklung der Winterbestände von Raben- und Nebelkrähen (Corvus corone corone, Corvus corone cornix) in der Sorgeniederung, Schleswig-Holstein, von 1970/71 bis 1999/2000. Corax 19: 105-108.

Summary:
Changes in the winter population of Carrion- and Hooded Crows (Corvus corone corone, Corvus corone cornix) in the Sorge lowlands, Schleswig-Holstein, in the period 1970/71 to 1999/2000


In the period 1970-2000 the winter population of Carrion and Hooded Crows within a 33 km2 survey area situated in the Sorge lowlands was surveyed. The Hooded Crow has not been registered in the Sorge lowlands since 1996/97 although an average of 140 individuals occurred there at the beginning of the survey period. The Carrion Crow on the other hand has increased in numbers continuously since 1990/91 with a maximum of 100 individuals recorded. The reasons for the changes are believed to be the mild climate in Scandinavia, where the birds originate, and the cessation of hunting in Schleswig-Holstein in 1986 (with positive effects on the Carrion Crow). Both subspecies display population fluctuations dependent on food availability, especially availability of the Common Vole, as is also registered for the Common Buzzard.

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Ludwichowski, I. & S. Bräger (2003):Der Brutbestand der Weißwangengans (Branta leucopsis) auf einer ostholsteinischen Möweninsel: Herkunft und Populationskontakte. Corax 19: 225-226

Summary:
Barnacle geese (Branta leucopsis) breeding in Germany: Origins and exchange with other breeding populations
Barnacle geese first bred in Germany in 1988 on the island "Ruhlebener Warder" situated in a freshwater lake in eastern Holstein (northern Germany). The origin of this population (20-25 breeding pairs in 1999) could have been either migrants from the Swedish-Estonian population in the Baltic Sea or from the Russian population in the Barents Sea or feral birds of unknown genetic composition. Our ringing results of 72 individuals marked on Ruhlebener Warder between 1993 and 2001 (Table 1) provide proof for natal and breeding site fidelity as well as emigration to the Siberian population. Furthermore, we collected information on two barnacle geese, one alive and one dead bird, ringed by private breeders proving that an influx of feral animals into the Ruhlebener Warder population has occurred. Therefore, we believe that all three potential donor populations (Baltic Sea, Barents Sea, and feral birds) are equally likely to have formed the basis for the newly established German breeding population, especially since roosting colour-ringed Baltic Sea and Barents Sea birds have been observed to mingle on migration.

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Risch, M., V. Looft & F. Ziesemer (2004): Alter und Reproduktion weiblicher Habichte (Accipiter gentilis) in Schleswig-Holstein – ist Seneszenz nachweisbar? Corax 19: 323-329.

In natürlichen Populationen vieler höher entwickelter Tierarten lässt sich eine Steigerung der Fortpflanzungsleistung (z.B. Anzahl und Qualität der Nachkommen) mit dem Alter feststellen. Das übliche Muster ist ein Anstieg während der ersten Fortpflanzungsereignisse, das von einer längeren Phase auf konstant hohem Niveau gefolgt wird. Obwohl man erwarten würde, dass danach in einer späten Lebensphase die Leistungsfähigkeit abnehmen sollte, wurde dies selten beobachtet und ist, auch aus methodischen Gründen, selten zu beobachten. In letzter Zeit hat es allerdings einige Studien zur Seneszenz von Vögeln gegeben, die auch den Habicht einschließen. Anhand eines großen Datensatzes zum Bruterfolg schleswig-holsteinischer Habichte (n = 919) haben wir die Beziehung zwischen Lebensalter erfolgreich brütender Weibchen, dem Datum des Brutbeginns und der Brutgröße untersucht. Darüber hinaus testeten wir die Hypothese, dass sich Seneszenzerscheinungen älterer Individuen in nachlassender Fortpflanzungsleistung ausdrücken könnten. Dies sollte dann in einer glockenförmigen Kurve des Reproduktionserfolges ablesbar sein. Der älteste Brutvogel erreichte ein Alter von mindestens 18 Jahren. Wir fanden einen Hinweis auf reduzierte Leistungsfähigkeit bei einjährigen Brutvögeln und Individuen, die ein Mindestalter von 10 oder mehr Jahren hatten. Diese Altergruppen hatten einen relativ späteren Brutbeginn und weniger Jungvögel im Nest. Der Brutbeginn (Legedatum) korrelierte mit der Brutgröße, und das Alter der Weibchen korrelierte mit dem Brutbeginn, aber das Alter korrelierte nicht mehr mit der Brutgröße, wenn das Datum des Brutbeginns in die Analyse einbezogen wurde. Daraus schließen wir, dass das Legedatum der behauptsächlich bestimmende Faktor für die Brutgröße ist. Dies unterstützt Befunde, nach denen Vögel in der Lage sind, das Datum des Brutbeginns aktiv und mit hoher Präzision zu beeinflussen und damit die Brutgröße entsprechend ihrer individuellen Leistungsfähigkeit einzustellen, um ein optimales Verhältnis zwischen Investition und Ertrag der Reproduktion zu erzielen und damit evolutionäre Fitness zu maximieren. Unsere Ergebnisse könnten damit im Einklang mit vorhandener Literatur zur Seneszenz des Habichts stehen. Es ist aber zweifelhaft, ob wir angesichts der Beschränktheit unserer feldbiologischen Methoden tatsächlich Seneszenz beim Habicht nachweisen können.


Summary:
Age and reproduction in female goshawks (Accipiter gentilis) breeding in Schleswig-Holstein – is there evidence for senescence?
In most populations of long-lived animals reproductive performance initially improves with age. The usual life-history pattern is a strong increase early in life followed by a leveled-out plateau of constant high performance. While detrimental effects of ageing could be expected in later life, those are rarely observed, and for reasons of methodology difficult to observe. However, some recent studies have dealt with the effects of senescence on birds, including the goshawk. Using a large dataset of goshawk broods (n = 919) from Schleswig-Holstein (northern Germany) obtained from 1969 to 1997, we analyzed the relationship between female age, the date of clutch initiation and brood size. We further tested the hypothesis that senescence of individual goshawks is expressed in reduced reproductive output leading to a bell-shaped curve of brood size in relation to female age. The eldest successfully breeding individual was at least 18 years old. We further found a slight indication of a reduction in reproductive capabilities in first-year breeders and individuals older than approx. 10 years. In those age groups clutch initiation (laying date) was delayed and brood size was reduced accordingly. Laying date correlated with brood size and female age correlated with laying date, but female age did not turn out to be statistically significant for brood size when laying date was included in the analysis. Thus we conclude that laying date is the central factor affecting brood size, not age. As previously shown in the kestrel (and other birds) individual birds may shift laying dates so that clutch and brood sizes are adjusted to match their rearing capabilities in order to achieve an optimal cost-benefit ratio in terms of fitness. We conclude that our data may be in line with previous studies on goshawk senescence, but due to constraints of the methods applied we could not determine whether or not the observed effects actually were a consequence of senescence.

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Rutz, C. (2004): Breeding season diet of Northern Goshawks Accipiter gentilis in the city of Hamburg, Germany. Corax 19: 311-322.

Each year from 1997-1999, diet composition of a different urban breeding pair of Northern Goshawks Accipiter gentilis was investigated in the city of Hamburg, Germany. Nest sites were adjacent to each other and located in a public park, on a hospital ground and on a cemetery, respectively. All three pairs successfully raised young in the year of data collection (3, 3 and 4 juvs., respectively). Goshawk diet was assessed by two methods: (i) radio-tagged males were monitored continuously (and as closely as possible) in an attempt to record all their kills; and (ii) nesting territories of the corresponding pairs were scanned for prey remains at the end of each tracking-session. In total, 324 prey items belonging to 25 vertebrate species were recorded. Prey consisted of birds (21 species; 91.7 % of all individuals) and mammals. Feral Pigeon Columba livia f. domestica, Magpie Pica pica and Blackbird Turdus merula had the largest contributions to total diet. Together, they accounted for 64.5 % of all recorded prey numerically and for 59.4 % in terms of biomass. Rabbits Oryctolagus cuniculus comprised 17.4 % of the total biomass recorded for the pair nesting on the hospital ground. Twenty-eight percent of all prey were juveniles (in birds: nestlings and fledglings). The grand mean prey weight was 247 g ± 198 (s.d.). The diets of the three urban Goshawk pairs investigated were characterised by: (i) the dominance of a few avian prey species; (ii) low species richness; (iii) low average prey weight; and (iv) a large proportion of juvenile prey. These observations are consistent with results from other urban study areas. Data are presented in form of the first complete prey list published for Goshawks breeding in a highly-urbanised environment.


Summary:
Brutzeitbeute urbaner Habichte Accipiter gentilis in Hamburg, Deutschland

Von 1997-1999 wurde die Brutzeitbeute von drei verschiedenen, im Stadtzentrum Hamburgs horstenden Habichtpaaren Accipiter gentilis untersucht. Die Brutplätze waren benachbart und befanden sich in einem öffentlichen Park, auf einem Krankenhausgelände und auf einem Friedhof. Alle Paare zogen im jeweiligen Untersuchungsjahr erfolgreich Jungvögel auf (3, 3 bzw. 4 juv.). Die Nahrungswahl der Habichte wurde mit zwei verschiedenen Methoden untersucht: (i) die besenderten Männchen wurden ganze und halbe Tage lang radiotelemetrisch auf ihren Jagdflügen durch den urbanen Habitat verfolgt, wobei ihre Beuteschläge möglichst lückenlos erfasst wurden; (ii) zusätzlich wurde am Ende jeder Telemetriesitzung das Horstfeld systematisch nach Rupfungsresten abgesucht. Insgesamt wurden 324 Beutetiere, zugehörig zu 25 verschiedenen Wirbeltierarten, identifiziert. Die Nahrung bestand aus Vögeln (21 Arten; 91,7 % aller Individuen) und Säugetieren. Haustaube Columba livia f. domestica, Elster Pica pica und Amsel Turdus merula machten zahlenmäßig 64,5 % der Gesamtbeute aus und hatten einen Beitrag von 59,4 % zur Gesamtbiomasse. Kaninchen Oryctolagus cuniculus waren eine wichtige Beute des Krankenhaus-Habichtpaares (17,4 % der Gesamtbiomasse). Knapp ein Drittel (28,1 %) aller Beutetiere waren Jungtiere (bei Vögeln: Nestlinge und Flügglinge). Das mittlere Beutegewicht betrug 247 g ± 198 (s.d.) für die vereinigten Datensätze. Die Beutezusammensetzung der drei untersuchten Habichtpaare war charakterisiert durch: (i) die Dominanz einiger weniger Beutetierarten; (ii) eine geringe Artenzahl; (iii) ein niedriges mittleres Beutegewicht; und (iv) einen hohen Anteil an jungen Beutetieren. Diese Ergebnisse stimmen mit den Resultaten anderer Studien an urbanen Habichten überein. Die kompletten Beutelisten für die drei untersuchten Paare werden in einem Appendix präsentiert; sie stellen die erste publizierte, vollständige Beschreibung der Nahrungszusammensetzung innerstädtischer Habichtbrutpaare dar.
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Kurze Mitteilungen

Bräger, S.: Beringungshinweise zur Ortstreue und Polygynie holsteinischer Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus). Corax 19: 331-334.

Summary:
Site fidelity and polygyny in the Great Reed Warbler (Acrocephalus arundinaceus) – indications from ringing in eastern Holstein
Recaptures of eight previously ringed Great Reed Warblers during a long-term ringing programme in eastern Holstein (northern Germany) indicated a high degree of breeding site fidelity and some natal site fidelity (Table 1). Intensive ringing in a small reedbed at the northeastern lakeshore of Lankersee during the years 2000 and 2002 provided strong indications for successful polygynous breeding (with two to four females) in both years (Table 2). These results agree with recent studies of the unusual reproductive biology of this species particularly in Poland, Japan, and Sweden where up to 95 % of all surviving adults returned to their breeding area (especially after successful breeding) and where up to 40 % of the territorial males were mated to two or three females.

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Dallmann, K. (2004): Eine Gebäudebrut des Gartenbaumläufers (Certhia brachydactyla) in Brunsbüttel. Corax 19: 424

Summary:
Short-toed Tree creeper (Certhia brachydactyla) nests in a brick building
The birds entered the nest cavity through a crevice between the brick wall and the roof of a large house at a height of 10.1 m (see photos). Whereas the majority of breeding sites in buildings described in the literature were in (partly) wooden houses, the house in this case did not even have any wooden cladding.

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Konter, A. (2004): Die Entdeckungszeremonie des Rothalstauchers (Podiceps grisegena). Corax 19: 425-429

Summary:
The discovery ceremony of the Red-necked Grebe (Podiceps grisegena)
Observations of the discovery ceremony performed by a population of Red-necked-Grebes (Podiceps grisegena) at Achterwehr (west of Kiel) were compared to the descriptions of the displays in the literature. Some differences were noted. Most ceremonies observed included three different kinds of re-appearing by the diving grebe: • mainly the head emerged above water level; this was only seen in ceremonies started with both partners far away from each other and it is suggested that this emerging only helped the orientation of the diver. • re-appearance in the Bouncy Posture; sometimes this happened twice in one ceremony, however, it was always performed close to the partner in Cat Display. • emerging in the Ghostly Penguin display; this always happened further away from the cat bird than the preceding appearance in the bouncy posture and this fact is not indicated in the literature. According to Wobus (1964), after the emerging of the ghost bird, the cat bird initiates the moving together. In no ceremony observed at Achterwehr, was this the case: the initiator was always the ghost diver. In Bauer & Glutz (1987) it is stated that only when the ghost bird starts to move into the direction of his partner, will the latter answer with the cat display. At Achterwehr, the partner adopted the cat display posture immediately after announcing and before any diving started, although at times, he could to some extent relax this posture.

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Neumann, H., S. Gruber & H. Reck: Erfolgreiche Stadtbrut des Kiebitzes (Vanellus vanellus) in Kiel. Corax 19: 335-338.

Summary:
Successful breeding of the Lapwing in the city centre of Kiel
In spring 2001 we found a Lapwing clutch with four eggs on a piece of waste land in the city of Kiel. The nesting site was 120 m x 90 m in area and sparsely vegetated. It was surrounded by buildings and trees which were permanently occupied by crows. There are very few published records of lapwings nesting in open spaces of this size. One chick fledged. It is not known whether the other chicks (at least three on 21st of May) were predated or died of poor food availability or other causes. At the age of 24 to 26 days the chick was caught, measured and weighed. A comparison with corresponding data recorded on more optimal breeding sites in Schleswig-Holstein in 2001 indicated no difference in body mass development.

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