Zusammenfassungen Corax - Band 18

Hötker, H., H. Köster & K.-M. Thomsen (2005): Wiesenvögel in Eiderstedt und in der Eider-Treene-Sorge-Niederung/Schleswig-Holstein im Jahre 2001. Corax 20: 1-17.

Durch eine im Jahr 2001 durchgeführte, nahezu flächendeckende Kartierung der Wiesen-Limikolen auf der Halbinsel Eiderstedt konnten auf einer Fläche von 31.576 ha folgende Bestände (Revierpaare) ermittelt werden: Austernfischer (Haematopus ostralegus) 1.058; Kiebitz (Vanellus vanellus) 1.998; Bekassine (Gallinago gallinago) 2; Uferschnepfe (Limosa limosa) 348; Rotschenkel (Tringa totanus) 258. In der Eider-Treene-Sorge-Niederung (ETS) wurden im selben Jahr auf einer Fläche von 18.535 ha (entspricht etwa 80 % der für Wiesenlimikolen geeigneten Flächen) Kartierungen mit folgenden Ergebnissen durchgeführt (Anzahlen der Revierpaare): Austernfischer 39; Kiebitz 443; Bekassine 40; Großer Brachvogel (Numenius arquata) 51, Uferschnepfe 98; Rotschenkel 42. Die Verteilung der Revierpaare ist auf Karten dargestellt.
Ein Vergleich der Bestände auf einer Fläche von 10.770 ha in Eiderstedt, die sowohl 1997 als auch 2001 kartiert worden war, ergab Bestandserhöhungen um 23 % bis 84 %, die möglicherweise auf Umlagerungen von Beständen zurückzuführen sind. In der ETS setzten sich hingegen im gleichen Zeitraum die schon seit längerer Zeit negativen Bestandsentwicklungen von Uferschnepfe und Rotschenkel fort. Auch die Revierzahlen von Austernfischer, Kiebitz und Brachvogel sanken. Lediglich Bekassinen konnten ihre Bestände halten.
Die Untersuchungen belegen die hohe Bedeutung der ETS und Eiderstedts für Wiesenvögel. Eiderstedt erwies sich sogar als eines der bedeutendsten Gebiete für Wiesenvögel in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland. So lagen die Anteile Eiderstedts an den schleswig-holsteinischen bzw. deutschen Beständen beim Austernfischer bei 6 % bzw. 3 %, beim Kiebitz bei 17 % bzw. 2 %, bei der Uferschnepfe bei 20 % bzw. 5 % und beim Rotschenkel bei 5 % bzw. 2 %. Die Gründe für die Bestandsentwicklungen sowie mögliche Bedrohungen und Schutzmaßnahmen werden diskutiert.

Summary:
Populations of meadowbirds in Eiderstedt and in the floodplains of the rivers Eider, Treene and Sorge/Schleswig-Holstein in 2001
A survey of meadow birds on nearly the entire peninsula of Eiderstedt (31.576 ha, Schleswig-Holstein, Germany) in 2001 revealed the following results (numbers of territories): Oystercatcher 1058; Lapwing 1998; Snipe 2; Black-tailed Godwit 348; Redshank 258. In the same year surveys were carried out on 18.535 ha of land (about 80 % of the area suited for meadow birds) in the adjacent floodplains of the rivers Eider, Treene, and Sorge. The results were (numbers of territories): Oystercatcher 39; Lapwing 443; Snipe 40; Curlew 51, Black-tailed Godwit 98; Redshank 42. Maps show the distribution of territories.
On a part of the Eiderstedt peninsula (10,770 ha), where censuses had already been carried out in 1997, numbers of territories increased between 23 % and 84 %. The reason for the increases could be the re-distribution of territories. In contrast, the numbers of territories of Black-tailed Godwits and Redshanks continued their long term decline in the floodplains of the rivers Eider, Treene and Sorge. Numbers of Oystercatchers, Lapwings and Curlews also decreased. Only breeding numbers of Common Snipe remained stable.

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Puchstein, K. (1999): Siedlungsdichte auf Abwegen? Mit einem Beispiel der Rohrammer (Emberiza schoeniclus). Corax 18: 2-8

Die bei Siedlungsdichteuntersuchungen kartierten, realen Kontakte und die mit ihrer Hilfe konstruierten Papierreviere bergen unterschiedliche Interpretations-Potentiale. Wird dies nicht angemessen beachtet, können Fehldeutungen und Informationsdefizite zur Verunsicherung der Leser führen. Einige neuere Publikationen aus dem Corax werden am Beispiel der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) kritisch hinterfragt und zu dieser Art Auswertungsmöglichkeiten mit Darstellungsmustern vorgestellt.

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Summary:
Census work gone astray? The Reed Bunting as an example

The observations made in the field during population density studies and the „marked territories“ constructed from these observations are subject to differences in interpretation. If this is not taken into consideration when publishing results, misinterpretation and an information deficit can confuse readers. A number of new publications in Corax, with the Reed Bunting as an example, are examined critically. Possibilities of analysis are presented with examples.

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Thies, H. (1999): Zum Winter- und Brutvorkommen sowie zur Ökologie des Erlenzeisigs (Carduelis spinus) im südöstlichen Schleswig-Holstein, 1971 - 1998. Corax 18: 9-36.

Von 1971 bis 1998 wurden mittels Linientaxierungen ganzjährig Erlenzeisig-Bestandserfassungen im Kreis Segeberg und ab Herbst 1979 auch in einem kleinen Park in Stockelsdorf bei Lübeck durchgeführt (Abb. 1). 1971-1978 erfolgtendie Untersuchungen noch nicht regelmäßig halbmonatsweise. Die Ergebnisse aus diesem Zeitabschnitt sind deshalb nur bedingt mit denen aus den Jahren 1979-1998 vergleichbar.
Groß- und kleinräumige Unterschiede der Bestandsdichte innerhalb desselben Winterhalbjahres sowie die von Jahr zu Jahr stark differierenden phänologischen Abläufe (Abb. 2-5), die eine hohe Mobilität der Zeisige erkennen lassen, werden durch die schwankenden Nahrungsangebote diverser Baumarten verursacht, woraus sich ein sehr kompliziertes Wirkungsgefüge ergibt.
„Gute“ und „schlechte“ Erlenzeisig-Jahre im Kreis Segeberg stimmen voll mit solchen in Hamburg überein. Hingegen tragen die Resultate aus dem kleinflächigen Herrengarten, in dem nur Erlen Nahrung bieten, stärker lokalen Charakter.
Unterschiedliche Wintertemperaturen wirkten sich nicht differenzierend auf die Höhe der Winterbestände aus. Nur der durch schwere Schneestürme geprägte Jahrhundertwinter 1978/79 ließ nachhaltige negative Folgen erkennen. Auch können mit Kaltwintern Heimzugverzögerungen verbunden sein. Angesichts eines jahrweise guten Lärchensamenangebotes im Frühjahr hielten sich Zeisige wohl auch deshalb im Kreis Segeberg im April etwas länger auf.
Nicht nur während des Winterhalbjahres, sondern darüber hinaus bilden je nach Reife und Zugänglichkeit die Samen verschiedener Baumarten die Ernährungsbasis (Abb. 9). Erlen spielen die Hauptrolle im Winterhalbjahr. Ihr Anteil nimmt von September bis Dezember zu. Danach bis zum April treten Lärchen in den Vordergrund und, soweit sie fruchtet, ab Ende März auch die Fichte. Die dominante Rolle der Erlen ergibt sich daraus, daß sie in jedem Jahr – wenn auch in unterschiedlicher Stärke – fruchten, Lärchen und Fichten dagegen nicht (Tab. 1). Im Mai-Juni dominiert die ebenfalls alljährlich fruchtende Kiefer als Nahrungslieferant. Die dann folgende Zeitspanne bis in den Herbst hinein wird hauptsächlich durch Samen der Birke und – soweit fruchtend – von Weiß- und Sitkafichten bestritten. Im Frühjahr können auch die männlichen Kätzchen von Erle, Birke und Pappel nach dem Strecken, aber vor dem Stäuben, eine vorübergehende Bedeutung erlangen (Abb. 11). Ab Ende Januar werden Erlensamen bis in das Frühjahr hinein zunehmend auch vom Boden aufgelesen.
Soweit aber im Februar infolge von häufigen Januarstürmen viele ausgefallene Erlensamen von einer Schneedecke längere Zeit verdeckt werden und sich keine Alternative in Form von Lärchenzapfen anbietet, kann das zumindest vorübergehend zu Bestandsverminderungen (z.B. 1982/83) oder sogar zum Abzug der Wintergäste führen (z.B. 1978/79 und 1985/86). Können sich jedoch viele Samen bis in den Vorfrühling in den Zäpfchen halten (z.B. 1984/85), verweilen die Zeisige trotz einer Schneedecke länger in den Erlen (vgl. Tab. 1 und 2, Abb. 2 und 3).
Die Fruktifikationsstärke der jeweils relevanten Baumarten erweist sich als ausschlaggebend für die Höhe der Zeisig-Winterbestände.
Schwache Einflugjahre im Untersuchungsgebiet waren stets durch hohe Zeisig-Winterbestände in weiter östlich oder südlich gelegenen Teilen des Überwinterungsgebietes gekennzeichnet. Dies zeigt, daß sich extrem niedrige Winterhalbjahresbestände bei uns nicht etwa auf schlechte Brutergebnisse im borealen Brutareal zurückführen lassen, sondern mit einem unbefriedigenden Nahrungsangebot im Untersuchungsgebiet zusammenhängen. Die Zeisige über- oder umfliegen nahrungsarme Gegenden.
Das Sozialverhalten im Winterhalbjahr ist in Abb. 12 und Tab. 3 dargestellt. Die starken Bestandsschwankungen in den Erlen des Herrengartens könnten damit erklärt werden, daß kleine standorttreue Trupps immer wieder von größeren Schwärmen stärker zugorientierter Zeisige aufgesucht und wieder verlassen werden.
Zwar konnte nur ein Brutnachweis erbracht werden; aus dem im fledermausartigen Flug vorgetragenen Gesang und den später mit Schwerpunkt im Juni auftretenden Jungvögeln ergaben sich aber Bruthinweise, die hochsignifikant miteinander korreliert waren (Abb. 13). Mit Zweitbruten ist zu rechnen. Da die Kiefer alljährlich fruchtet, kam Brüten auch in zapfenlosen Jahren von Fichte und Lärche vor (Abb. 2). Insgesamt deutet auch die recht hohe brutzeitliche Präsenz auf ein ziemlich regelmäßiges Brutvorkommen im Segeberger Forst hin (Abb. 16 und Abb. 2). Als Bruthabitat werden lichte, aus Fichten und Kiefern zusammengesetzte Altholzbestände, möglichst in Gewässernähe liegend, bevorzugt. Die Brutdichte wird im Segeberger Forst auf etwa 0,05 - 0,3 P./10 ha geschätzt.
Ab Juni, vor allem im Juli und August, verlassen die Jungvögel bzw. Familien den engeren Bereich ihres Brutplatzes; die Dismigration setzt ein (Abb. 13). Spätestens ab September wird diese Frühwegzugphase allmählich vom regulären Wegzug abgelöst, der im Oktober gipfelt und im November ausklingt. Ein großer Teil der Zuzügler wandert südwestwärts weiter. Beringungsergebnisse lassen darüber hinaus vermuten, daß die Durchzügler bzw. Wintergäste bei uns hauptsächlich aus dem skandinavischen und weniger aus den finnischen oder russischen Brutgebieten stammen und daß sich nicht nur das Wintervorkommen, sondern auch die Zugrouten am jahrweise unterschiedlichen Nahrungsangebot orientieren.
Der Heimzug beginnt im Februar; er gipfelt im März und endet Ende April, nur ganz vereinzelt auch erst Anfang Mai (Abb. 8). Es gibt Anzeichen dafür, daß sich das Zuggeschehen tendenziell etwas vorverlagert hat (Abb. 14).

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Summary:
The Siskin (Carduelis spinus) and its ecology during winter and in the breeding season in south-east Schleswig-Holstein, 1971 - 1998

Surveys of the Siskin population of the county of Segeberg, Schleswig-Holstein, were carried out during the period 1971 to 1998 using line-transects. In addition the Siskin population of a small park Herrengarten in Stockelsdorf near to Lübeck, Schleswig-Holstein, was assessed by the same method during the period 1979 to 1998 (Fig. 1). During the period 1971 to 1978 an attempt was made to carry out a survey every two weeks. This frequency, however, could not be maintained and the results of the period 1979 to 1998 are therefore not completely comparable with the results of the period 1971 to 1998. Changes in the population density during a given winter and differences in phenology from year to year (Figs. 2-5), that show that the Siskin is a highly mobile species, were caused by fluctuation in the food resources supplied by diverse tree species. This population regulation mechanism is very complicated.
„Good“ and „poor“ Siskin years in the county of Segeberg coincide with such years in Hamburg. On the other hand, the population fluctuations in the small park Herrengarten/Stockelsdorf, with only alder trees as a food resource, had a very local character.
Winter temperature did not effect the size of the winter population. Only the extremely cold winter of 1978/79, with heavy snow fall, had a sustained negative effect on the population. Cold winters can, however, delay departure during spring migration. A good supply of larch seed in the spring of some years in the county of Segeberg led to a longer duration of stay in April.
The ripeness and availability of the seeds of various tree species determine, not only during the winter months, the food supply of the Siskin (Fig. 9). Alder seeds are the main food of the Siskin in the county of Segeberg during the winter months. The proportion of alder seeds in their diet increases from September to December. Larch seeds and from the end of March, if available, spruce seeds become the most important food of this species in the following period until April. The dominant role of alder seed in the diet is due to the fact that alder fruit every year, albeit with varying volume, whereas larch and spruce do not (Tab. 1). In May and June pine, that seed annually, dominate as a source of food. In the following months and into the autumn period the seeds of birch, when available, and white- and sitka spruce dominate. In the spring the male catkins of the alder, birch and poplar – after they expand but before they produce pollen – become important for a short time (Fig. 11). From the end of January onwards and into spring alder seeds are increasingly also picked up from the ground.
Population declines (e.g. 1982/83), at least of a temporary nature, or complete departure from the area (e.g. 1978/79 and 1985/86) can occur if in February, as a result of frequent storms in January, many alder seeds are hidden by a covering of snow and if at the same time no alternative food in the form of larch cones is available.
If, however, many seeds are retained in the cones in the pre-spring period (e.g. 1984/85), the Siskins stay for a longer period in the alder trees even if snow cover is present (compare Tabs. 1 and 2 and Figs. 2 and 3).
The size of the seed crop of the relevant tree species is the decisive factor that determines the size of the Siskin winter population.
Low numbers of Siskins in the survey area were always distinguished by large winter populations in more eastern or southern regions of their winter range. This shows, that extremely low numbers in Schleswig-Holstein are not a result of poor breeding success in the boreal breeding areas but of unsatisfactory food resources in the area. Siskins pass over or around regions with poor food resources.
The social behaviour during the winter months is presented in Fig. 12 and Tab. 3. The large fluctuations observed in the Siskin population of the alder trees in the park Herrengarten/Stockelsdorf could be the result of larger migrating flocks attaching themselves to small resident flocks for a time and then departing again.
Breeding could be confirmed on only one occasion in the survey area, however, observations of bat-like song-flight and later of juveniles centred around June indicated probable breeding on more than one occasion (Fig. 13). Second clutches probably occurred. Because the pine trees seeded every year breeding occurred also in years when cones were not produced by the spruce and larch trees (Fig. 2). All in all the presence of numerous Siskins during the breeding season indicates regular breeding in the survey area (Figs. 16 and 2). Thin old stands of spruce and pine were preferred for breeding preferably near to water.
Breeding density in the survey area was estimated at between 0.05 and 0.3 pairs/10 ha. Young birds and families left the vicinity of the breeding site from June onwards, though mainly in July and August (Fig. 13). This early autumn migration phase is gradually replaced by the normal autumn migration that peaks in October and ends in November. A large part of the migrants move on in a south-westerly direction. The results of ringing studies indicate that the migrants and winter visitors originate mainly in Scandinavian and less in Finnish or Russian breeding areas and also that not only the wintering areas but also the migration routes are determined by food availability. Spring migration begins in February, peaks in March and ends in April. Only occasional birds are recorded in the beginning of May (Fig. 8). A trend toward an earlier migration is apparent (Fig. 14).

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Busche, G. (1999): Zur Bestandssituation des Waldkauzes Strix aluco im Westen Schleswig-Holsteins – eine Zwischenbilanz. Corax 18: 37-41.

Im Februar und März 1999 wurden potentielle Waldkauz-Vorkommen an 255 Stellen untersucht: 18 in Eiderstedt, 193 in Dithmarschen und 44 in östlichen Elbmarschen. Hauptvorkommen mit 19 Revieren liegen in waldreicheren Geestflächen Dithmarschens, weitere 11 in der Steinburger/Seestermüher Marsch (Abb. 1).
Damit sind weite Teile im Westen Schleswig-Holsteins dünn besiedelt. Für den (exemplarisch bearbeiteten) Kreis Dithmarschen (1405 km2) wurde der Bestand nach Archivdaten aus 50 Jahren bis 1998 auf 25 Paare geschätzt. Diese Angabe ist durch systematische Kontrollen zu 76 % bestätigt. Die höchste Dichte mit 0,7 Paaren/10 km2 wird in zwei Geestquadraten erreicht (Abb. 1); die Bestandsdichte im Gesamtkreis beträgt 1,4 Paare/100 km2. Der Waldkauz zählt damit zu den sehr seltenen Brutvögeln (107. Stelle in der Häufigkeit aller 140 Arten). Die Bestandsentwicklung wird kurz kommentiert (Rückgänge durch Verstädterung von Dörfern).


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Summary:

The breeding status of the Tawny Owl in western Schleswig-Holstein – an interim report

A total of 255 potential Tawny Owl breeding sites were visited in February and March 1999: 18 on the Eiderstedt peninsula, 193 in the county of Dithmarschen and 44 in the eastern Elbe lowlands. The major part of the birds, 19 pairs, were recorded in the relatively (10 %) densely wooded sandy uplands in Dithmarschen. A further 11 pairs were recorded in the Steinburger/Seestermüher lowlands (Fig. 1). Large parts of western Schleswig-Holstein are only thinly populated by this species. The population for Dithmarschen (1405 km2) was estimated, on the basis of records from the 50 years up to 1998, at 25 pairs. Systematic surveys of Tawny Owls in this county confirmed 3/4 of this value. Highest densities of 0.7 pairs/10 km2 were recorded in two mapping squares (Fig. 1). The population density for the county was 1.4 pairs/100 km2. The Tawny Owl can be regarded as a very rare breeding bird in western Schleswig-Holstein (position 107 in the list of the 140 breeding species in the region). A decline in the population caused by the urbanisation of villages is discussed.

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Puchstein, K. (1999): Weideland als Habitat des Wachtelkönigs (Crex crex)! – eine Schutz-Alternative? Corax 18: 42-58.

Nach mehrjährigem Vorkommen trat der Wachtelkönig 1998 im Heidmoor, Kreis Segeberg, mit 16 Rufern in zwei Gruppen und weiteren rufenden Männchen auf und war dort nach den feldornithologischen Kriterien von Schäffer & Münch (1993), Schäffer (1994), Schäffer & Lanz (1997) und Flade (1994) mit hoher Wahrscheinlichkeit Brutvogel. In dem 1992 renaturierten Talauenkomplex an der Trave findet sich auf ca. 250 ha ein Mosaik von Grünlandbrachen, extensiven Mäh-/Heuwiesen und Weideflächen mit breiten Randsäumen (Sukzessionsstreifen) um alle Parzellen.
Der Wachtelkönig bevorzugte auffällig und zunehmend die extensiven Weideparzellen mit Sukzessions-Randstreifen gegenüber den Brachevarianten. Schnittwiesen wurden nahezu gänzlich gemieden. Die Möglichkeit, Weideland stärker in Schutz- und Förderkonzepte für den Wachtelkönig einzubeziehen, wird diskutiert.


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Summary:

Pastureland as habitat for the Corncrake – an alternative protection measure?

The Corncrake has been recorded in the Heidmoor, county of Segeberg, Schleswig-Holstein for several years. In 1998 16 calling individuals in two groups and further single calling males were recorded on the site. According to the criteria of Schäffer & Münch (1993), Schäffer (1994), Schäffer & Lanz (1997) and Flade (1994) these records represent with high probability breeding individuals. The valley meadow complex of the Trave, which was restorated in 1992, is a 250 ha mosaic of low intensity hay meadows and used and unused pasture land. All plots of land are surrounded by broad unused borders where natural succession can take place.
The Corncrake prefers increasingly pasture used for low intensity grazing with unused borders rather than unused pasture land. Meadows used for hay or silage are almost completely ignored. The possibility of including pasture land in conservation measures for the Corncrake is discussed.


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Klose, O. (1999): Die Brutvögel von Diekhof, einer ländlichen Siedlung in Schleswig-Holstein 1998. Corax 18: 59-65.

Eine ca. 19,2 ha große, für die Gutslandschaft des Östlichen Hügellandes typische, ländliche Siedlung im nordöstlichen Kreis Segeberg wurde 1998 auf ihren Brutvogelbestand hin untersucht. Es wurden 156 Reviere von 29 Arten nachgewiesen. Obwohl die Siedlung durch die Vielgestaltigkeit kleinräumiger und ehemals dorftypischer Habitatstrukturen auf den ersten Blick weniger Merkmale von Verstädterung aufweist als andere Dörfer des Östlichen Hügellandes, deuten sowohl die Anteile einiger gartenstadttypischer Habitatstrukturen als auch der sehr niedrige Brutbestand der Rauchschwalbe auf einen bereits fortgeschrittenen Wandel vom ursprünglichen Bauerndorf zum Pendlerort hin. Es wird versucht, die Vogelbestände in Abhängigkeit der ökologischen Gegebenheiten sowie der infolge des landwirtschaftlichen Strukturwandels eingetretenen Veränderungen des Lebensraumes Dorf zu bewerten. Die Situation einiger ausgewählter Arten wird interpretiert.

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Summary:

The breeding birds of the country village of Diekhof, Schleswig-Holstein in 1998

The breeding bird survey in the village of Diekhof (19.2 ha) in 1998 recorded 156 territories of 29 species. Although at first site the village appears a typical country village of the eastern Schleswig-Holstein uplands, low densities of Swallows and the relative scarcity of some habitat structures are clear signs of advanced urbanisation.


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Koop, B. (1999): Mauserplätze der Graugans, Anser anser, in Schleswig-Holstein – eine neue Entwicklung. Corax 18: 66-72.

Nachdem 1981 erstmals 400 schwingenmausernde Nichtbrüter festgestellt wurden, mausern sie in Schleswig-Holstein seit 1986 regelmäßig in größerer Zahl. Zunächst auf Fehmarn, seit 1990 in der Ostholsteinischen Seenplatte und seit 1993 regelmäßig auch in den Speicherkögen der Nordseeküste ist Schleswig-Holstein mit zuletzt etwa 13.000 mausernden Graugänsen eines der bedeutendsten Mausergebiete Europas geworden.


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Summary:

Greylag Goose moulting sites in Schleswig-Holstein – a new development

Greylag Geese first established moulting sites in Schleswig-Holstein in 1981. The first records of moulting Greylag Geese were from Fehmarn. Increasing numbers of Greylag Geese now moult in the lakelands of eastern Schleswig-Holstein and in the polders on the North Sea coast. About 13,000 Greylag Geese were recorded moulting in Schleswig-Holstein in 1999.


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Baumann, S. (1999): Telemetrische Untersuchungen zur Raumnutzung und Habitatpräferenz des Pirols (Oriolus oriolus) in Schleswig-Holstein. Corax 18: 73-87.

In Schleswig-Holstein wurden in einer Telemetriestudie die Raumnutzung und Habitatpräferenz von acht brütenden Pirol-Männchen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, daß die Größe von Streifgebieten und Aktionsräumen sehr stark schwanken kann. Bei Männchen aus waldarmen Gebieten vergrößerten sich nach dem Schlupf der Jungvögel die zur Nahrungssuche zurückgelegten Distanzen signifikant. Bei solchen Bruten traten regelmäßig Helfer am Nest auf. Die Größe der gegenüber Artgenossen verteidigten Territorien blieb konstant. Pirole suchten besonders häufig in einem Radius von 200 m um das Nest nach Nahrung. Sie bevorzugten dafür Waldhabitate. In Einzelfällen flogen sie jedoch bis zu 2.800 m entfernte nahrungsreiche Gebüsch- oder Baumgruppen an. Streifgebiete, in denen Wälder fehlten, wiesen eine größere Vielfalt an Nahrungshabitaten und besonders bevorzugte Plantagen junger Laubbäume auf. Auch von Raupen befallene Gebüsche spielten dort eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle. Die bei der Nahrungssuche und als Neststandorte bevorzugten Baumarten waren Schwarzerle (Alnus glutinosa), Schwarzpappel (Populus nigra bzw. Hybridformen), Stieleiche (Quercus robur) und Weiden (Salix sp., zumeist Salix caprea, Salweide). Die gegen Insektenbefall empfindlichen artenarmen Aufforstungsflächen, Erlenbrüche bzw. Weidengebüsche boten dem Pirol auch bei sehr geringem Flächenanteil ein hohes Nahrungsangebot in Form von phytophagen Insekten, das von den telemetrierten Vögeln genutzt wurde. Diese Merkmale der Nahrungsökologie sowie ein möglicherweise flexibles soziales System mit Helfern am Nest erleichtern die Besiedlung der offenen Kulturlandschaft.

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Summary:

Habitat preferences and home range patterns of European Golden Oriole (Oriolus oriolus) in Schleswig-Holstein – a radio-tracking study

The habitat use of radio-tagged male European Golden Orioles has been studied in Schleswig-Holstein, northern Germany. Home ranges (nearest 75 % of fixes) and total areas used (100 % of fixes) show large differences depending on landscape and time of breeding season. In open areas the distances covered for foraging and food supply of young increased significantly after hatch. Helpers at the nest have been observed regularly with these breeding pairs. Home ranges of orioles breeding in swamp forests did not vary during breeding season. The range of territories remained constant in all pairs studied. More than 45 % of foraging took place in less than 200 m distance from the nest, 80 % in up to 700 m. Nevertheless, some flights covered up to 2800 m distance from the nest to special feeding sites. Woodland habitats were preferred for foraging. In areas where they were absent forestry plantations were selected for breeding and foraging instead. From all types of habitats within the study area, plantations, open woodlands and groups of trees were preferred. Willow thickets and forestry plantations infested by caterpillars provided important food resources for orioles living in open areas without forest. Oak, elder and poplar trees were most commonly used for foraging and nesting. They often formed pure stands with low species diversity and were largely damaged by phytophagous insects. Even small patches of these stands provided a high amount of food in the hatch period and were selectively used by the orioles. This fact and a flexible social system with helpers at the nest might have enabled the orioles to breed in these areas.


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Jeromin, K. (1999): Die Brutvögel des Dorfes Labenz 1931 und 1995 – Wandel von Dorfstruktur und Vogelwelt. Corax 18: 88-103. <

Matthiessen (1933) hat 1931 die Brutvögel des Ortes Labenz/Schleswig-Holstein erfaßt. Mit seiner Arbeit war es möglich, die langfristigen Bestandsentwicklungen der Brutvogelarten in Dörfern zu quantifizieren. Hierzu wurde die Avifauna von Labenz 1995 erneut untersucht und die Ergebnisse mit denen von Matthiessen (1933) verglichen.
Während Labenz 1931 ein reines Bauerndorf war, zeichnete sich der Ort 1995 durch ein Übergangsstadium zwischen Bauerndorf und Pendlerort mit Vorstadtcharakter aus. Im Unterschied zu vielen anderen Dörfern verfügte er aber noch über eine überdurchschnittliche Habitatausstattung.
Der Vergleich der Brutvogelkartierungen 1931 und 1995 in Labenz ergab, daß eine einsetzende Verstädterung von Dörfern zu erheblichen Verschiebungen in der Avifauna führt, jedoch keinen Rückgang der Gesamtdichte und der Artenzahl verursachen muß. Beide Parameter haben zwischen 1931 und 1995 in Labenz deutlich zugenommen: die Gesamtdichte von 129,9 Revieren/10 ha auf 149,1 Reviere/10 ha, die Artenzahl von 33 auf 40.
Für die häufigeren Vogelarten in Labenz wurde ein Trend ermittelt, mit dem Fluktuationen und großräumige, biotopübergreifende Bestandsentwicklungen als Ursachen für die lokalen Veränderungen größtenteils ausgeschlossen werden konnten. Es ergab sich bei 20 Arten ein positiver und bei 11 ein negativer Trend, bei fünf Spezies waren die Bestände in etwa unverändert.
Die Zunahmen der Gesamtabundanz und der Artenzahl lassen sich vor allem mit einer Vergrößerung des Angebots an Nistmöglichkeiten durch die Umwandlung einiger landwirtschaftlicher Nutzflächen in Bauland erklären (edge effect). Durch die Verstädterung haben sich die Lebensbedingungen der sehr dicht siedelnden typischen Vorstadt- und Parkvögel erheblich verbessert. Einige Grundstücke sind zudem aufgelassen worden, wodurch die Dorfstruktur ebenfalls vielfältiger geworden ist.
Die fortschreitende Bebauung in Labenz läßt langfristig eine weitere Zunahme der Gesamtabundanz, jedoch eine Abnahme der Brutvogelarten erwarten. Zur Erhaltung einer hohen Artenvielfalt wird vorgeschlagen, Strukturen wie Obstwiesen, Nutzgärten, Wiesen, Viehweiden, offene Ställe und Schuppen zu bewahren, die früher das Dorfbild geprägt haben.

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Summary:
The breeding birds of the village of Labenz in 1931 and 1995 – change in village structures and bird populations

The breeding bird population of the village of Labenz, Schleswig-Holstein was recorded by Matthiessen in 1931 (Matthiessen 1933) and was surveyed again in 1995. It is thus possible to quantify long-term developments in the breeding bird population of the village.
In 1931 Labenz was a country village, in 1995 it had almost sub-urban character. However, in contrast to many other villages it still contained habitat elements that were good for the breeding bird population. A comparison of the results of the two surveys show that in the beginning the urbanisation process caused immense changes in the avifauna but not necessarily decreases in total abundance or number of species. Both parameters increased from 1931 to 1995: the total abundance from 129.9 territories/10 ha to 149.1 territories/10 ha, the number of species from 33 to 40.
Trends were calculated for the common breeding species. In most cases natural causes for fluctuations and changes in population could be ruled out as reasons for the recorded changes in the village. The main factor affecting numbers of breeding birds was changes in village structure. Positive trends were recorded for 20 species and negative ones for 11 species. The populations of 5 species were unchanged.
The total abundance and number of species increased from 1931 to 1995 in the village. This was the result of the conversion of agricultural land to building estates and the subsequent increased availability of breeding sites (edge effect). Urbanisation has improved the living conditions for birds characteristic for suburbs and parks and has led to high breeding densities. Plots of land within the village that have not been built on also increase the variety of available habitats.
Urbanisation will continue in Labenz and will probably lead to further increases in abundance of breeding birds. The number of species, however, is likely to decrease. Structures such as meadows, orchards, pastures, open cowsheds, pigsties and sheds, which are typical for country villages should remain in order to preserve a high species diversity.



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Pfeifer, G. (2000): Vorkommen und Ausbreitung des Schwarzkehlchens (Saxicola torquata Linnaeus 1766), in Schleswig-Holstein unter Einbeziehung der Bestandsentwicklung in den Nachbarländern. Corax 18: 109-141.

Bis Ende der 1980er Jahre war das Schwarzkehlchen in Schleswig-Holstein ein seltener Brutvogel mit meist nur 0-2 Brutpaaren (BP) ohne feste Brutansiedlung. Seit etwa 1989 kam es zu einer kontinuierlichen Bestandszunahme unter gleichzeitiger Arealausweitung. 1967 gab es 63 Brutnachweise, vor allem im Bereich der Geest, hier hauptsächlich westlich der Linie Schleswig-Rendsburg unter Einschluß der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Der Bestand wird für 1997 auf 80-100 BP, für 1998 auf 120-140 BP geschätzt.
Ähnliche Tendenzen werden aus den Nachbarländern Dänemark, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Sie lassen sich auch in den meisten übrigen Bundesländern sowie in Polen erkennen. Im Rahmen dieser allgemeinen Ausbreitungstendenz verschiebt sich die Verbreitungsgrenze des Schwarzkehlchens deutlich nach Norden bis nach Dänemark sowie nach Osten bis nach Polen.
Auf Helgoland gab es 1997 eine mit vier Jungen erfolgreiche Mischbrut Saxicola torquata maura (Männchen) x S. t. rubicola (Weibchen).
Die lange Verweildauer des Schwarzkehlchens von Ende Februar/Anfang März bis Oktober/November ermöglicht der Art bis zu drei Bruten/Jahr. Der Verfasser dokumentiert die Dreierbrut eines Paares im Fockbeker Moor/RD 1993
Einige Winterdaten lassen auf Überwinterung bzw. Überwinterungsversuche schließen.
Interspezifische Auseinandersetzungen mit Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und Neuntöter (Lanius collurio) führten zu keinen oder zu unerheblichen Beeinträchtigungen des Schwarzkehlchenbestandes.
Da das Schwarzkehlchen in Schleswig-Holstein weiterhin als potentiell gefährdet eingestuft werden muß, entwickelt der Verfasser einige Vorstellungen zum Schutz und zur weiteren Förderung der Art.
Verschiedene Aspekte der dargestellten Ausbreitung werden abschließend diskutiert.



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Summary:
Numbers and distribution of the Stonechat in Schleswig-Holstein, with information on the population development in neighbouring states

Until the late 1980s the Stonechat was a scarce breeding bird in Schleswig-Holstein with mostly between 0 and 2 breeding pairs and no permanent breeding population.
Since about 1989 a continuous population increase was observed together with a range expansion. In 1997 there were 63 breeding pairs, above all in the sandy uplands and here mainly west of the line between Schleswig and Rendsburg including the lowlands of the rivers Eider, Treene and Sorge. The author estimates a total population for Schleswig-Holstein in 1997 of 80-100 pairs and in 1998 of 120-140 pairs.
Similar expansions are known for the neighbouring states and countries Denmark, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, in most of the other states of the Federal Republic of Germany as well as in Poland.
Whilst increasing in population size the Stonechat has expanded its range distinctly to the north to Denmark and to the east to Poland.
In 1997 there was a successful mixed raced breeding pair of Saxicola torquata maura (male) x S. t. rubicola (female) on Heligoland.
As the Stonechats can stay in Schleswig-Holstein from the end of February/beginning of March until Oktober/November they can breed as many as three times a year.
The author proves information on triple breeding of one pair in the Fockbeker Moor/RD in 1993.
Some winter observations indicate that the Stonechat possibly winters in Schleswig-Holstein.
The Stonechat is dominant over Whinchats (Saxicola rubetra), but subdominant to Red-backed Shrikes (Lanius collurio), however, this does not influence the population of the Stonechat.
Although the Stonechat is increasing, it is still potentially endangered in Schleswig-Holstein. The author suggests some proposals for its protection and support.
Finally, different aspects of the expansion in range are discussed.



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Kieckbusch, J.J. & K.S. Romahn (2000): Brutbestand, Bestandsentwicklung und Bruthabitate von Heidelerche (Lullula arborea) und Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Schleswig-Holstein. Corax 18: 142-159. <

Bei einer landesweiten Brutbestandserfassung der Heidelerche in Schleswig-Holstein 1999 wurden 147 Reviere (+ 20 Reviere auf dem Grenzstreifen zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) festgestellt und ein Brutbestand von 170-180 Paaren (+ 20 Paare Grenzstreifen SH-MV) geschätzt. Verbreitungsschwerpunkte waren das östliche Lauenburg mit über 1/3 des Landesbestandes, der Segeberger Forst und Umgebung sowie der Bereich nordwestlich von Rendsburg. Die Größe des aktuellen Gesamtbestandes entspricht der von Daunicht (1985) in den Jahren 1983/84 bei einer landesweiten Kartierung ermittelten Bestandsgröße, jedoch hat es in den einzelnen Schwerpunktgebieten Bestandsveränderungen gegeben. Im Südosten der Landes hat der Heidelerchenbestand zugenommen, während in den nördlichen Landesteilen ein deutlicher Bestandsrückgang zu verzeichnen ist. Als Bruthabitate wurden 1999 im Bereich nordwestlich von Rendsburg vor allem Waldrand-Heide-Habitate sowie Aufforstungsflächen besiedelt, im Segeberger Forst dominierten Aufforstungsflächen, während im südöstlichen Lauenburg Waldrand-Brache- und Waldrand-Acker-Habitate eine große Bedeutung hatten. Negative Bestandsveränderungen lassen sich vor allem auf die Eutrophierung und Vergrasung von Heiden und Trockenrasen zurückführen, während der positive Entwicklungstrend im südöstlichen Lauenburg vermutlich mit dem vermehrten Angebot von nährstoffarmen Ackerbrachen zusammenhängt. Im Segeberger Forst ist die Heidelerche vom Vorhandensein frisch geräumter Kahlschläge abhängig.
Eine Kontrolle zahlreicher ehemaliger Brutreviere des Ziegenmelkers erbrachte 1999 trotz günstiger Witterungsbedingungen keinen Nachweis in Schleswig-Holstein. Da auch in den vergangenen zehn Jahren kaum noch Meldungen vorliegen, die auf ein Brutvorkommen schließen lassen, scheint diese Art nur noch unregelmäßiger Brutvogel in Schleswig-Holstein zu sein. Für den Bestandsrückgang dürften klimatische Ursachen, ein stark verringertes Angebot nachtaktiver Fluginsekten sowie Lebensraumwandel und -zerstörung verantwortlich sein.



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Summary:
Breeding population, population development and breeding habitats of Woodlark (Lullula arborea) and Nightjar (Caprimulgus europaeus) in Schleswig-Holstein in 1999

A survey of the breeding-population of Woodlark in Schleswig-Holstein in 1999 revealed a total of 147 territories (+ 20 territories on the borderline between Schleswig-Holstein and Mecklenburg-Vorpommern). The breeding population of Schleswig-Holstein is estimated at 170-180 pairs (+ 20 pairs on the borderline).
The main breeding areas are eastern Lauenburg, with 1/3 of the total population, the Segeberg forest and the area northwest of Rendsburg.
The Woodlark population has increased in the southeast of Schleswig-Holstein and decreased in the northern part of the country.
The preferred breeding habitat of the Woodlark differs between the main breeding areas. Northwest of Rendsburg heathlands adjacent to conifer plantations and young conifer plantations are used for breeding. In the Segeberg forest young clearings are the predominant breeding habitat. In the southeast of Lauenburg, fallow land and extensively used sandy fields adjacent to forests are important breeding areas. The decline of the Woodlark population in the north of Schleswig-Holstein is caused by eutrophication of heathlands and dry grassland. The increase in the southeast is obviously due to the increase of nutrient poor fallow land.
In the Segeberg forest the population depends on the availability of clearings and young plantations. Conservation measurements for the three main breeding areas are proposed.
A survey of former breeding sites of the Nightjar in Schleswig-Holstein in 1999 revealed no birds at all. Although over the last 10 years no breeding of the species was confirmed, due to the nocturnal activity single pairs were probably not detected. Therefore the Nightjar has to be treated as an irregular and very rare breeding bird in Schleswig-Holstein. The dramatic decline of this formerly widespread and common species in Schleswig-Holstein is caused by habitat loss, climatic change and the decrease in the numbers of nocturnal insects.



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Vlug, J.J. (2000): Zur Brutbestandsentwicklung und Ökologie des Rothalstauchers (Podiceps grisegena) in Schleswig-Holstein und Hamburg 1969-1998 – mit ergänzenden Bemerkungen zur früheren Situation und zu den Verhältnissen in den Nachbarländern. Corax 18: 160-179.

Die Brutbestandsentwicklung des Rothalstauchers in Schleswig-Holstein und Hamburg ist in der Periode 1969-1998 untersucht worden.
Vorjährige Rothalstaucher sind geschlechtsreif, aber nur einige Male wurde festgestellt, daß ein vorjähriges Exemplar brütete. Im Zeitraum 1969-1978 fluktuierte der Brutbestand zwischen 331 und 365 Paaren. Durch eine Ölkatastrophe im Kattegat wurde 1979 der niedrigste Bestand erreicht (272 Paare). Danach stieg er kontinuierlich auf max. 726 Paare (1990). 1991-1998 schwankte der Bestand zwischen 524 und 699 Paaren.
Die Ursachen der Bestandszunahme in den 1980er Jahren sind unbekannt. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Bestandsschwankungen und den Wintertemperaturen (r = - 0,225, n = 29, p > 0,05). Auch die klimatischen Verhältnisse in der Brutperiode, die Situation im Brutgebiet und der Bruterfolg können als Ursache der Bestandszunahme ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich wird der Bestand in Schleswig-Holstein und anderen, am Rande des Verbreitungsareals liegenden Ländern durch Populationsschwankungen in zentralen Verbreitungsgebieten beeinflußt.
Insgesamt waren 361 Gewässer in mindestens einer Brutsaison bewohnt. Die meisten Paare brüten im Osten Schleswig-Holsteins. Durchschnittlich 87 % der Population leben in den Kreisen Plön, Ostholstein und Rendsburg-Eckernförde. Besiedelt werden vor allem kleine, flache, vegetationsreiche Gewässer. Die Hälfte des Bestandes bewohnt Kleingewässer bis 10 ha. Trotzdem ist nicht eine geringe Größe, sondern ein großer Nahrungsreichtum der entscheidende Faktor der Habitatwahl. Diese Nahrung (größere Wirbellose und kleine Wirbeltiere) findet man auch an größeren vegetationsreichen Flachseen. Da es kaum nicht-polytrophe Flachgewässer über 50 ha im Berichtsgebiet gibt, werden hier fast nur kleine Gewässer bewohnt.
In Schleswig-Holstein werden sehr hohe Brutbestandsdichten erreicht (auf dem Festland bis 8,00 Paare/ha und auf Fehmarn bis 8,67 Paare/ha).
Die meisten Brutgewässer sind Fischteiche. An zweiter Stelle stehen die Strandseen. Rothalstaucher brüten nicht häufig an tiefen Seen, aber in der Untersuchungsperiode nahm ihre Bedeutung zu (1970 1, 1980 4 und 1996 8 % des Gesamtbestandes).
Habitatwahl, Bestandsdichte und Reproduktion des Rothalstauchers werden kaum durch Konkurrenz mit dem Haubentaucher (Podiceps cristatus) beeinflußt. Seinerseits bildet der Rothalstaucher wahrscheinlich fast keinen Faktor bei der Habitatwahl des Schwarzhalstauchers (Podiceps nigricollis). Eine sehr hohe Besatzdichte von Karpfen (Cyprinus carpio) und anderen Cypriniden kann jedoch Bestandsdichte und Bruterfolg des Rothalstauchers schmälern. Durch das Fehlen von großen Cypriniden und die rasche Vermehrung von größeren Wirbellosen und kleinen Wirbeltieren werden neu angelegte und neu entstandene Flachgewässer schnell von vielen Rothalstauchern besiedelt (z.B. bis 54 Paare am 14 ha großen Struckteich bei Zarpen/OD). Der Bruterfolg an diesen Weihern ist oft hoch (pro Brutpaar 1,10, pro Familie 1,93 Junge, n = 342 Paare; der Landesdurchschnitt betrug 1984-1990 0,60 bzw. 1,53 Junge).
Schleswig-Holstein und Hamburg haben als Mausergebiet des Rothalstauchers wenig Bedeutung. Die Notwendigkeit zu mausern erklärt jedoch das frühzeitige Verlassen der Brutgewässer. Seit 1996 werden regelmäßig Rothalstaucher in der postnuptialen Mauser an den Lebrader Teichen/PLÖ beobachtet (bis 38 Exemplare).



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Summary:
>On the breeding population dynamics and ecology of the Red-necked Grebe (Podiceps grisegena) in Schleswig-Holstein and Hamburg 1969-1998 – with additional notes on the population dynamics in the neighbouring countries and in the period before 1969

The breeding population dynamics of the Red-necked Grebe in Schleswig-Holstein and Hamburg were investigated in the period 1969-1998.
Second calendar year Red-necked Grebes are sexually mature, however, they rarely breed at this age.
In the period between 1969-1978 the breeding population fluctuated between 331 and 365 pairs. Lowest recorded numbers (272 pairs) were recorded in 1979 following an oil spill in the Kattegat. From then on the population increased continuously to a maximum of 726 pairs (in 1990). Between 1991 and 1998 the breeding numbers varied from 524 to 699 pairs. The causes of the marked increase in the population in the 1980s are unknown. No significant statistical correlation could be found between population trends and winter temperatures (r = - 0.225, n = 29, p > 0.05). This is also the case for climatic conditions in the breeding season, the state of breeding habitats and reproduction success. A marked population increase was also recorded in Mecklenburg, Niedersachsen, Denmark and Finland from c. 1980 onwards. It is likely that immigration of Red-necked Grebes from the central part of the breeding range is the cause of the fluctuations in the population in Schleswig-Holstein and the other countries which lie on the border of the breeding range.
During and shortly before World War I the number of breeding Red-necked Grebes on the island of Fehmarn was very high (1914: 450 pairs). From that time on the population on the island has undergone a marked decrease (1956: 31-35 pairs). Although numbers recovered, they have never achieved the former size (1990: 235 pairs).
361 bodies of water in Schleswig-Holstein were occupied in at least one breeding season. During the breeding season the majority of the Red-necked Grebes is found in the eastern parts of Schleswig-Holstein. On average 87 % of the pairs breed in the districts Plön, Ostholstein and Rendsburg-Eckernförde, 12 % in the other districts of Schleswig-Holstein and at most 1 % in Hamburg. The species chiefly inhabits small and shallow waters with an abundance of vegetation. Half the population lives in bodies of water up to 10 ha. However, it is not the small size of the breeding sites that is of overriding importance in habitat selection, but the abundance of food. Larger shallow lakes with an abundance of vegetation contain Red-necked Grebe prey too (larger invertebrates and small vertebrates). In other European areas, large, shallow waters are often inhabited by Red-necked Grebes, however, as there are hardly any shallow suitable waters larger than 50 ha in Schleswig-Holstein and Hamburg, most Red-necked Grebes occupy small ponds and lagoons here. Extremely high population densities of Red-necked Grebes have been recorded in the study area (up to 8 breeding pairs/ha on the mainland of Schleswig-Holstein and up to 8.67 breeding pairs/ha on the island of Fehmarn). The species is found primarily on fishponds, but lagoons are also often occupied. Red-necked Grebes mostly avoid deep lakes, however, the importance of such lakes as breeding sites is growing (1970 1, 1980 4 and 1996 8% of the total population).
Competition with the Great Crested Grebe (Podiceps cristatus) hardly affects habitat selection, population density and breeding success of the Red-necked Grebe. The Red-necked Grebe has probably a minimal influence on the habitat selection of the Black-necked Grebe (Podiceps nigricollis). In bodies of water with very high numbers of Carp (Cyprinus carpio) and other cyprinids, these fishes can impair population density and breeding success of the Red-necked Grebe. Because prey species are abundant in new artificial or natural shallow waters and large cyprinids are absent here, these new bodies of water are colonised quickly by large numbers of Red-necked Grebes (e.g. up to 54 pairs on a newly created pond of 14 ha). The breeding success on these new ponds is frequently high (1.10 young per breeding pair, 1.93 young per family, n = 342 pairs; in the period between 1984-1990 the average breeding success for the whole of Schleswig-Holstein was 0.60 young per breeding pair and 1.53 young per family). Schleswig-Holstein and Hamburg are not important moulting areas for the Red-necked Grebe. The urge to moult explains the early departures from the breeding waters. Since 1996 Red-necked Grebes in postnuptial moult have been recorded frequently on the ponds near Lebrade (up to 38 birds).



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Hein, K. & K.-H. Reiser (2000): Der Flußregenpfeifer (Charadrius dubius) in Schleswig-Holstein – Verbreitung, Brutbiologie, Wanderungen.Corax 18: 181-204.

Seit Ende der 1960er Jahre wurde der Flußregenpfeifer mit zunehmender Intensität bis in die frühen 1990er Jahre in ganz Schleswig-Holstein in seinem Siedlungsverhalten und in seiner Brutbiologie mit Hilfe der wissenschaftlichen Vogelberingung untersucht. Der aktuelle Bestand bewegt sich zwischen 320 und 380 Brutpaaren mit leicht negativer Tendenz, denn die Zahl gut geeigneter Bruthabitate nimmt ab. Das Landesmittel beträgt 2,3 Brutpaare pro besiedelter Brutlokalität. Die höchste Abundanz wurde in einer winzigen, wasserreichen Grube von 0,4 ha mit 4 Brutpaaren vorgefunden; maximal brüteten 25 Brutpaare auf 7 ha Spülfläche. 83 % aller Flußregenpfeifer sind brutortstreu; die Männchen dabei signifikant höher als dieWeibchen. Die 10 % echten Zerstreuungsumsiedler finden im Mittel 15 km entfernt einen neuen Brutplatz. Die 120 als nichtflügge Beringten und bei ihrer Erstansiedlung Kontrollierten brüten im Durchschnitt 21 km von ihrem Geburtsort entfernt. Dieser Wert ist geringfügig größer als derjenige der adult beringten Umsiedler. Die Um- bzw. Ansiedlungsentfernungen entsprechen den Distanzen zu den ca. 8-10 nächsten potentiellen Brutorten. Nachgewiesenes Höchstalter ist 11 Jahre; mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es auch 12- oder 13jährige Vögel.Weibchen werden im Mittel signifikant älter als Männchen. Das Brüten erstreckt sich über 80 Tage; 50 % der Jungen schlüpfen dabei in den ersten 28 Tagen bis zum 7. Juni. Der Bruterfolg ist mit trockenem und warmem Wetter korreliert. Zur Bestimmung des ungefähren Alters bei älteren, nichtflüggen Pulli wird eine zugehörige Flügelmaßtabelle angeboten. Die Flugfähigkeit der Jungen wird ab 88 mm Flügellänge erreicht. Ein Parallellaufen der Männchen als Revierbegrenzung wie bei Ch. mongolus wurde beobachtet. Einige Besonderheiten zum Brutverhalten und zu Körperabnormitäten werden dargestellt. Mit weiteren Fernfunden wird als südlichstes Überwinterungsgebiet Afrika nördlich des Äquators zwischen ca. 17 Grad westlicher und ca. 30 Grad östlicher Länge bestätigt; neu aufgezeigt wird ein stärkerer Wegzug nach Südost. Ein Ringfund deutet sogar den Bereich des Persischen Golfs als mögliches Winterquartier an.



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Summary:
The Little Ringed Plover in Schleswig-Holstein – distribution, breeding biology and migration

The distribution and breeding biology of the Little Ringed Plover in Schleswig-Holstein was investigated from the 1960s to the early 1990s using bird banding techniques. Study effort increased over the period. Currently between 320 and 380 pairs breed in Schleswig-Holstein. The population is declining slowly because of a reduction in the number of suitable breeding sites. On average 2.3 pairs breed at each breeding site. The highest breeding density of 4 breeding pairs was recorded in a 0.4 ha gravel pit with abundant water. A maximum of 25 pairs bred on a 7 ha area used for disposal of dredging material. 83 % of all Little Ringed Plovers settle to breed in the natal area, males significantly more than females. 10 % of the population settled away from the natal area. On average displacement was 15 km. 120 birds banded as fledglings were recovered as first-time breeders at an average distance of 21 km from the natal area. This value is slightly larger than the value for birds that resettled in new areas as adults. The settlement and resettlement distances correspond to the distances to the nearest 8 to 10 suitable breeding sites. The highest age recorded by banding in the study was 11 years. It is highly probable that 12 and 13 year old individuals exist. Females were found to live significantly longer than males. The breeding season extends over about 80 days. 50 % of the young have hatched by the 7th June within the first 28 days. Breeding success is higher when weather conditions are warm and dry. A table of wing lengths is included which enables the approximate ageing of unfledged young. Fledging occurs at a wing length of 88 mm and longer. Males were observed to run parallel to one another in order to define the border of the breeding territory, as has been observed for the Lesser Sand Plover. Aspects of the breeding behaviour and physical abnormalities are discussed. Long distance recoveries of Little Ringed Plovers confirm that the southernmost wintering area in Africa is just north of the equator between 17 degrees west and 30 degrees east latitude. Autumn migration in a south easterly direction is a new phenomenon. One recovery suggests that the Persian Gulf is a possible wintering area.



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Schafstall, W. (2000): Trainierten Seeadler (Haliaeëtus albicilla) mit diesjährigem Jungvogel die Jagd auf Bläßrallen (Fulica atra)? Corax 18: 205


Summary:
Did White-tailed Sea Eagles train their young to hunt Common Coots?

On the 31.12.1999 two adult White-tailed Sea Eagles were observed to attack two Common Coots in the middle of a 98ha lake for about 20 minutes. The adult eagles were accompanied by a first-year young that did not take part in the attacks. The eagles did not kill the coots although they could have done so quite easily. It appeared as if the adults were showing the young bird how to hunt waterfowl.



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Gloe, P. (2001): Zur Vogelwelt der Windberger Niederung im Westen Schleswig-Holsteins. Corax 18: 221- 240.

Vom 6. April bis 26. Juli 2000 wurde an 17 Tagen die Vogelwelt des ca. 368 ha großen geplanten Naturschutzgebietes "Windberger Niederung", teils auch der benachbarten Niederungsflächen, kartiert. Den gezählten oder geschätzten Brutbeständen und Vorkommen von Gastvögeln, letztere teils als denkbare spätere Neusiedler, werden Angaben hauptsächlich aus den 1960er Jahren gegenübergestellt. Von den 64 Brutvogelarten der Niederung fehlen gegenüber früher im Jahr 2000 7 Arten (Knäkente, Wiesenweihe, Birkhuhn, Kampfläufer, Trauerseeschwalbe, Elster, Schafstelze), 4 Arten haben abgenommen (Kiebitz, Bekassine, Feldlerche, Schilfrohrsänger), 2 zugenommen (Fasan, Fitis), 4 Arten sind neu hinzugekommen (Graureiher, Reiherente, Bleßralle, Hänfling), bei 21 Brutvogelarten waren keine wesentlichen Veränderungen gegenüber früher zu belegen. Auch bei einigen der 51 Gastvogelarten traten Veränderungen ein. Tendenzen werden aufgezeigt und in Zusammenhänge mit großräumig ablaufenden Vorgängen gestellt. Die Bestandsaufnahmen im Jahr 2000 ergaben nicht nur negative Veränderungen gegenüber den 1960er Jahren. Zusammen mit Beobachtungen zum Wasserhaushalt geben sie aber Anlaß, Modifikationen bisher durchgeführter Maßnahmen in Betracht zu ziehen.



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Summary:

The birds of the Windberger lowlands in western Schleswig-Holstein

The birds of the Windberger lowlands, a 368 ha planned nature reserve, were surveyed on 17 days during the period 6. April to 26. July 2000. Counts and estimates of breeding and non-breeding birds were compared to data from the 1960s. 64 breeding species were recorded, seven less than previously recorded for the area (Garganey, Marsh Harrier, Black Grouse, Ruff, Black Tern, Magpie, Yellow Wagtail). Four species showed population declines (Northern Lapwing, Common Snipe, Sky Lark and Sedge Warbler) and two population increases (Pheasant, Willow Warbler). Four species new to the area were recorded (Grey Heron, Tufted Duck, Common Coot and Common Linnet). The populations of 21 breeding species were more or less stable. 51 non-breeding species were recorded. Trends in numbers are presented and discussed in the context of large scale events. Both increases and decreases in population in comparison to the 1960s were recorded. The results of the surveys and observations of water management in the area give cause to consider modifications in management measures.

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Berndt, R.K., H.A. Bruns & B. Koop (2001): Ornithologischer Jahresbericht für Schleswig-Holstein 1998. Corax 18: 241-279.

1998 zeichnete sich vor allem durch einen nass-kalten Sommer und einen sturmarmen Herbst aus. Auffällig waren der Heimzug von Zwergmöwe, Sumpfläufer und Terekwasserläufer. Ein starker Einflug von Wachtelkönigen führte zum bisher stärksten registrierten Vorkommen im Lande. Weiterhin positiv ist die Bestandsentwicklung u.a. von Seeadler, Kranich und Uhu, während vor allem Alpenstrandläufer, Seeregenpfeifer und Drosselrohrsänger kontinuierlich abnehmen und ihr baldiges Verschwinden befürchtet werden muß. Die wieder gestiegenen Kleinsäugerbestände bewirkten einen Anstieg des Bruterfolgs von Mäusebussard, Turmfalke und Schleiereule. Etliche Arten haben sich nach den Bestandseinbrüchen des Kältewinters 1995/96 wieder erholt.
Manche Raritäten, darunter Zwerggans, Rothalsgans, Graubruststrandläufer, Terekwasserläufer, Zitronenstelze und Waldammer, erscheinen vermutlich regelmäßig im Lande. Ausbleibende Invasionen und ein kontinuierlicher Herbstzug ließen diese Jahreszeit unauffällig bleiben.



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Summary:
Ornithological report for Schleswig-Holstein 1998

The outstanding features of 1998 were the cold wet summer and an autumn with few gales. There was a conspicuously strong autumn migration of Little Gulls, Broad-billed Sandpiper and Terek Sandpiper. A large influx of Corn Crakes led to the largest number of breeding pairs of this species ever recorded in Schleswig-Holstein. Whereas numbers of breeding White-tailed Eagle, Common Crane and Eagle Owl continue to increase, numbers of Dunlin, Kentish Plover and Great Reed Warbler continue to decline and are in danger of extinction. The renewed increase in the size of small mammal populations led to an increase in the breeding success of Common Buzzard, Common Kestrel and Barn Owl. Numerous species have recovered from the population declines which resulted from the cold winter of 1995/96. Some rare birds such as Lesser White-fronted Goose, Red-breasted Goose, Pectoral Sandpiper, Terek Sandpiper, Citrine Wagtail and Rustic Bunting probably now occur regularly in Schleswig-Holstein. The autumn was rather insignificant, lacking large influxes and with a continuous autumn migration.



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Dierschke, V. (2001): Vogelzug und Hochseevögel in den Außenbereichen der Deutschen Bucht (südöstliche Nordsee) in den Monaten Mai bis August. Corax 18: 281-290.

Bei Planbeobachtungen des Vogelzuges wurden in den Jahren 1978, 1980, 1981 und 1984 auf der damals 75 km nordwestlich von Helgoland gelegenen Forschungsplattform "Nordsee" (FPN) in den Monaten Mai bis August 97 Vogelarten (davon 38 Singvögel) nachgewiesen. Außer einigen langfristig anwesenden (in dieser Arbeit nicht berücksichtigten) Möwenarten handelte es sich fast durchweg um Zugvögel bei der Überquerung der Deutschen Bucht. Im Vergleich zu Helgoland ist die Stärke des in den unteren Luftschichten beobachteten Zuges (Vögel/Stunde) von Wasser- und Watvögeln je nach Art bei der FPN etwa 10-3000 mal geringer. Bei Singvögeln sind die Artenzahl und bei den typischen Tagziehern Baumpieper und Schafstelze die Anzahlen ziehender Individuen bei der FPN niedriger als auf Helgoland, doch erschwert die wahrscheinlich größere Anziehung Helgolands für ziehende Singvögel einen quantitativen Vergleich mit der FPN. Es wird angenommen, dass bei Singvögeln die größere Entfernung zum Festland und bei Wasser- und Watvögeln die größere Entfernung zu den in den Sommermonaten angeflogenen Rastgebieten im und nahe dem Wattenmeer dazu führen, dass die Außenbereiche der Deutschen Bucht von weniger Zugvögeln berührt werden. Möglich ist jedoch, dass in diesem Bereich die Flughöhe größer ist und sich damit ein größerer Teil der Zugvögel einer Sichtbeobachtung entzieht als näher an der Küste. Der zumindest in den unteren Luftschichten zur Küste hin immer dichter werdende Vogelzug ist bei der Planung von Verkehr und Bauwerken im Offshore-Bereich zu berücksichtigen.



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Summary:
Bird migration and seabird occurrence in the outer parts of the German Bight (SE North Sea) from May to August

Observations of bird migration and seabird occurrence were made from May to August in the years 1978, 1980, 1981 and 1984 from the former research platform "Nordsee" (FPN), which was situated 75 km north-west of Helgoland at 54° 42,5' N, 07° 10,3' E. A total of 97 birds species (38 passerines) were recorded. With the exception of several gull species, which are not considered in this study, and of Fulmars, which were always present, most birds observed were migrants which were crossing the German Bight. The density of visible migration of waterbirds and waders at the FPN (expressed as birds per hour) is 10-3,000 times lower than recorded on the island of Helgoland. An even higher number of migrants was recorded for some species (especially Common Scoter, Common Eider, Eurasian Oystercatcher, Red Knot and Dunlin) close to the coast at Blåvandshuk (Denmark) and along the Dutch part of the Wadden Sea. The number of typical diurnal passerine migrant species (Tree Pipit, Yellow Wagtail) were lower on the FPN than on Helgoland, however, the island Helgoland is possibly more attractive to passerines than the FPN, which makes a comparison difficult. The greater distance from land (in passerines) and to coastal staging areas (the Wadden Sea for waterbirds and waders) is probably responsible for the lower amount of migration observed at the FPN. However, a possible higher altitude of migration far offshore than near to land could have led to a lower percentage of the birds being visible from the FPN. Nevertheless, the increasing density of visible migration towards the coast, at least at lower altitudes, should be taken into consideration during planning of traffic and structures, such as wind turbines, in the offshore area.



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Ullrich, N. (2001): Ansiedlung und Ausbreitung des Karmingimpels Carpodacus erythrinus in Schleswig-Holstein. Corax 18: 291-300. <

Die Auswertung aller verfügbaren Beobachtungen ergibt einen Überblick über die Ansiedlung des Karmingimpels in Schleswig-Holstein nach dem Erstnachweis auf Helgoland 1848 bzw. 1949 auf dem Festland. Ab 1970 traten auf Helgoland und ab 1979 im übrigen Schleswig-Holstein alljährlich Karmingimpel auf, doch setzte eine starke Zunahme erst Ende der 1980er Jahre ein. Diese hielt bis 1992 mit 59 Individuen an (ohne Helgoland), während in den folgenden Jahren die Ansiedlung stagnierte. Es entwickelten sich Kernvorkommen, die über mehrere Jahre existierten. In der Frühphase war vor allem Fehmarn von Bedeutung, wo heute, ebenso wie in einem weiteren Kernvorkommen vom Ende der 1980er Jahre im Raum Weißenhäuser Strand/OH, nur noch vereinzelt Karmingimpel auftreten. Die größten Vorkommen neben Helgoland liegen heute auf der Geltinger Birk/SL und auf der Elbinsel Pagensand/PI.
Bis 1999 liegen von neun Orten 37 Brutnachweise und von zehn weiteren Orten Bruthinweise vor. Der Brutbestand wird auf lediglich 20-25 Paare geschätzt, da mehrere Hinweise gegen eine bereits etablierte Population sprechen und die meisten singenden Männchen daher unverpaart bleiben. Während sich die Ansiedlung gut in die überregionale Expansion eingliedert, sind bisher ausser aus Mecklenburg-Vorpommern keine Berichte über eine Stagnation bekannt.
Die weitere Entwicklung in Schleswig-Holstein muß als offen angesehen werden, weshalb eine genaue Dokumentation der Vorkommen weiterhin erwünscht ist.


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Summary:
Settlement and spread of the Common Rosefinch in Schleswig-Holstein

All available observations of the Common Rosefinch were evaluated to give an overview of the settlement of this species in Schleswig-Holstein since this species was first recorded on Helgoland in 1848 and on the mainland in 1949. The species occurred annually on Helgoland from 1970 onwards and from 1979 onwards on the mainland. However, a large increase in numbers was first recorded at the end of the 1980s. This lasted till 1992, when 59 individuals were observed (excluding records from Helgoland), thereafter numbers have stagnated. Core areas of distribution developed, which remained in existence over a number of years. In the early phase of settlement the island of Fehmarn was of importance. Nowadays, however, as in the Weißenhäuser Strand region of East Holstein, that was a core area from the end of the 1980s onward, only a few records are registered there each year. Today the largest numbers of Common Rosefinch, apart from Helgoland, occur on the Geltinger Birk in the county of Schleswig-Flensburg and on the island of Pagensand in the river Elbe.
Up to 1999 a total of 37 breeding records from nine localities have been registered. Possible breeding attempts have been registered from a further 10 localities. The breeding population is estimated to be only 20-25 pairs. A number of points speak against an established population and, therefore, most singing males do not find a mate.
Whereas the settlement in Schleswig-Holstein fits into the general expansion of the species, apart from Mecklenburg-Vorpommern no other reports of a stagnation are known. The future development of the population in Schleswig-Holstein remains open. An exact documentation of the occurrence of this species is desirable.


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Kubetzki, U. (2001): Zum Bestandsrückgang der Sturmmöwe (Larus canus) an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste - Ausmaß, Ursachen und Schutzkonzepte. Corax 18: 301-323.

Der Sturmmöwen-Brutbestand zeigt in den beiden schleswig-holsteinischen Ostseekolonien der Naturschutzgebiete (NSG) Graswarder und Oehe-Schleimünde einen langjährigen Rückgangstrend. Auf dem Graswarder brüteten im Untersuchungsjahr 1.200 Paare, in Oehe-Schleimünde nur noch 28 Paare. Benachbart zum NSG Oehe-Schleimünde, auf der Olpenitzer Nehrung, fand Mitte der 1990er Jahre eine Kolonie-Neugründung statt, die inzwischen auf 530 Sturmmöwen-Paare angewachsen ist. Die Besiedelung von Gebäudedächern durch Sturmmöwen nimmt zu. In Kiel brüteten im Jahr 2000 insgesamt 20 Paare auf dem Dach der Poststelle Gaarden und 6 Paare auf dem Dach der Mensa II. Im Bereich des Ferienzentrums Heiligenhafen brüteten ca. 50-100 Paare über mehrere Dächer verteilt.
Die Kolonie auf dem Graswarder erlitt im Jahr 2000 einen kompletten Brutausfall. Der Hauptgrund hierfür war Prädation durch Fuchs und Marderartige. Auf der Olpenitzer Nehrung war der Bruterfolg mit 0,2 Küken pro Paar gering, was in erster Linie durch erhebliche Störungen der Kolonie zu erklären sein dürfte. Die Kieler Dachbrutkolonien hatten hingegen einen guten Bruterfolg.
Anhand von Speiballen- und Kotprobenanalysen wurden folgende Nahrungskomponenten als die wichtigsten für die Kolonien Graswarder, Olpenitzer Nehrung und die drei Dachbrutkolonien Kiel-Post, Kiel-Mensa und Ferienzentrum Heiligenhafen eingeschätzt:

1. Graswarder: Regenwürmer, Müll, Kleinsäuger
2. Olpenitzer Nehrung: Regenwürmer, Krebse
3. Kiel-Post: Regenwürmer, Miesmuscheln, Kleinsäuger
4. Kiel-Mensa II: Regenwürmer, Insekten/Boden-Arthropoden
5. Ferienzentrum Heiligenhafen: Regenwürmer.

Die wichtigsten Lebensraumtypen, die von den Sturmmöwen zur Nahrungsaufnahme aufgesucht wurden, waren terrestrische Bereiche, gefolgt von Watt/Strand-Bereichen. Die offene Ostsee hat als Nahrungsgebiet für die Sturmmöwen nur untergeordnete Bedeutung.
Die Grundnahrungsverfügbarkeit hat sich für die Sturmmöwen im Ostseeraum in den letzten Jahrzehnten durch die Intensivierung der Landwirtschaft (Rückgang an Dauergrünland, verstärkter Anbau von Wintergetreide) insgesamt verschlechtert. Die Brutbestände in Oehe-Schleimünde von 1938-2000 korrelieren zudem mit der Verfügbarkeit an anthropogener Nahrung. Die hohen Bestandszahlen in den Kolonien Graswarder und Oehe-Schleimünde aus früheren Jahren dürften demzufolge mit dem aktuellen Nahrungsangebot nicht mehr erreicht werden.
Ohne die Durchführung von Schutzmaßnahmen werden die Sturmmöwen-Kolonien auf dem Graswarder und im Bereich der Schleimündung weiter zurückgehen. Eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie Errichtung von Elektrozäunen/schwimmender Pontons zum Schutz vor Prädatoren, die Kanalisierung der Besucherströme durch Abzäunung bestimmter Brutbereiche in Olpenitz, sowie die extensive Beweidung der Schutzgebiete wird vorgeschlagen.


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Summary:
The decline of the Common Gull (Larus canus) breeding population at the Schleswig-Holstein Baltic Sea coast

The breeding populations of Common Gulls at the Baltic Sea colonies Graswarder and Oehe-Schleimünde (Federal state of Schleswig-Holstetin, Germany) have been declining for many years.
In 2000, 1,200 pairs were recorded nesting on Graswarder. Whereas not more than 28 pairs bred in the former major colony in Oehe-Schleimünde, 530 pairs bred at a new site close to Oehe-Schleimünde in Olpenitz. That colony was established in the mid 1990s.
Roof-breeding occurs more often nowadays than in the past: In 2000, 20 pairs of Common Gulls were breeding on the roof of a post-office in Kiel, 6 pairs on the university and 50-100 pairs on the roofs of the tourist centre in Heiligenhafen.
The breeding success on the first two roofs was 0.9 and 1.8 chicks/pair, respectively. In Graswarder, a complete breeding failure occurred in 2000 as was also the case during the preceeding three years. The main reason was predation by red foxes (Vulpes vulpes) and martens (Martes sp.). The breeding success in Olpenitz was low with just 0.2 chicks fledged per pair. The main reason was human disturbance. The analyses of pellets and faeces revealed the following components to be the most important:

1. Graswarder: earthworms, waste, small mammals
2. Olpenitz: earthworms, crustaceans
3. Post-office, Kiel: earthworms, mussels, small mammals
4. University of Kiel: earthworms, insects/arthropodes
5. Heiligenhafen: earthworms.

The Baltic Sea is rarely used as a feeding ground by the gulls. In fact the breeding population size in Oehe-Schleimünde correlated with the proportion of anthropogenic items (e.g. waste, discard) in the diet. Food availability for the gulls near the Baltic Sea coast has deteriorated during the last decades, particularly because of increased use of winter crops and a reduction of meadows. Fencing-in to protect Common Gulls from predation and disturbance is recommended.


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Schwarten, H. (2001): Silbermöwe (Larus argentatus) tötet adulte Lachmöwen (Larus ridibundus). Corax 18: 280.


Summary:
Herring Gull kills adult Black-headed Gulls

From the 10. December 2000 to the 16. January 2001 at the "Stadtteich" in Neumunster an adult Herring Gull was observed to kill four adult Black-headed Gulls and eat their entrails. As only one Herring Gull was ever present during the observation period, it is supposed that always the same individual was involved.


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Struwe-Juhl, B. (2000): Zur Bedeutung ausgewählter Gewässer des östlichen Schleswig-Holstein für rastende Wasservögel – Vergleichende Auswertung der Ergebnisse der Internationalen Wasservogelzählung aus den Jahren 1966/67 - 1995/96. Corax 18, Sonderheft 1: 1-240

Im Zeitraum von 1966/67 bis 1995/96 wurden in Schleswig-Holstein im Rahmen der Internationalen Wasservogelzählung 5.287 Zählungen an 60 Küstenstrecken der Ostsee und 9.743 Zählungen an 111 ausgewählten Binnengewässern durchgeführt. An diesem 30-jährigen Gemeinschaftsprojekt der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg waren bislang über 305 Zählerinnen und Zähler beteiligt. Seit 1980 werden die Ergebnisse der Bodenzähler durch zusätzliche Zählungen vom Flugzeug aus ergänzt, die insbesondere die Bestände der Meeresenten auf den küstenfernen Flachgründen und fernab der Küste erfassen. In den 80er Jahren kamen zahlreiche systematische Schiffszählungen hinzu.
In der vorliegenden Dokumentation werden alle 20 Küstenregionen der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einschließlich der Insel Fehmarn (= 60 Teilstrecken und sechs Flachgründe) und 111 Binnengewässer hinsichtlich ihrer Bedeutung für rastende Wasservögel anhand von numerischen Kriterien bewertet. 15 Küstenregionen haben eine internationale Bedeutung und sollten im Rahmen der europäischen Schutzgebietskulissse „Natura 2000“ vollständig als Special Protected Areas (SPA) ausgewiesen werden, denn in diesen Gebieten konzentrieren sich im Winterhalbjahr große Mengen an Haubentauchern, Kormoranen, Höcker- und Singschwänen, Tafel-, Reiher-, Berg-, Eider-, Eis-, Trauer- und Schellenten, Zwerg-, Mittel- und Gänsesägern sowie Bleßrallen. 5 Küstenregionen wurden als national bedeutend eingestuft. Von den 111 Binnengewässern haben 7 internationale, 30 nationale, 55 regionale und 19 lokale Bedeutung für rastende Wasservögel (vgl. Kapitel 3). Auch die 7 international bedeutenden Binnengewässer Schleswig-Holsteins (Fischteiche im Raum Plön-Selent, Fischteiche im SW Fehmarns, Großer Binnensee, Großer Plöner See, Lanker See und Kührener Teich, Schaalsee und Selenter See) sollten vollständig als SPA ausgewiesen werden.


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Summary:
The importance of coastal areas and inland waters for roosting waterfowl in the eastern part of Schleswig-Holstein/Germany

Within the scope of the international waterfowl census between 1966/67 and 1995/96 in Schleswig-Holstein a total of 5287 counts at 60 coastal areas on the Baltic and 9743 counts on 111 inland waters were carried out. Over the last 30 years 305 participants were involved in this project of the Ornithological Association of Schleswig-Holstein and Hamburg (OAG). Since 1980 the ground counts were complemented by aerial surveys focused on several seaduck species which roost on shallow offshore waters. In addition in the 1980s some systematic counts were carried out from ship.
The importance of 20 coastal regions including the island of Fehmarn (= 60 coastal areas and 3 shallow offshore waters) and 111 inland waters were evaluated by numerical criteria. Because of the high numbers of roosting Great Crested Grebe (Podiceps cristatus), Great Cormorant (Phalacrocorax carbo), Mute Swan (Cygnus olor), Whooper Swan (Cygnus cygnus), Pochard (Aythya ferina), Tufted Duck (Aythya fuligula), Scaup (Aythya marila), Common Eider (Somateria mollissima), Long-tailed Duck (Clangula hyemalis), Black Scoter (Melanitta nigra), Goldeneye (Bucephala clangula), Smew (Mergus albellus), Red-breasted Merganser (Mergus serrator), Goosander (Mergus merganser) and Coot (Fulica atra) 15 coastal regions are of international importance and should be protected completely as Special Protected Areas (SPA). The other five coastal regions are of national importance (see map, p. 10). Seven of 111 inland waters are of international importance. 30 waters are of national, 55 regional and 19 local importance for roosting waterbirds. All seven inland waters of international importance should be protected completely as SPAs.


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Nehls, G., B. Beckers, H. Belting, J. Blew, J. Melter, M. Rode & C. Sudfeldt (2001): Situation und Perspektive des Wiesenvogelschutzes im Nordwestdeutschen Tiefland. Corax 18, Sonderheft 2: 1- 26.

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Situation des Feuchtgrünlands und der Wiesenvogelbestände, sowie über den Stand des Wiesenvogelschutzes im Nordwestdeutschen Tiefland, in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die Marschen und Niederungen des nordwestdeutschen Tieflands, mit einst 500.000 ha Feuchtgrünland, sind der Verbreitungsschwerpunkt der Wiesenvögel in Deutschland. Groß angelegte Entwässerungsprojekte und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung haben einen starken Rückgang der Feuchtwiesen bewirkt. Die Grünlandgebiete Nordwestdeutschlands werden heute vor allem durch intensive Milchviehhaltung, aber auch durch Veredlungsbetriebe geprägt. Die Grünlandnutzung zur Silagegewinnung gehört zu den intensivsten Nutzungsformen der modernen Landwirtschaft. Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen begünstigen intensive Nutzungsformen, so dass extensive Weidenutzungen stark zurückgegangen sind.
Von den empfindlicheren Wiesenvogelarten sind Alpenstrandläufer (Calidris alpina) und Kampfläufer (Philomachus pugnax) bis auf sporadische Einzelvorkommen im Bestand erloschen. Die Bekassine (Gallinago gallinago) ist nur noch eingeschränkt als Wiesenvogel einzustufen, da sie im Wirtschaftsgrünland praktisch nicht mehr vorkommt. Die toleranteren Arten Kiebitz (Vanellus vanellus) und Uferschnepfe (Limosa limosa) sind als die einzigen noch flächig verbreiteten Wiesenvögel mit Hauptvorkommen im Wirtschaftsgrünland deutlich im Rückgang begriffen. Der Große Brachvogel (Numenius arquata) hat teilweise in Schleswig-Holstein im Grünland noch bis zuletzt zugenommen, geht aber in den meisten Bereichen Nordwestdeutschlands zurück. Rotschenkel (Tringa totanus) und Austernfischer (Haematopus ostralegus) weisen in Küstennähe, als Folge des Zustroms vom Wattenmeer, stabile Bestände auf.
>Von 500.000 ha Feuchtgrünland, die in den 1980er Jahren noch als bedeutend für Wiesenvögel eingestuft wurden, befinden sich derzeit etwa 30.000 ha im Eigentum der öffentlichen Hand, wovon etwa die Hälfte intensiv für den Feuchtwiesen-/Wiesenvogelschutz gemanagt wird. Für weitere etwa 15.000 ha wurden Bewirtschaftungsauflagen vertraglich vereinbart, so dass insgesamt auf etwa 9 % der ursprünglich für Wiesenvögel bedeutenden Fläche Schutzmaßnahmen mit unterschiedlicher Intensität durchgeführt werden. Die Erfolge in den Wiesenvogelschutzgebiete sind unterschiedlich. Eine sehr positive Entwicklung erfolgte in mehreren Kögen an der schleswig-holsteinischen Westküste, die insgesamt die höchsten Siedlungsdichten an Wiesenvögeln aufweisen. In den Schutzgebieten im Binnenland stagnieren die Bestände meist auf niedrigem Niveau, teilweise nehmen sie selbst in intensiv gemanagten Gebieten ab. Bislang ist es nur in wenigen Gebieten gelungen, die Wiesenvogelbestände auf hohem Niveau zu erhalten und die Siedlungsdichten sind deutlich niedriger als in niederländischen Wiesenvogelschutzgebieten. Die besten Ergebnisse gab es dort, wo die Wasserstände großflächig angehoben werden konnten, die schlechtesten in Gebieten, in denen nur ein Teil der Flächen über Bewirtschaftungsverträge geschützt wird. Die Ursachen für die insgesamt noch recht geringen Erfolge der Schutzbemühungen werden primär darin gesehen, dass es nur in wenigen Gebieten gelungen ist, in ausreichend großen Einheiten die Wasserstände zugunsten des Feuchtwiesenschutzes zu verändern. Die eingeleiteten Schutzmaßnahmen können die Effekte der langfristigen und großräumigen Veränderungen der ehemaligen Feuchtwiesenlandschaft nicht kompensieren. Darüber hinaus spielen großräumige Bestandsveränderungen, Wechselwirkungen mit dem Umland, sowie lokal Probleme im Gebietsmanagement und die Prädation eine Rolle für die Bestandsentwicklung in den Schutzgebieten.
Für die künftige Strategie des Wiesenvogelschutzes wird empfohlen, dem Ankauf von Schutzgebieten erste Priorität zu geben und die Vernässung in größeren Einheiten durchzuführen. Der Vertragsnaturschutz sollte langfristig eine größere Rolle spielen. Hierfür sind zunächst jedoch noch Veränderungen der agrarpolitischen Rahmenbedingungen mit Einführung einer Grünlandprämie notwendig, da es derzeit nicht gelingt, größere zusammenhängende Einheiten unter Vertrag zu bekommen.


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Summary:
Status and prospects of meadow bird conservation in the north-west German lowlands

This paper reviews the situation of wet meadows and the status of meadow bird populations in the north-west German lowlands of Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen and Nordrhein-Westfalen and presents an overwiew of the measures applied in meadow bird conservation. The marshes and river lowlands of northwestern Germany include about 500,000 ha of wet meadows and are the center of meadow bird distribution in Germany. Large scale land consolidation projects and intensified agricultural practices led to large decreases in the extent of wet meadows. Agriculture in the grassland areas of northwestern Germany is presently dominated by dairy farms and pig and poultry breeders. Grasslands used for silage cutting are amongst the most intensively used farmland areas. Agricultural policies clearly favour intensification. Grazing systems are declining drastically.
Dunlin and Ruff, which can be considered as sensitive meadow bird species, are almost extinct. Common Snipe can hardly be called a meadow bird any longer as most pairs breed outside farmland. Northern Lapwing and Black-tailed Godwit are the only meadow bird species which are still more or less widely distributed and which settle mainly on agricultural land. However, both species show drastic decreases in breeding numbers. Eurasian Curlews increased in some parts of Schleswig-Holstein until recently, but numbers are decreasing in most other areas. Oystercatcher and Common Redshank numbers are stable in coastal areas with an influx from the Wadden Sea.
Of 500,000 ha of farmland which were attributed to be of some significance to meadow birds in the 1980s, about 30,000 ha have been purchased by state governments for conservation purposes. About half of this area is intensively managed for meadow bird conservation. Contracts have been signed with farmers in agri-environmental schemes on a further 15,000 ha. In total about 9 % of the former area considered important for meadow birds is subject to various conservation measures. The success of conservation efforts has been rather variable. A very positive development of meadow bird numbers occured in some polders on the west coast of Schleswig-Holstein, which hold the highest densities. In most inland areas numbers remained more or less stable at a low level, or decreased, sometimes even in areas managed for meadow birds. Up to now high densities could only be maintained in a few areas and densities are generally much lower than in dutch meadow bird reserves. The best results were achieved in areas where the water level could be controlled in favour of the meadow birds, the least favourable results were achieved in areas partly protected by contracts. The reasons for the limited success in meadow bird conservation is thought to be caused by the fact that only a few reserves are big enough to allow a suitable management of water levels. The conservation efforts cannot compensate for large-scale changes in the former wet meadows. In addition, general population decreases, interaction with surrounding areas, and local management problems and predation play a role in the development of meadow bird numbers in the reserves.
It is recommended that future strategies in meadow bird conservation should aim to maintain a suitable water level in larger areas, which can almost only be achieved, if the land is purchased by the state. Management contracts as part of agri-environmental schemes should play a bigger role in the future. However, it is recommended, that agricultural policies should change from headage payments to area payments in order to increase acceptance of the contracts by the farmers.


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Nehls, G. (2001): Bestandserfassung von Wiesenvögeln in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und auf Eiderstedt 1997. Corax 18, Sonderheft 2: 27-38.

Die Bestände der Wiesenvögel wurden 1997 in der Eider-Treene-Sorge-Niederung auf ca. 18.000 ha und auf Eiderstedt auf ca. 11.000 ha kartiert. Die Eider-Treene-Sorge-Niederung ist eine von Moorböden geprägte Flußniederung, Eiderstedt dagegen eine von Kleiböden geprägte alte Seemarsch. Der Kiebitz war mit Siedlungsdichten von 0,47 RP/10ha in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und 0,63 RP/10ha auf Eiderstedt die häufigste Wiesenvogelart, die Uferschnepfe erreichte Siedlungsdichten von 0,11 bzw. 0,08 RP/10ha. Rotschenkel waren mit 0,03 bzw. 0,04 RP/10ha in beiden Gebieten etwa gleich häufig, der Austernfischer erreichte dagegen in der Eider-Treene-Sorge-Niederung mit 0,03 RP/10ha nur ein Zehntel der auf Eiderstedt gefundenen Siedlungsdichte. Bekassine und Großer Brachvogel wurden nur in der Eider-Treene-Sorge-Niederung angetroffen. Vergleiche mit früheren Untersuchungen weisen für die Uferschnepfe auf einen Bestandsrückgang um etwa ein Viertel seit den 1980er Jahren hin. In der Eider-Treene-Sorge-Niederung belegen Vergleiche mit früheren Untersuchungen einen anhaltenden Rückgang des Rotschenkels, während der Bestand der Bekassine, nach starken Rückgängen in den 1970er und 1980er Jahren, derzeit auf niedrigem Niveau stagniert. Der Brachvogel nimmt in der Eider-Treene-Sorge-Niederung zu. Die niedrige Siedlungsdichte des Kiebitzes weist auf sehr starke Bestandseinbrüche in beiden Gebieten hin.


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Summary:
A survey of breeding meadow birds in the Eider-Treene-Sorge-lowlands and on Eiderstedt in 1997

The numbers of breeding meadow birds were mapped in 1997 on 18,000 ha of the Eider-Treene-Sorge-lowlands and on 11,000 ha of the Eiderstedt peninsula. The Eider-Treene-Sorge-lowlands are a river marsh dominated by peat soils, whereas Eiderstedt is an old embanked sea marsh dominated by clay soils. The Northern Lapwing was the most abundant species with 0.47 pairs/10ha in the Eider-Treene-Sorge-lowlands and 0.63 pairs/10 ha on Eiderstedt. Black-tailed Godwits reached 0.11 and 0.08 pairs/10ha respectively. Redshank showed almost equal abundances in both areas with 0.03 and 0.04 pairs/10ha, whereas breeding densities of Oystercatchers in the Eider-Treene-Sorge-lowlands (0.03 pairs/10ha) were only a thenth of the density recorded on Eiderstedt. Common Snipe and Eurasian Curlew only occurred in the Eider-Treene-Sorge-lowlands. Breeding numbers of Black-tailed Godwits have decreased in both areas by about a quarter since the 1980s. In the Eider-Treene-Sorge-lowlands a comparison with former surveys showed a continuous decline of Common Redshank numbers, whereas the Common Snipe remained stable after severe declines in the 1970s and 1980s. The low densities of Northern Lapwing recorded in both study areas mirrors the strong declines of this species.


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Hötker, H., J. Blew, H.A. Bruns, S. Gruber, B. Hälterlein & W. Petersen-Andresen (2001): Die Beutung der "Naturschutzköge" an der Westküste Schleswig-Holsteins für brütende Wiesen-Limikolen. Corax 18, Sonderheft 2: 39-46.

Nach Bestandsaufnahmen von 1996 bis 1999 brüteten in den sogenannten Naturschutzkögen an der Westküste Schleswig-Holsteins (Rickelsbüller, Fahretofter, Ockholmer und Beltringharder Koog, Hauke-Haien Koog, Dithmarscher Speicherköge) sowie an der unteren Eider 2382 Austernfischer-, 1965 Kiebitz-, 34 Bekassinen-, 381 Uferschnepfen- und 1025 Rotschenkelpaare sowie ein Alpenstrandläuferpaar. Außerdem wurden 48 Kampfläuferweibchen zur Brutzeit festgestellt. Die Köge beherbergten damit etwa ein Viertel der schleswig-holsteinischen Gesamtbestände von Uferschnepfe und Rotschenkel sowie weit mehr als die Hälfte des deutschen Kampfläufer-Brutbestandes. Nach erheblichen Zunahmen jeweils kurz nach den Eindeichungen blieben die Bestände von Austernfischer, Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel weitgehend stabil. Alpenstrandläufer, Bekassinen und Kampfläufer zeigten deutliche Bestandseinbußen. Sollte letzterer Trend anhalten, muß mit dem Erlöschen des Kampfläuferbrutbestandes in Deutschland gerechnet werden.


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Summary:
The significance of "nature protection polders" on the West coast of Schleswig-Holstein for breeding meadow waders

Censuses in 1996-1999 in the so-called "nature protection polders" on the West coast of Schleswig-Holstein (Rickelsbüller, Fahretofter, Ockholmer and Beltringharder Koog, Hauke-Haien- Koog, Dithmarscher Speicherköge, Estuary of river Eider) revealed following numbers of breeding pairs: Oystercatcher 2382, Lapwing 1965, Dunlin 1, Snipe 34, Black-tailed Godwit 381, and Redshank 1025. In addition, 48 Reeve were noted. The polders hosted about one quarter of the total breeding population of Black-tailed Godwit and Redshank in Schleswig-Holstein and far more than half of the German breeding population of Ruff. Shortly after the land claims had taken place (1959-1990), populations of all breeding meadow waders increased. Populations of Oystercatcher, Lapwing, Black-tailed Godwit and Redshank in the polders have been fairly stable since then, whereas those of Snipe, Dunlin and Ruff have decreased considerably. If the downward trend in Ruff continues, this species faces extinction as a breeding bird species in Germany.


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Melter, J. & A. Welz (2001): Eingebrochen und ausgedünnt: Bestandsentwicklung von Wiesenlimikolen im westlichen Niedersachsen von 1987-1997. Corax 18, Sonderheft 2: 47-54.

Von 1987 bis 1997 wurden in 109 Untersuchungsgebieten (126.000 ha) im westlichen Niedersachsen die Bestände von sechs Wiesenlimikolen erfaßt. Der Arbeitskreis Feuchtwiesenschutz Westniedersachsen (1998) hat die Originaldaten bereits publiziert; diese werden hier mit einem neuen Programm (TRIM) zur feineren Analyse bearbeitet.
Die Bestandsentwicklungen verlaufen signifikant negativ für Kiebitz (jährliche Abnahmerate von 2,4 %, Gesamtbestand 1987 ca. 6.250 Paare, 1997 ca. 5.200 Paare); Bekassine (11,5 %, 970, 340), Uferschnepfe (6,6 %, 2.580, 1.355), Großer Brachvogel (1,9 %, 880, 745) und Rotschenkel (4,5 %, 623, 405).
Der Austernfischer zeigt als einzige Art eine positive Bestandsentwicklung (jährliche Zunahme von 4,4 %, 1987 ca. 624 Paare, 1997 ca. 984 Paare).
Deutlich rückläufig ist zudem die Präsenz von Bekassine, Uferschnepfe, Großem Brachvogel und Rotschenkel in den Gebieten; die Bestände drohen zunehmend zu verinseln.
Die Ursachen für die dramatischen Rückgänge der "empfindlichen" Arten werden kurz diskutiert. Die Region stellt trotz der Verluste immer noch wichtigste Vorkommen für einige Arten in Niedersachsen und ganz Deutschland dar (z.B. Großer Brachvogel, Uferschnepfe). Leider unterliegen die meisten Untersuchungsgebiete bislang keinerlei Schutzvorschriften oder -bemühungen. Angesichts dieser Situation sind die Zukunftsperspektiven für die Vorkommen von Wiesenvögeln negativ. Anforderungen an ein effektives Schutzprogramm werden kurz umrissen.


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Summary:
Decreasing and isolated: Population changes of breeding waders in wet meadows in western Lower-Saxony between 1987 and 1997

Six wader species breeding in (wet) meadows were surveyed in the western part of Lower Saxony, Germany between 1987 and 1997. Surveys were carried out in 109 sites covering about 1,263 km2 within a region of 9,412 km2. The results were published by Arbeitskreis Feuchtwiesenschutz Westniedersachsen (1998). Here, data are reanalysed using TRIM (TRends & Indices for Monitoring data; see Pannekoek & van Strien 1996, van Strien & Verstrael 1996). Trends were significantly negative for Lapwing (annual decrease of 2,4 %; 1987 ca. 6,250 pairs, 1997 5,200 pairs), Common Snipe (11,5 %, 970, 340), Black-tailed Godwit (6,6 %, 2,580, 1,355), Curlew (1,9 %, 880, 745) and Redshank (4,5 %, 623, 405). With the exception of Lapwing all these species abandoned several breeding sites thus becoming increasingly isolated in the region. The Oystercatcher is the only species which has increased and settled in new sites during the last decade (+ 4,4 %, 624, 984); this is mainly due to a population increase in the Wadden Sea area. Reasons for the dramatic decrease in most species are well known and described briefly. The region and especially the study sites still hold important breeding populations of wader species at a state and federal level. As most of the sites are not protected future population trends of meadow birds in the region will be negative. Conservation measures which are considered to be necessary to protect the bird populations are discussed briefly.


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Seitz, J. (2001): Zur Situation der Wiesenvögel im Bremer Raum. Corax 18, Sonderheft 2: 55-66.

Traditionelle Wiesenvögel des Bremer Beckens wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Bekassine (Gallinago gallinago), Uferschnepfe (Limosa limosa), Rotschenkel (Tringa totanus), Krick- (Anas crecca) und Knäkente (Anas querquedula), Feldlerche (Alauda arvensis) und Schafstelze (Motacilla flava) haben in den letzten Jahren Bestandseinbrüche zwischen 30 % und 70 % erlebt. Bestände anderer traditioneller Arten der Bremer Flußniederungen wie Kampfläufer (Philomachus pugnax), Wachtelkönig (Crex crex) und Tüpfelralle (Porzana porzana) sind als Folge von Entwässerungen schon seit der Jahrhundertwende auf geringe Reste zusammengeschmolzen. Gut gehalten haben sich Arten wie Wiesenpieper (Anthus pratensis), Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und Großer Brachvogel (Numenius arquata), die vor hundert Jahren noch kaum vertreten waren und sich erst nach Durchführung der großen Entwässerungsmaßnahmen im Laufe dieses Jahrhunderts verstärkt angesiedelt haben. Die Schaffung größerer Naturschutzgebiete und ein angepaßtes Wassermanagement hat zwar zunächst zu einem Anstieg der Bestände traditioneller Wiesenvögel geführt. Seit Anfang der 1990er Jahre, vor allem seit 1996, ist auch hier ein massiver Bestandseinbruch bis unter das Niveau vor der Unterschutzstellung zu verzeichnen. In den Schutzgebieten fällt derzeit der größte Teil der Gelege Prädatoren zum Opfer. Untersuchungen der Jahre 1998 und 1999 mit so genannten Thermologgern zeigen, dass hierbei entgegen der öffentlichen Diskussion nicht der Rabenkrähe (Corvus c. corone), sondern Raubsäugern, vor allem wohl dem Fuchs (Vulpes vulpes), die entscheidende Rolle zukommt. Konsequenzen aus der Bestandsentwicklung der Wiesenvögel für den Naturschutz werden kurz diskutiert.

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Summary:
The situation of the meadow birds in the Bremen region

In recent years meadow birds traditionally found in the Bremen basin, such as the Lapwing, Snipe, Black-tailed Godwit, Redshank, Teal, Garganey, Skylark and Yellow Wagtail, have suffered declines in population size of 30 % to 70 %. Other traditional species of the Bremen river lowlands, such as the Ruff, Corncrake and Spotted Crake, have declined continuously since the beginning of the twentieth century on account of drainage projects and the remaining populations are now only small. Species such as the Meadow Pipit, Whinchat and Curlew, which were scarce 100 years ago and were only able to establish themselves after the major drainage projects throughout the twentieth century, have managed to hold their own. Although the creation of large nature conservation areas and appropriate changes in water management have led to a brief rise in the populations of traditional meadow birds, there too has been a serious decline - since the beginning of the nineteen nineties but especially since 1996 - to below the levels which prevailed before the conservation areas were established. In the conservation areas most of the nesting sites fell victim to predators in recent years. Surveys conducted in 1998 and 1999 using so-called thermologgers indicate that, contrary to the opinions expressed in public debate, it is not the Carrion Crow which plays the main role in this case, but predatory mammals, particularly the fox. In the light of the population trend for meadow birds there is a brief discussion about consequences in nature conservation.


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Bruns, H.A., H. Hötker, J. Christiansen, B. Hälterlein & W. Petersen-Andresen (2001): Brutbestände und Bruterfolg von Wiesenvögeln im Beltringharder Koog (Nordfriesland) in Abhängigkeit von Sukzession, Beweidung, Wasserständen und Prädatoren. Corax 18, Sonderheft 2: 67-80.

Nach der Eindeichung der Nordstrander Bucht 1987 stiegen durch die Zunahme der Landfläche und der Besiedlung der ehemaligen Wattflächen mit niedrigwüchsigen Pflanzen die Brutbestände von Wiesenvögeln im neu entstandenen Beltringharder Koog rasch an. Mit fortschreitender Sukzession und der Ausdehnung von Hochstaudenfluren sanken die Bestände des Gesamtgebietes nach einem Maximum sechs Jahre nach der Eindeichung wieder ab. Auf den durch Beweidung und Wasseranstau gepflegten Flächen erhöhten sich jedoch die Wiesenvogeldichten. Als für die Bestandsgrößen wichtige Faktoren ließen sich Wasserstand und verschiedene Wetterparameter ermitteln. Die Häufigkeit von Füchsen (Vulpes vulpes) erwies sich sowohl für die Erklärung der Bestandshöhe als auch des Bruterfolges (von Enten Anatidae) als weniger bedeutend. Der Schlupferfolg von Austernfischern (Haematopus ostralegus) und Kiebitzen (Vanellus vanellus) war auf unbeweideten Flächen signifikant höher als auf beweideten.


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Summary:
Breeding populations and breeding success of meadow birds in the Beltringharder Polder (Nordfriesland) in relationship to vegetation succession, grazing levels, water levels and predators

After the land claim in the Nordstrander Bucht, the population of meadow birds breeding in the new Beltringharder Koog rapidly increased because vast areas of new land with low vegetation cover became available. Due to the succession of vegetation and the dispersion of tall perennials the populations of meadow birds decreased after having reached a maximum six years after the land claim. In parts of the area where wet grassland was managed by water level manipulations and grazing the density of breeding meadow birds increased. Regression models revealed water level and various weather parameters as signifikant factors for explaining population sizes of breeding meadow birds. The number of foxes seen in the study site appeared to be less important for the population size and the breeding success (of ducks). The hatching success of Oystercatchers and Lapwings was significantly higher on ungrazed than on grazed plots.


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Nehls, G. (2001): Entwicklung der Wiesenvogelbestände im Naturschutzgebiet Alte-Sorge-Schleife, Schleswig-Holstein. Corax 18, Sonderheft 2: 81-101.

Die Alte-Sorge-Schleife ist ein 600 ha großes Grünland- und Moorgebiet in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Sie wurde als Gebiet mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung von 1985 bis 1993 für den Naturschutz aufgekauft. Nachdem es in den Jahren während des Ankaufs und der Einrichtung des Naturschutzgebietes zu Schwierigkeiten mit der Bewirtschaftung kam, ein Teil der Flächen hoch aufwuchs und Bestandsrückgänge der Wiesenvögel einsetzten, wurde 1992 ein Pflege- und Entwicklungsplan vorgelegt, nach dem 287 ha Grünland mit Nutzungsauflagen unter anderem für den Wiesenvogelschutz bewirtschaftet werden. Die Wasserstände im Gebiet wurden durch Anstau der Parzellengräben angehoben, das Grünland bleibt seitdem ungedüngt und wird entweder beweidet (1,5 Rinder/ha) oder ab 1. Juli gemäht. Die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen auf Bestand und Bruterfolg der Wiesenvögel wurden von 1993 bis 1997 untersucht. Starke Bestandseinbrüche waren bei Kiebitz (Vanellus vanellus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Rotschenkel (Tringa totanus) und Bekassine (Gallinago gallinago) vor allem in den Jahren 1985 bis 1992 zu verzeichnen, bevor der Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt wurde. Uferschnepfe und Kiebitz gingen auf 10 % des zu Beginn der 1980er Jahre ermittelten Bestands zurück. Mit Ausnahme der Uferschnepfe haben die Bestände der genannten Arten nach 1992 wieder zugenommen: Bekassine und Rotschenkel haben mit 23 bzw. 5 Paaren wieder Werte wie zu Beginn der 1980er Jahre erreicht, der Kiebitz mit 29 Paaren dagegen nur ein Viertel seines ursprünglichen Bestands. Die Uferschnepfe erreichte 1997 mit nur noch 5 Paaren den bislang niedrigsten Bestand. Der Bruterfolg von Uferschnepfe und Kiebitz war in den meisten Jahren sehr gering. Die Beobachtungen wiesen in mehreren Jahren auf ungewöhnlich hohe Gelegeverluste durch Prädation hin.
Bei Feldlerche (Alauda arvensis) und Schafstelze (Motacilla flava) sind keine sicheren Aussagen über die Bestandsentwicklung möglich. Im Bestand zugenommen haben Großer Brachvogel (Numenius arquata), Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und Wiesenpieper (Anthus pratensis).
Die Entwicklung des Gebietes seit 1993 wird im Hinblick auf die untersuchten Brutvögel als generell positiv bewertet, da bei den meisten Arten höhere Bestände als im Umland erhalten oder Bestandszunahmen eingeleitet werden konnten. Sie ist jedoch nicht zufriedenstellend, da die Bestände von Kiebitz und Uferschnepfe weiterhin deutlich unter den früheren Werten liegen. Bei den Rückgängen und den geringen Bruterfolgen dieser Arten werden Bewirtschaftungsfehler bei der Einrichtung des Naturschutzgebietes, ungewöhnlich hohe Prädationsraten und Abwanderungen in das Umland als die wesentlichen Ursachen angesehen. Das heutige Management mit Nulldüngung, möglichst hohen Wasserständen, Mahd ab 1. Juli und niedrigen Beweidungsdichten hat sich bewährt. Es wird empfohlen, den Anteil der Weideflächen auszuweiten und die Viehdichte stärker am Aufwuchs der Flächen auszurichten.


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Summary:
Development of meadow birds in the nature reserve Alte-Sorge-Schleife, Schleswig-Holstein

The Alte-Sorge-Schleife is a 600 ha grassland and peat bog area in the Eider-Treene-Sorge-lowlands, Schleswig-Holstein. The area was purchased by the government to establish a nature reserve and 287 ha of grassland are managed today in order to maintain favourable conditions for meadow birds. Northern Lapwing, Black-tailed Godwit, Redshank and Common Snipe strongly decreased in the period 1985-1992 before the current management concept was implemented. In the same period Northern Lapwing and Black-tailed Godwit decreased by 90 %. All species, except for the Black-tailed Godwit, have increased after the implementation of the management scheme. Common Snipe increased to 23 pairs and Redshank to 5 pairs, which corresponds well to former numbers. Northern Lapwing reached 29 pairs which is only a quarter of former numbers and Black-tailed Godwits dropped to only 5 pairs in 1997. Breeding success of Northern Lapwing and Black-tailed Godwit was low in most years, which was partly caused by exceptional high predation rates. Increasing numbers of territorial pairs were recorded for Curlew, Whinchat and Meadow Pipit, whereas no clear information is available for Skylark and Yellow Wagtail. The development of the nature reserve after 1993 is concluded to be positive as most species increased or maintained higher levels than on surrounding conventional farmland.
Decreasing numbers and low breeding success are assumed to be caused by mismanagement in the early years of the reserve, high predation rates and dispersal to the surroundings of the reserve. It is recommended to maintain the current management scheme which excludes fertilisation, maintains high water levels, does not allow mowing before 1 July and restricts cattle densities. More meadows should be grazed and cattle density should be regulated according to plant production.


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Meyer, J. (2001): Die Brutvögel im Bereich des Tetenhusener Moores, Schleswig-Holstein, 1993. Corax 18, Sonderheft 2: 103-120.

1993 wurde der Brutvogelbestand des Tetenhusener Moores (275 ha degeneriertes Hochmoor) und des umgebenden Grünlandes (500 ha) kartiert (Tab. 1, Abbildungen). Hervorzuheben sind die Bestände typischer Moor- und Wiesenvögel (Sumpfohreule, Asio flammeus, Trauerseeschwalbe, Chlidonias niger, Großer Brachvogel, Numenius arquata, Bekassine, Gallinago gallinago, Kiebitz, Vanellus vanellus, Uferschnepfe, Limosa limosa), die landesweit zurückgegangen sind. Brutbestände und Bruterfolg von Arten, die im Grünland und in feuchten Moorbereichen brüteten, litten erheblich unter der Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen, die auch dem Moorkörper Wasser entzieht.


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Summary:
The breeding birds of the "Tetenhusener Moor" area, Schleswig-Holstein, in 1993

A survey of the breeding birds of the "Tetenhusener Moor" (degenerated raised bog, 275 ha) and the adjacent meadows (500 ha) was carried out in 1993 (Tab. 1, Figures). The area is especially important for its populations of species typical of bog and meadow habitats (Short-eared Owl, Black Tern, Curlew, Common Snipe, Lapwing, Black-tailed Godwit), that have declined generally in Schleswig-Holstein. The breeding populations and breeding success of species breeding on meadows and in the wetter parts of the bog have suffered considerably from the effects of drainage of the adjacent farmed areas, which also leads to a lowering of water levels in the bog itself.


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Köster, H., G. Nehls & K.-M. Thomsen (2001): Hat der Kiebitz noch eine Chance? Untersuchungen zu den Rückgangsursachen des Kiebitzes (Vanellus vanellus) in Schleswig-Holstein. Corax 18, Sonderheft 2: 121-132.

Der Bestand des Kiebitzes und die den Bruterfolg bestimmenden Faktoren wurden von 1996 bis 1998 in drei Gebieten des schleswig-holsteinischen Festlands und auf der Insel Pellworm untersucht.
Die Siedlungsdichten lagen 1996 zwischen 0,5 und 3,2 Revieren/10ha. Der mittlere Gesamtbruterfolg in den Festlandsgebieten lag zwischen 0,12 und 0,37 juv./Revier (flügge Jungvögel/Revier) und erreichte in keinem Fall den für den Bestandserhalt notwendigen Wert von 0,9 juv./Revier. Auf der Insel Pellworm betrug der mittlere Gesamtbruterfolg 0,77 juv./Revier und erreichte in zwei der drei untersuchten Jahre den für den Bestandserhalt notwendigen Wert. Auf dem Festland traten sehr hohe Gelegeverluste auf, die Schlupfwahrscheinlichkeit (Mayfield-Wert) lag nur zwischen 11 % und 16 %. Im Mittel fielen Zweidrittel der Gelege Prädatoren zum Opfer, die Höchstwerte lagen bei über 90 %. Auf der Insel Pellworm, auf der keine Raubsäuger vorkommen, lag der Schlupferfolg dagegen zwischen 58 % und 86 % und die Prädationswahrscheinlichkeit war sehr gering. Zwischen der Siedlungsdichte der Rabenkrähe, die auf Pellworm in vergleichbarer Dichte wie auf dem Festland vorkommt, und der Prädationswahrscheinlichkeit bestand kein Zusammenhang. Es wird daher angenommen, daß die meisten Gelegeverluste in den Festlandsgebieten von Raubsäugern verursacht wurden.
Die Verlustwahrscheinlichkeiten durch landwirtschaftliche Aktivitäten lagen auf dem Festland zwischen 33 % und 66 %. Sie waren auf Pellworm erheblich geringer, da dort die Frühjahrsbearbeitung des Grünlandes weniger intensiv ist.
In den Festlandsgebieten wurde nur in wenigen Fällen ein Nachgelege im selben Revier festgestellt, wenn ein Gelege verloren ging. Der Bestandsverlauf deutet darauf hin, daß die meisten Gelegeverluste gar nicht durch Nachgelege ausgeglichen wurden. Die Verlagerung der Brutstandorte auf Ackerflächen im Laufe der Brutzeit zeigte an, daß das schnell aufwachsende Intensivgrünland nur relativ kurze Zeit als Bruthabitat angenommen wird.
Die Überlebensrate der Küken war auf Pellworm und im Bereich des Naturschutzgebietes Alte-Sorge-Schleife gut (>25%). In diesen Gebieten ist eine Vielzahl geeigneter Habitatstrukturen, insbesondere Feuchtflächen vorhanden. In den anderen Gebieten lag die Sterblichkeit dagegen bei 88%, geeignete Habitatstrukturen sind hier seltener. Da bei einer Überlebensrate der Küken von weniger als 25% kein für den Bestandserhalt ausreichender Bruterfolg möglich ist, wird angenommen, daß die niedrige Überlebensrate der Kiebitzküken in vielen Gebieten eine weitere wichtige Ursache für den Rückgang des Kiebitzes ist. Schutzmaßnahmen für den Kiebitz sollten daher neben der notwendigen Reduzierung der Gelegeverluste auch Maßnahmen zur Optimierung der Brut- und Kükenaufzuchtshabitate, beispielsweise durch Wiedervernässung, beinhalten, damit der Kiebitz noch eine Chance in Schleswig-Holstein hat.

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Summary:
Can the Lapwing survive as a breeding bird?

A study on the causes of the decline of the lapwing in Schleswig-Holstein Lapwing breeding densities and the factors determining breeding success were examined in three mainland areas of Schleswig-Holstein and on the island of Pellworm from 1996 to 1998.
Breeding densities in 1996 varied from 0,5 to 3,2 pairs/10ha. Mean fledging success in the mainland areas ranged from 0,12 to 0,37 fledglings/pair, which is considerably below the value of 0,9 fledglings/pair, which is required to sustain a stable population. On the island of Pellworm, fledging success reached 0,77 fledglings/pairs and met in two years of the study the level required to sustain the population. Clutch losses were common on the mainland and hatching probability (Mayfield values) only reached 11 % to 16 %. About two thirds of the mainland clutches were predated and the highest values for probability of predation exceeded 90%. Hatching success on the island of Pellworm, where mammalian predators are absent, ranged from 58 % to 86 %. No correlation between the nesting densities of Carrion Crows and nest predation was found and it is thus assumed, that clutch losses on the mainland were mainly caused by mammalian predators. The probability of clutch losses due to agriculture ranged from 33 % to 66 % in the mainland areas and was much lower on the island of Pellworm. On Pellworm, harrowing of grassland in spring is less common. In the mainland areas clutch losses were rarely replaced in the same field and observations indicated that many clutch losses were not replaced at all. It is assumed that the fast growing vegetation of intensively farmed grasslands rapidly reduce their suitability as Lapwing nesting habitat, as Lapwings shift to arable land in the course of the breeding season. Chick survival was good (> 25 %) on the island of Pellworm and in the lowlands of the river Sorge. In both areas habitats suitable for Lapwing chicks, such as small wetlands, can still be found. In the other areas, chick mortality averaged 88 %. Chick survival rates lower than 25 % are not sufficient to maintain a viable population. It is therefore assumed that low chick survival is another crucial factor for Lapwing declines. It is concluded that measures to stop the decline of the Lapwing must aim to reduce clutch losses as well as improving the habitat for breeding and fledging of the chicks by restoring wet grasslands.

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Gienapp, P. (2001): Nahrungsökologie von Kiebitzküken (Vanellus vanellus) im Grünland der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Corax 18, Sonderheft 2: 133-140.

In den letzten Jahren gehen die Bestände des Kiebitz (Vanellus vanellus) stark zurück (Nehls 1996). Neben Gelegeverlusten kann hierfür auch die Überlebensrate der Küken verantwortlich sein. Deshalb wurde in dieser Arbeit das Nahrungsangebot und die Nahrungswahl von Kiebitzküken auf intensiv und extensiv bewirtschafteten Flächen untersucht.
Das mit Bodenfallen erfasste Nahrungsangebot bestand vor allem aus kleinen Kurzflügelkäfern und kleinen Wolfsspinnen. Im Extensivgrünland wurden insgesamt geringere Individuenzahlen als im Intensivgrünland gefangen. Außerdem ließ sich eine Verschiebung zu kleineren Arten im Intensivgrünland erkennen.
Im Gegensatz zum erfassten Nahrungsangebot wurden in Kotproben von Kiebitzküken hauptsächlich Überreste von Käfern (vor allem Laufkäfer) und Dipteren-Larven gefunden. Außer bei der Anzahl der Dipteren-Larven und Spinnen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Flächen. Durch Verhaltensbeobachtungen auf Extensiv-Grünland konnte festgestellt werden, dass Kiebitzküken in 13 % der Fälle Regenwürmer erbeuteten und auf Extensivgrünland der Anteil erfolgreicher Pickbewegungen signifikant höher als auf Intensivgrünland war.
Neben dem Nahrungsangebot selbst sind die Vegetationsstruktur und die Bodenfeuchte von besonderer Bedeutung für den Jagderfolg der vorwiegend optisch orientierten Kiebitzküken, da diese Faktoren die Verfügbarkeit potentieller Beutetiere bestimmen. Im allgemeinen sind daher die Ernährungsbedingungen auf extensiv bewirtschafteten Flächen besser, da hier die Vegetation lückiger und die Bodenfeuchte höher ist.


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Summary:
The feeding ecology of Lapwing chicks (Vanellus vanellus) on grassland areas in the Eider-Treene-Sorge river valleys

Over the last years the populations of the Lapwing (Vanellus vanellus) declined steadily. In addition to nest loss this may be due to a reduced survival rate of chicks. Survival rate of young depends, among other things, on favourable foraging conditions during the rearing period. To evaluate this the diet of lapwing chicks and the abundance of prey taxa on different managed grassland areas was studied and compared with the available food resources.
On intensively managed grassland areas more and smaller invertebrates were caught in pitfall-traps than in low intensity managed areas. The Lapwing chicks were mainly feeding on beetles, diptera-larvae and earthworms. Since they locate their prey optically not only the overall abundance of prey is important but also the structure of the vegetation. The Lapwing chicks were more succesful in foraging on low intensity than on intensively managed areas despite the more or less similar abundance of prey taxa on both areas.


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Haberer, A. (2001): Rabenvögel (Corvidae) auf Amrum und ihre Auswirkungen auf den Kiebitzbestand (Vanellus vanellus) der Insel. Corax 18, Sonderheft 2: 141-148.

1997 konnten auf der Nordsee-Insel Amrum 75 Brut- und 40 Revierpaare der Rabenkrähe (Corvus corone corone) sowie 47 Brut- und 27 Revierpaare der Elster (Pica pica) kartiert werden. Hinzu kamen ca. 314 nichtbrütende Individuen der Rabenkrähe. Der Kiebitz (Vanellus vanellus) war 1997 mit 97 Paaren auf Amrum vertreten, in den Marschen erreichte er eine Siedlungsdichte von 6,8 P/10 ha. Gelegeverluste durch Prädation waren beim Kiebitz sehr gering. Der Schlupferfolg lag beim Kiebitz 1997 in den Marschgebieten mit 96 % sehr hoch. Der Aufwuchserfolg der Jungvögel wurde nur stichprobenartig erfaßt. Die Untersuchungen auf der von Raubsäugern fast freien Insel Amrum haben keinen Hinweis darauf ergeben, daß die Bestandsentwicklung des Kiebitz durch Prädatoren im allgemeinen und Rabenkrähen im speziellen stark beeinflußt wird.
Der Rückgang des Kiebitzbestandes auf Amrum setzte vielmehr etwa zeitgleich mit dem starken Rückgang des Bestandes am schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Festland in den 1980er Jahren ein.
Als Ursache für den Bestandsrückgang des Kiebitz kommen überregional wirksame Faktoren und die Verschlechterung der Habitatqualität seit den 1960er Jahren auf Amrum in Frage. Diese ist auf die Absenkung des Grundwasserstandes (Entwässerung durch die Landwirtschaft, Wasserentnahme durch Hausbrunnennutzung und erhöhter Wasserverbrauch durch die Ausweitung der Tourismus-Saison) und auf die Intensivierung der Landnutzung zurückzuführen (Einschränkung der Fruchtfolge, intensivere Düngung, Silagebereitung, höhere Viehdichte).


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Summary:
Carrion Crows and Magpies - do they endanger the Lapwing population of Amrum?

A survey of the Carrion Crow, Magpie und Lapwing populations was carried out on the 20.4 km2 island of Amrum in 1997 in order to evaluate the effects of corvid predation on the Lapwing breeding population. The Carrion Crow population included 75 breeding pairs, 40 territorial pairs that did not breed and 314 non-breeding individuals. The Magpie population included 47 breeding pairs and 27 territorial pairs. 97 pairs of Lapwing were recorded with up to 6.8 pairs/10 ha in lowland meadows. The rate of clutch loss due to predation was low and hatching success was high with 96 %. Breeding success was only spot checked.
Amrum is almost free of mammalian predators. There is evidence, that development of the Lapwing population is neither influenced by predation in general nor by Carrion Crows in particular. The decline of the Lapwing population of Amrum started in the 1980's, at the same time as it did in most other parts of Schleswig-Holstein and Lower Saxony. The decline is the result of habitat deterioration that occurred since the 1960's caused by drainage and intensification of agriculture.


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Bruns, H.A., R.K. Berndt & B. Koop (2002): Ornithologischer Jahresbericht für Schleswig-Holstein 1999. Corax 18: 349-394.

Das Berichtsjahr zeichnete sich durch einen "normalen" Winter und vergleichsweise warme Witterung im Frühjahr und Sommer aus. Einflüge führten zu vermehrten Bruten beim Fichtenkreuzschnabel und einer Brut des Stelzenläufers. Eine anhaltende Ausbreitungstendenz zeigten u.a. Rothals- und Ohrentaucher, Baßtölpel, Nonnen- und Nilgans, Dreizehenmöwe, Hohltaube, Blau- und Schwarzkehlchen, während sich die langjährigen Bestandsrückgänge von Türkentaube, Kuckuck, Drosselrohrsänger und Karmingimpel fortsetzten. Auf Helgoland wurde die Brut eines Strandpieperpaares nachgewiesen.
Seit Jahren rückläufig waren die Rastzahlen von Ringelgans, Pfeif- und Stockente im Wattenmeer, steigend hingegen die Bestände u.a. von Schnatterente an der Westküste und Trauerente im Wattenmeer. Die landesweiten Mauserbestände von Grau- und Nonnengans, Schnatterente, Tafel- und Schellente erhöhten sich weiter. Auffälliger Wegzug wurde u.a. bei Nonnen- und Ringelgans, Eiderente, Zwergmöwe und Blaumeise beobachtet. Die in der Arktis/Subarktis brütenden Limikolen hatten einen hohen Bruterfolg. Zahlreiche Beobachtungen von seltenen Arten.


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Summary:
Ornithological report for Schleswig-Holstein 1999

Winter weather in 1999 was "normal", spring and summer were comparatively warm.
Influxes of birds lead to increases in breeding numbers of Common Crossbill and one pair of breeding Black-winged Stilts. Red-necked Grebe, Slavonian Grebe, Northern Gannet, Barnacle Goose, Egyptian Goose, Kittiwake, Stock Pigeon, Bluethroat and Stonechat continue to extend their breeding range. The declines in breeding numbers of Eurasian Collared Dove, Common Cuckoo, Great Reed Warbler and Common Rosefinch, that have been recorded for a number of years, continue. A pair of Rock Pipits bred on Helgoland. Decreasing numbers of Brent Geese, Eurasian Wigeon and Mallard have been recorded in the Wadden Sea for a number of years. Numbers of Gadwall and Black Scoter on the west coast have, on the other hand, increased. Moulting numbers of Greylag Goose, Barnacle Goose, Gadwall, Common Pochard and Common Goldeneye increased further in Schleswig-Holstein in 1999.
Unusually high numbers of Barnacle Goose, Brent Goose, Common Eider, Little Gull and Blue Tit were registered during autumn migration. The proportion of young in the Wadden Sea populations of arctic and sub-arctic waders was high in 1999, indicating good breeding success. Numerous rare bird species were observed in Schleswig-Holstein in 1999.

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Gloe, P. (2002): Zum räumlichen und jahreszeitlichen Vorkommen, Auftreten von Schwärmen und zur Mobilität von Türkentauben Streptopelia decaocto 1996-2000 in Dithmarschen (Schleswig-Holstein). - Corax 18: 395-403.

1996-2000 sind in Dithmarschen Daten zur räumlichen Verteilung von revierhaltenden Türkentauben (Dokumentation besiedelter Orte im 1-km²-Raster eines Landkreises in Schleswig-Holstein), zur Habitatbeanspruchung von Nicht-Reviervögeln außerhalb und innerhalb von Ortschaften, zum Auftreten von Schwärmen und zur Mobilität erhoben worden. Die Türkentaube ist in Dithmarschen auf der Geest, in der Marsch, weniger in den Niederungen in vergleichsweise geringer Dichte in menschlichen Siedlungskomplexen punktuell, aber großflächig verbreitet. Verglichen mit Vorkommen viel größerer Türkentaubenbestände an anderen Orten Europas ist der Bestand in Dithmarschen mit 500-900 Revieren klein und zeigt gegenüber anderen Gebieten am Ende des 20. Jahrhunderts weder positive noch negative Bestandsveränderungen. Außerhalb von Ortschaften nutzten Türkentauben vorwiegend das Agrarland der Marsch, weniger der Geest, innerorts Nicht-Reviervögel vor allem Getreideumschlagplätze und Geflügelhaltungen. Schwärme bis max. 140 Ex. traten hauptsächlich in der Zeit von September bis Dezember auf. Die nach Himmelsrichtungen nicht einheitlich gerichtete Mobilität außerhalb von Ortschaften war im Februar am geringsten, stieg kontinuierlich bis zum Spätsommer/Frühherbst an und war danach wieder rückläufig, wobei sich zwischen Sommer- und Winterhalbjahr unterschiedliche Muster ergaben. Die hohe Mobilität der Population ermöglicht den Vögeln rasche Reaktionen auf sich ändernde Bedingungen und damit Bestandsverschiebungen. Die Art wird unselektiv bejagt, was angesichts jüngerer Bestandsrückgänge nach der Rechtfertigung fragen läßt.


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Summary:
Spatial and seasonal occurrence, flocks and mobility of the Eurasian Collared Dove Streptopelia decaocto in Dithmarschen, Schleswig-Holstein in the period 1996-2000

Information on the spatial distribution of territorial Eurasian Collard Doves were collected in the period 1996-2000 in Dithmarschen (documentation of occupied villages in 1km² grid). In addition information on the habitat requirements of non-territorial birds within and outside of villages, on mobility and on the occurrence of flocks were recorded. In Dithmarschen the Eurasian Collared Dove is widely distributed in human settlements on the sandy uplands (Geest) and in the coastal lowlands (Marsch) and less common in the river lowlands. Densities are, however, low in comparison to other areas in Europe. The total population in Dithmarschen of 500-900 territories is small and in comparison to other areas shows neither positive nor negative population trends at the end of the 20th century. Outside of human settlements Eurasian Collared Doves use agricultural land in the coastal lowlands and are less common on the sandy uplands. Within settlements non-territorial birds occur mainly at grain storage and trading centres and where poultry are kept. Flocks of max. 140 individuals occur mainly in the period September to December.
Mobility was lowest in February and increased continually until late summer/early autumn after which it decreased again. Different patterns are apparent for the summer and winter periods. High mobility allows the species to react quickly to changing environmental conditions. The Eurasian Collard Dove is hunted in Germany. Hunting is, however, not selective. It is not justified considering the recent population declines.

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Busche, G. (2002): Zur Bestandsentwicklung der Rohrweihe Circus aeruginosus im Westen Schleswig-Holsteins 1980 bis 2000. Corax 405-414.

Für 1999 wird der Brutbestand der Rohrweihe im westlichen Schleswig-Holstein auf 150-180 Paare veranschlagt. Damit hat die Art in den letzten 20 Jahren um rund 90 % zugenommen (Abb. 1). Insgesamt wirkt die Bestandszunahme ziemlich gleichmäßig. In einigen Brutgebieten schwankten die Bestände in diesem Zeitraum allerdings erheblich.
Die positive Entwicklung ergab sich im wesentlichen aus der zunehmenden Besiedlung von Ackerflächen in den Seemarschen (Abb. 2, 4), die bis in die 1980er Jahre fast unbesiedelt waren (Abb. 3). Rohrweihen brüteten zuvor hauptsächlich in Feuchtgebieten mit ausreichend großen Schilfvorkommen.
In der landwirtschaftlich genutzten Marsch Dithmarschens brüteten im Jahre 2000 17 Paare, davon 12 in Winterweizenfeldern. 6 Feldbrüter hatten einen Mindest-Bruterfolg von 2,3 ausgeflogenen juv/Paar. Alle Jungvögel wurden vor Erntebeginn flügge. Neben den Brutvögeln hielten sich in den Monaten Mai bis Juli mindestens 27 Nichtbrüter im Gebiet auf (Abb. 5).
Nachdem Rohrweihen in Schleswig-Holstein seit 1970 nicht mehr bejagt wurden, besiedelten sie ab 1980 zunehmend das Agrarland der Seemarschen mit alljährlichen (regelmäßigen) Bruten auf Ackerland. Die Feldbruten konnten sich im Westen des Landes sehr wahrscheinlich halten, weil die Ernte weit überwiegend erst dann einsetzt, wenn die Jungvögel flügge sind.


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Summary:
Population development of the Marsh Harrier Circus aeruginosus in western Schleswig-Holstein in the period 1980 to 2000

The breeding population size of the Marsh Harrier in western Schleswig-Holstein in 1999 is estimated at 150-180 pairs. Over the last 20 years the population of this species has increased by about 90 % (Fig. 1). The population increase seems to be a general one, however, in some areas breeding numbers fluctuated considerably in the period investigated.
The positive development is mainly due to expansion into arable land in the coastal lowlands (Fig. 2, 4), where few bred up to the 1980s (Fig. 3). Previously Marsh Harriers bred mainly in wetlands with sufficiently large reed beds. In 2000 17 pairs bred in the agriculturally used coastal lowlands of Dithmarschen. Twelve of these bred in winter-wheat fields. Six pairs breeding in fields reared 2,3 fledged young/pair. All young fledged before the harvest. In addition to the breeding birds, 27 non-breeders were recorded in the area during the months May to July (Fig. 5).
The Marsh Harrier expanded its range after hunting of this species was stopped in Schleswig-Holstein in 1970 and began to breed regularly in arable fields in the coastal lowlands from 1980 onwards. The field-breeders were successful in the west of Schleswig-Holstein most probably because harvesting generally began after the young had fledged.


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Gloe, P. (2002): Zu den Zeitmustern der Flüge von Vögeln zwischen dem Speicherkoog Dithmarschen und den Außendeichsgebieten der Meldorfer Bucht (Westküste von Schleswig-Holstein). Corax 18: 415-429.

Von 1998 bis 2000 wurden im Speicherkoog Dithmarschen die Zeitmuster der Flüge von Vögeln zur Nahrungssuche ins Watt und Vorland (Außendeichsgebiete) und zurück in den Koog untersucht. Die Erfassungen von Larolimikolen und Brandenten (Tadorna tadorna) erfolgten an einem Hochwasserrastplatz im NSG "Kronenloch", die der übrigen Arten an allen Positionen am Seedeich. Dabei wurden an 183 Tagen 17.412 watt- und koogwärts fliegende Einzelvögel und Verbände mit insgesamt 393.463 Individuen von 95 Arten erfaßt. Die meisten Limikolen, Lariden und Brandenten wechselten mit auflaufendem Wasser koogwärts und mit ablaufendem Wasser wattwärts. Andere Anatiden, Limikolen, weitere Wasservogelarten und solche "Landvögel" (Greif-, Hühnervögel, Tauben, Segler, Sperlingsvögel), die Wattenmeerorganismen im weiteren Sinne verzehren, zeigten keine tiderhythmischen Wechsel. Vor allem die häufig wechselnden Sperlingsvögel waren eher an der Tageshelligkeit orientiert. Die meisten Vögel mit tiderhythmischen Wechseln flogen mit nach Arten unterschiedlichen Mengen/Stunde in der Zeit von 4 bis 2 Stunden vor Hochwasser an die Rastplätze und zwischen 1 und 4 Stunden nach Hochwasser ins Watt. Sie konnten die volle Zeit der bis 2 Stunden vor und ab 2 Stunden nach Hochwasser trockengefallenen Wattflächen zur Nahrungssuche nutzen. Früher als 2 Stunden nach Hochwasser wattwärts startende Vögel steuerten entweder Vorländer an oder mußten im Seichtwasser watend mit der Nahrungssuche beginnen. Individuen mancher Arten kamen früher aus dem Watt zurück und dürften entweder tief gelegene oder küstenferne Watten verlassen haben. Schon oder noch bei hohen Wasserständen im Wattenmeer aus- oder einfliegende Vögel dürften Außensände im Bereich der Insel Trischen aufgesucht oder verlassen haben. Fluß-/Küstenseeschwalben (Sterna hirundo, St. paradisaea) und Kormorane (Phalacrocorax carbo) flogen am zahlreichsten sowohl bei auflaufendem als auch bei ablaufendem Wasser sowohl in den Koog als auch ins Watt, nicht oder erheblich weniger jedoch um Niedrig- und um Hochwasser; ähnlich verhielten sich Schellenten (Bucephala clangula). Diese Arten hatten offenbar Vorteile davon, daß mobile Wattenmeerorganismen sich bei ablaufendem Wasser in den Prielen konzentrieren und bei auflaufendem Wasser sich von dort wieder über die Wattflächen ausbreiten. Auch ein Teil der Brandenten und Möwen (Laridae) zeigte dieses Zeitmuster. Treibende Organismen und Nahrungspartikel werden von der oft schaumgekrönten Flutwelle (zwischen Niedrig- und Hochwasser) erfaßt und bei Sturmfluten auch auf die Vorländer verfrachtet. Sie stehen Vögeln schon im Watt und noch auf den Küstengrünländern als Nahrung zur Verfügung. Die häufig und zahlreich wechselnden Limikolen und Möwen flogen im Mittel in größeren Verbänden wattwärts und in kleineren koogwärts. Brandenten verhielten sich entgegengesetzt. Die Ergebnisse aus dem Speicherkoog Dithmarschen dürften, entsprechend der Weite und der Höhenlagen vorgelagerter Watten, regional modifiziert auch für andere Köge mit Hochwasserrastplätzen gelten.


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Summary:
Time patterns of movements of birds between the embanked polder "Speicherkoog Dithmarschen" and coastal mud flats and salt-marshes in the Meldorf Bay, west coast of Schleswig-Holstein

During the period 1998 to 2000 the time-patterns of movements of birds feeding on tidal flats and on salt-marshes and roosting in an embanked polder were registered. The investigations of Waders, Gulls and the Shelduck (Tadorna tadorna) were carried out at a high-tide roost in the nature reserve "Kronenloch". All other species were observed from different positions on the embankment (dyke). Investigations were carried out on 183 days. 17.412 movements of single birds and flocks between the tidal flats and the polder including a total of 393.463 individuals of 95 species were registered. Most waders, gulls and the Shelduck moved into the polder with rising tides and onto the tidal flats with falling tides. The movements of other duck and wader species and of additional water-birds and "land-birds" (raptors, galliformes, pigeons, swifts, passerines), that feed on the organisms of the tidal flats in the broad sense of the term, did not display a tidal rhythm. Above all the frequent movements of the passerines were more dependent on daylight.
Most birds whose movements displayed a tidal rhythm moved to the roosting site in the period 4-2 hours before high tide and returned to the tidal flats between 1-4 hours after high tide. The number/hour recorded varied between species and was species specific. They could use the tidal flats for feeding for 2 hours before and from 2 hours after high tide. Birds that left the roost earlier than 2 hours after high tide headed for the salt-marshes or had to begin feeding in shallow water. The individuals of some species arrived earlier from the tidal flats and must have left tidal flats with a lower elevation or more distant areas.
Birds that arrived at or left the roost during high tide must be birds moving to and from the outer sands in the region of the island of Trischen. Commic terns (Sterna hirundo, St. paradisaea) and Cormorants (Phalacrocorax carbo) flew into as well as out of the polder in largest numbers by rising as well as by falling tides. However, these species did not move or moved much less during high and low tide. Movements of Goldeneye (Bucephala clangula) were similar. These species seem to take advantage of the fact that mobile mud-flat organisms concentrate in the creeks during falling tides and spread out from there during rising tides. Some of the Shelducks and gulls also showed this pattern.
Floating organisms and food particles are caught by the often foam-crowned flood wave (between low and high tide) and are transported to the salt-marshes. Here and already on the mud-flats they are available as food for the birds. The common large movements of waders and gulls flew on average in larger flocks onto the tidal flats than they did in the other direction towards the roosting site. The opposite was the case for the Shelduck.
It is likely that the results obtained in the Meldorf Bay are generally representative for similar polder areas with high-tide roosts.


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Summary:
Foraging of White Storks in the marine tidal flats of Schleswig-Holstein

From the 23.-25. July 2001, 3 white storks were observed searching for food in the tidal flats off the North Frisian island of Föhr.
The storks appeared regularly near the harbour of Wyk at low tide during the 3 day period. As they are certainly not resident on the island, they must have been visiting from the mainland. In spite of the extremely broad range of prey items known for this species, the use of the marine shore belt fauna as a food resource has not been recorded before.


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Summary:
Why do European Jays (Garrulus glandarius) transport acorns over long distances and what consequences does this behaviour have?

European Jays disperse acorns of oaks, Quercus robur et petraea, over distances of up to several kilometers. By this means they also cause an effective genetic mixture of oak regeneration, as they fetch acorns from many distant places and hide them inside their rather narrow summer home ranges of about 300 by 300 m. Doing so, Jays not only accumulate individual food reserves of their own - that nobody else has access to - but also reserves that might be detected and exploited by their offspring at the time of germination and sprouting the following June. As the young oak plants may be effectively detected due to their characteristic leaves, the scatter-hoarded acorns provide food still rich in energy - even after germination - to be easily found and exploited by the Jays' offspring. This food reserve may be significant for survival of young Jays that still have little experience during their first weeks of independent life, especially in case of a "sudden" shortage in caterpillars and other insects due to pupation or cold and wet weather. It would then improve the reproductive success of the adult Jays. - The "anticipatory" provision of energy reserves for their young next year appears to be the main "motivation" for the Jays to hide much more acorns in autumn than they would need for themselves. From this understanding, the selection pressures on Jay behaviour and on oak reproduction ecology in the Jay-oak-symbiosis become plausible.


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