Aufgrund seiner besonderen geografischen Lage zwischen Nord- und Mitteleuropa und zwischen Ostsee und Nordsee gehört Schleswig-Holstein zu den Knotenpunkten im eurasisch-afrikanischen Vogelzugsystem. Mit seiner Lage zwischen Falsterbo in Südschweden, Rossitten und Helgoland als drei international bedeutsamen Beringungsstationen und dem Wattenmeer hat Schleswig-Holstein eine immense Bedeutung als Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten. Für Arten wie Sterntaucher, Nonnen- und Ringelgänse ist das Wattenmeer und die vorgelagerte Meeresfläche eines der wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete Europas. Jeweils über 100.000 Eiderenten und Brandgänse mausern im Wattenmeer. Die Seen Ostholsteins gehören zu den bedeutendsten Mausergebieten für Graugänse, Schnatter-, Reiher- und Tafelenten Mitteleuropas. Bis über 30.000 Zwergmöwen queren jedes Frühjahr Ostholstein, und die Vogelfluglinie über Fehmarn hat ihren Namen nicht von ungefähr! Nach umfangreichen Studien zur Zug-Phänologie und seinem räumlichen Ablauf in den fünfziger und sechziger Jahren wird seit einiger Zeit das Vogelzuggeschehen im Lande wieder gezielt erfaßt und die Daten zentral gesammelt.
Das vor Jahrzehnten entworfene Bild des räumlichen Vogelzuges soll weiter verfeinert werden:
- Wo ziehen wann welche Arten in welcher Zahl?
- Wo und wie lange rasten sie?
- Welche Populationen queren Schleswig-Holstein?
Ergebnisse 2012
Über 3.000 Erfassungstunden wurden von den Mitarbeitern während des gesamten Jahres investiert. Im Frühjahr wurden in 876 Stunden 1.170.000 Vögel registriert. Während des Wegzuges wurden in 2.300 Stunden knapp 2.500.000 Vögel erfasst.
Karte der Vogelzug-Beobachtungspunkte 2012 in Schleswig-Holstein hier
Koordinator für die Zugvogelerfassung ist Bernd Koop |